Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Bluni, gestern hatte ich meine VU. Lt. FÄ ist der Krüml zeitgerecht entwickelt. Da ich aber auf der linken Seite immer wieder einen unangenehmen Druck habe, hat sie per US die Plazenta angeschaut und ein Myom gefunden. Ihre Aufklärung war sehr dürftig. Es könne in der SS durch Hormone wachsen. Mehr sagte sie nicht. Nun hab ich im Internet gefunden, dass es zu einer Unterversorgung des Kindes und evt. zu einer Frühgeburt kommen kann. Können Sie mir dazu etwas sagen? Nächsten Mittwoch hab ich Feindiagnostik und da soll ich es auch ansprechen und untersuchen lassen. Schon mal vorab vielen Dank für die Infos. LG, Mandy
Liebe Mandy, Myome sind Muskelknoten der Gebärmutter. Wir finden sie bei Frauen im gebärfähigen Alter sehr häufig Sie können in der Zeit, in der eine Frau hormonell aktiv ist unter dem hormonellen Einfluss wachsen. Diese Neubildungen der Gebärmutter sind aber in 95% der Fälle gutartig. Sind Myome schon vor der Schwangerschaft nachzuweisen, kann es im Einzelfall sinnvoll sein, sie vorher zu entfernen. Hier ist aber zu empfehlen, dieses für die persönliche Situation mit Frauenärztin/Frauenarzt und der Klink abzustimmen. In der schon laufenden Schwangerschaft haben wir keine therapeutische Handlungsmöglichkeit. Auch durch die hormonellen Veränderungen einer Schwangerschaft können diese Myome wachsen und dann schon mal Probleme bereiten. Doch welchen Einfluss haben sie auf den Verlauf von Schwangerschaft und Wochenbett? Aktuelle Untersuchungen (CJ Qiduuai GJ et al.: Obstetric outcomes in women with sonographically identified uterine leiomyomata. Obstet Gynecol 107 (2006) 367-82) zeigen, dass Frauen mit sonographisch nachgewiesenem Myom ein signifikant höheres Risiko für einen Kaiserschnitt, Beckenendlage, Fehllage, Frühgeburt, Plazenta praevia und Blutung nach der Geburt haben. Hingegen besteht kein erhöhtes Risiko für vorzeitigen Blasensprung, operative vaginale Geburt, Entzündungen der Eihäute und der Gebärmutter. Die Kaiserschnittraten von Frauen mit Myomen kleiner als 10 cm oder größer als 10 cm sind vergleichbar. Das Fazit aus diesen Untersuchungen ist, dass auch bei Myomen von mehr als 10 cm bei fast 70% der Frauen eine vaginale Geburt möglich ist. VB
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