Prof. Dr. med. Ulrich Wahn

Angst vor Masern

Antwort von Prof. Dr. med. Ulrich Wahn

Frage:

Hallo Prof. Wahn,

Vorab: ich bin Angstpatientin, befinde mich aktuell aber in Therapie (ambulante Verhaltenstherapie).

Ich habe eine sechsmonatige Tochter, um die ich große Angst habe, besonders vor Masern, wegen SSPE.
Ich wollte sie fragen, wie schlimm die Ansteckungsgefahr wirklich ist. Da mir jeder etwas anderes sagte, fragte ich gestern bei unserem Gesundheitheitsamt nach. dort hieß es nun aber, unter 12 Mnaten gebe es Nestschutz, also keine Gefahr. Säugline mit Masern seien eine absolut seltene Rarität. Unser Kinderarzt vertritt die selbe Ansicht.
Beim Robert-Koch-Intitut sagt man aber genau das Gegenteil, nämlich, dass die meisten Masernfälle Kinder im 1. und 2. Lebensjahr betreffen. Diese widersprüchlichen Informationen verunsichern mich noch mehr, auch da sich in unserem Umfeld einige ungeimpfte Kinder befinden.

Können sie mir sagen, wie groß die Ansteckungsgefahr ist und wie ich sie möglichst gering halten kann?

Und dann hätte ich noch eine Frage: Wie oft sollte ein Baby in dem Alter an die frische Luft? aufgrund meiner Krankheit schaffe ich es nicht täglich und muss mir deswegen immer anhören,das schade ihrem Immunsystem.


Danke und viele Grüße!

von Mitsy am 24.06.2014, 21:25 Uhr

 

Antwort auf:

Angst vor Masern

Irgendwie sind alle Angaben, die Sie erhalten haben, richtig. Der Nestschutz (mütterliche Antikörper) nimmt im ersten Lebensjahr allmählich ab und reicht nicht sicher bis zum 12. Monat, die Erkrankung in Ländern mit hoher Ansteckungsgefahr, betrifft überwiegend Kleinkinder.
Die Infektionsgefahr in Deutschland ist nicht besonders hoch, da glücklicherweise die meisten Kinder geimpft, damit auch nicht ansteckungsfähig sind. Leider gibt es auch nichtgeimpfte Kinder, die bei uns jedoch nicht so häufig Infektionsquellen finden, wie in Ländern ohne Impfung.
Ich empfehle die Impfung gegen Ende des ersten Lebensjahres, ich glaube das ist ein guter Kompromiss, bis dahin würde ich mich nicht zu sehr sorgen. Gruß, Ulrich Wahn

von Prof. Dr. med. Ulrich Wahn am 25.06.2014

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