Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

VitaminD/Omega3

Frage: VitaminD/Omega3

September2015

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Lieber Herr Dr. Busse, ich habe vor kurzem einen Vortrag einer Ernährungsberaterin besucht, in welchem es um die heutige Nährstoffversorgung ging. Es wurde u.a. auch auf Kinder eingegangen, dass diese ganzjährig Vitamin D supplementieren und auch Omega3 Fettsäuren zusätzlich über Ergänzungsmittel aufnehmen sollten. Es sei erwiesen, dass das Verhältnis Omega3 zu Omega 6 auch bei Kindern schon nicht ausgewogen genug sei bzw. das hier durch bloße Ernährung die notwendige Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Natürlich warb die Ernährungsberaterin für bestimmte Mittel (Fischöl, VItamin D Tropfen, Vitamin K), die sie im Nachhinein verkaufen wollte. Ich war dem sehr skeptisch gegenüber. Sie meinte auch, man müsse die Kinder nicht extra mit einem Bluttest auf einen Mangel testen, weil man die notwendige Dosis VitaminD und Omega 3 über das Körpergewicht errechnen kann. Eine Überdosierung wäre wohl ausgeschlossen bzw. nicht "schlimm". Das war mir auch neu. Auf Empfehlung meiner Kinderärztin nehmen meine Kinder (5 und 8) von Oktober bis März täglich 500 Einheiten Vitamin D. Ansonsten achte ich auf eine ausgewogene Ernährung mit fettreichem Fisch, Nüssen etc., was Omega3 betrifft. Was halten Sie von den Aussagen der Ernährungsberaterin? Müssen im Sommer bei Kindern auch Vitamin D Tabletten gegeben werden vor dem Hintergrund, dass die Kinder ja in der Mittagszeit die Sonne wegen Hautkrebsgefahr meiden sollten? Sollte man Omega 3 bei Kindern supplementieren bzw. das sogar auch ohne "Test" machen? Vielen Dank für Ihre Einschätzung und schöne Ostern


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe S., ich finde es sehr ärgerlich, dass aus rein kommerziellem Interesse solche nicht wissenschaflich fundierten Empfehlungen für "Nahrungsergänzungsmittel" auch für Kinder publiziert werden. Was ja letzlich bedeuten würde, dass der Mensch sein Leben lang davon abhängig sein würde und entsprechende Dinge teuer einkaufen müsste.  Sie machen das genau richtig mit der ausgewogenen Ernährung Ihrer ganzen Familie, was ja vor allem auch für die Gewöhnung und Erziehung der Kinder zu einer gesunden Lebensweise für die gesamte Zukunft entscheidend ist. Bitte machen Sie weiter so!!! Die einzig wissenschaftlich fundierten Empfehlungen zur Nahrungsergänzung sind folgende: 1. Vitamin D ist ein "kritischer Nährstoff" und es gibt aktuelle Empfehlungen von seriösen Experten, dass es sinnvoll ist, auch in den sonnenreicheren Monaten den Kindern 500 bis 800 I.E. Vitamin D täglich zu geben. Dies auch vor dem Hintergrund, dass viele Kinder nicht mehr so häufig und lange draußen teilweise unbekleidet spielen und natürlich auch der Hautschutz gegen UV-Belastung konsequenter durchgeführt wird. 2. Jod wird leider ebenfalls oft nicht in ausreichender Menge aufgenommen und ist essentiell für die Funktion der Schilddrüse und das Wachstum. Es sollte also konsequent jodiertes Speisesalz verwendet werden und beim Einkauf von Lebensmitteln darauf geachtet werden, dass z.B. beim Bäcker jodiertes Speisesalz verwendet wird. Das kolliediert wiederum mit der Empfehlung, Kinder an wenig Gesalzenes zu gewöhnen. Ideal wären als Jodid-Quelle 2 mal wöchentlich Seefisch, mit dem man gleichzeitig die Versorgung mit Omega-Fettsäuren gewährleisten kann. Alternativ kann Jodid über tägiche oder wöchentliche Jodidgabe in Arzneimittelform gegeben und vom Kinderarzt verordnet werden. Alles Gute!


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