Mitglied inaktiv
Guten morgen Herr Dr. Bluni! Ich bin nun in der 5+4SSW und habe seit Tagen satrken Durchfall, bei meiner ersten Schwangerschaft hatte ich Verstopfung und jetzt genau das Gegenteil. Es ist sehr unangenehm, da ich am Tag bis zu 8 mal zur Toilette muss und auch in der Nacht meist keine Ruhe habe. Nun war ich schon bei meinem Frauenarzt, dieser sagte mir ich solle mich an meinen Hausarzt wenden. Mein Hausarzt sagt, ich soll mich an meinen Frauenarzt wenden. Nun meine Frage, kann ich denn gegen diesen Durchfall irgendwas tun? Auch habe ich Asthma und nehme dagegen normal Apsomol Spray, Budes Easyhaler 0,2mg und dann noch Formoterol Stada 12 Mikrogramm/Dosis. Mein Hausarzt sagte ich solle alles sofort absetzen, worauf ich meinen Frauenarzt fragte was ich tun soll und der nur meinte, dass er denkt ich könne die Medikamente weiter nehmen es aber bitte vorher nochmal mit meinem Hausarzt besprechen soll. Auf den Budes Easyhaler und auf dieses Formoterol könnte ich momentan verzichten aber nicht wirklich so ganz auf den Apsomolsprayer! Was soll ich denn jetzt tun? Liebe Grüße Steffi
Liebe Steffi, 1. in der Schwangerschaft kann sich schon mal zeitweilig ein verändertes Stuhlverhalten, z.B. auch mit Durchfall zeigen. Aber, ein nur kurz anhaltender Durchfall hat in aller Regel keine Auswirkungen auf das Kind. Bei tagelangem Durchfall hingegen sind infektiöse oder entzündliche Ursachen ggf. vom Hausarzt auszuschließen. Hier kann der tagelange Durchfall dann zu einem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen. Sofern Sie ein Magnesiumprodukt einnehmen, ist auch daran zu denken, dass dieses den Stuhl weich machen kann und bei Überdosierung zu Durchfall führen kann. Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin ab. 2. in der Schwangerschaft können bei Heuschnupfen die meisten Antihistaminika bedenkenlos angewandt werden, insbesondere inhalative Präparate, die Cromoglicinsäure enthalten. Diese Substanz wirkt überwiegend lokal und zeigt kein erhöhtes Risiko für teratogene Schäden. Neben den inhalativen Substanzen können Sie selbstverständlich auch Augen- oder Nasentropfen anwenden. Die Antihistaminika dürfen also zur Behandlung allergischer Erkrankungen, als Mittel gegen Schwangerschaftserbrechen und auch als Schlafmittel eingesetzt werden. Falls Kortikoide erforderlich sind, empfiehlt sich hier ebenfalls die inhalative Gabe wegen der wesentlich geringeren systemischen Wirkung. Die besten Erfahrungen liegen für Sprays vor, die Budesonid enthalten. Bei Orientierung an die Dosierungen kann man auch mit einer Langzeitmedikation keinen Schaden anrichten. Bei den Antihistaminika ist die Gabe von Terfenadin erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel erlaubt, weil dann die Organbildung abgeschlossen ist. Die sog. Betamimetika z.B. Sultanol, Berotec, Bronchospasmin oder Bricanyl sind ebenfalls gut erprobt. Sie lösen die Verkrampfung der Bronchialschleimhaut. Bei Asthma-Symptomen kann man auch Prednisolon geben, weil es nur zu 10-20 Prozent über die Plazenta auf den Feten übergeht. VB
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