Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Bluni, brauche dringend Ihre Hilfe, war heute beim Frauenarzt, wollte wissen ob man geräucherte rote Wurst essen darf? Meine Frauenärztin konnte mir nichts genaues darüber berichten und empfahl mir in einer Metzgerei nach zu fragen. Diese rieten mir davon ab, weil es Toxoplasmoseerreger enthalten könnte. Hintergrund meiner starken Bedenken sind folgende Werte IgG 21,0 und IgM negativ und kürzlich habe ich noch genüsslich rote Wurst zu mir genommen. Dank im voraus und lieben Gruß Soni28
Hallo, 1. Hat die Schwangere einen negativen Toxoplasmosetiter IgG & IgM negativ, weil sie wohl nie eine Auseinandersetzung mit dem Erreger hatte und damit keinen Schutz, sollte man ihr empfehlen, sich nicht nur um so mehr an die Empfehlungen zur Vermeidung einer Infektion zu halten, sondern diesen Titer nach etwa 8-10 Wochen nochmals kontrollieren zu lassen, da sie sich ja theoretisch in der Zwischenzeit infiziert haben könnte, und man dann noch früh genug wäre für eine antibiotische Behandlung, um Folgen für das Ungeborene zu vermeiden. Hat die Patientin einen positiven Titer IgG positiv, aber IgM negativ, sprich Schutz es fand in der Vergangenheit irgendwann mal eine Auseinandersetzung mit den Erregern statt, dann muss man dieses nicht mehr kontrollieren. 2. Vor allem von der Art der Herstellung hängt es ab, ob Fleisch oder Wurstwaren infektiöse Erreger der Toxoplasmose enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt hier zu folgender Auswertung: 1. Keine infektiösen Toxoplasmen enthält durchgebratenes oder gekochtes Fleisch Wichtig ist, dass dafür das Fleisch am besten 20 Minuten auf mindestens 50°C erhitzt werden sollte. Die Kernfarbe sollte sich von rot nach grau geändert haben. 2. Während der Herstellung von Brühwürsten (z.B. Bierwurst, Fleischwurst, Mortadella) und Kochwürsten (z. B. Rotwurst, Leberwurst, Corned Beef) kann bei Kerntemperaturen von 72-80°C von einer sicheren Zystenabtötung ausgegangen werden. 3. eine Zwischenstellung nehmen gepökelte und geräucherte oder luftgetrocknete Rohdauerwaren wie Rohschinken oder Salami ein: Sie gelten gemeinhin als sicher. Nur unter bestimmten Umständen kann infektiöses Material erhalten bleiben. Das Robert-Koch-Institut sagt in dieser Frage: "Sicher sind auch alle gepökelten Rohdauerwaren, z.B. Rohschinken und Salami." Nachzulesen unter http://www.rki.de/cln_049/nn_196658/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Mbl__Toxoplasmose.html VB
Mitglied inaktiv
Noch als Nachtrag, befinde mich in der 22SSW, Feststellung der Werte am 20.03.2007.
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