Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Christoph Grewe:

Weiteres Vorgehen und Endometriumscratching

Frage: Weiteres Vorgehen und Endometriumscratching

crisia8

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Sehr geehrter Herr Dr. Grewe, ich hatte Ihnen bereits vor einigen Monaten eine Frage zu meiner Situation gestellt, wo Sie mir umfassend Auskunft gaben. Vielen Dank dafür. Kurz nochmal zusammenfassend: Anfänglich ICSI aufgrund des schlechten Spermiogramms meines Mannes. 3 ICSI's, insgesamt 10 Tranfsers (Frischeversuch bzw. Kryo - künstlicher und natürlicher Zyklus) immer sehr gute Blastozysten. 2x Abgang bei 6+2 und 5+4. Ansonsten biochemische SS oder negative Versuche. Es wurde alles abgeklärt: Genetik, Gerinnung, Schilddrüse, Myom entfernt (Verwachsungen infolge der Myomentfernung sind keine vorhanden). Es war o.B oder wurde eingestellt. Auffällig ist das KIR Profil aus dem Blutbefund. Granozyte wurde versucht, Intralipid ebenfalls. Jeweils getrennt voneinander. Nun scheint meine Klinik ratlos zu sein. Da wir durch die letzte ICSI nun noch 6 Blastozysten kryokonserviert haben (alle haben A Qualität), empfahl uns die Klinik das nächste Mal 2 Blastozysten zu transferieren (wir hatten bisher immer single transfers). Zudem wurde ein Endometriiumsscratching empfohlen. Macht das Scratching Sinn? Die Ärztin sagte, dass es sinnvoll sein kann, aber es nicht bei jeder Frau hilft und man noch nicht weiß, warum es dadurch bei einer Frau zu einer Einnistung kommt und bei einer anderen nicht. Zudem sollte das Endometrium auf Killerzellen untersucht werden, obwohl die Ärztin davon ausgeht, dass dieser Befund positiv sein wird, da ohnehin bereits ein auffälliger Blutbefund vorliegen würde. Gegen die Killerzellen gebe es keine spezielle Therapie bzw. Medizin, sodass man es nur weiter versuchen könne oder es eben lassen kann. Ich fühle mich damit überfordert und hilflos. Heißt das nun, dass man mit einem auffälligen Kir Profil wirklich nichts mehr machen kann? Sind dann weitere Versuche ohnehin vorab zum scheitern verurteilt, da mein Körper die Blastozysten abstößt? Oder kann das Endometriumscratching wirklich eine Option darstellen. Ich weiß, dass es keine Garantie gibt. Aber vielleicht können Sie mir noch mehr Klarheit verschaffen. Vielen Dank vorab für Ihre Rückmeldung. Crisia


Dr. Christoph Grewe

Dr. Christoph Grewe

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Hallo, beim Endometriumscratching wird eine "Modulation" des Endometriums durch die Verletzung diskutiert. Dies soll einen positiven Effekt auf die Einnistung haben, es gibt aber tatsächlich keinen Beweis der Wirksamkeit. Bei auffälligen uterinen Killerzellen gibt es sehr wohl Therapieansätze, die aber experimentell sind: Intralipid oder die Gabe von Cortison sind hier die Optionen, die einzelnd oder kombiniert diskutiert werden. Optional könnte man noch die Untersuchung der Plasmazellen oder des endometrialen Mikrobioms diskutieren. Viele Grüße Christoph Grewe


crisia8

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Vielen Dank für Ihr Antwort. Cortison wird in der Klinik abgelehnt. Ich habe es bereits angesprochen. Eine Gabe unterstützen sie nicht, da es keinen Nutzen habe. Ich weiß, dass es in vielen anderen Kliniken (auch Standardmäßig angewendet wird). Soll ich darauf bestehen? Wenn ja, bringt das nur etwas in Kombination mit Intralipid?


Dr. Christoph Grewe

Dr. Christoph Grewe

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Um ganz ehrlich zu sein, gebe ich meinen Patientinnen auch ungerne Cortison. Wer es aber haben möchte, wird über die Risiken aufgeklärt und bekommt es. Es gibt keinen Beweis der Wirksamkeit, dies ist aber bei Intralipid nicht anders.....


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