AnniLi42
Guten Tag Herr Dr. Busse, da ich nächste Woche zur FSME-Auffrischung muss, kam die Frage auf, ob es im Hinblick auf beim Stillen übertragene Antikörper Sinn machen würde, auch gleich noch die Corona-Schutzimpfung aufzufrischen. Meine Hausärztin würde es machen, da mein Booster bereits über ein halbes Jahr her ist. Aber die Frage, ob das für mein Kind etwas bringt, konnte sie mir leider nicht beantworten und meine Kinderärztin kann ich erst in 2 Wochen wieder fragen. Mein Kind ist aktuell ein halbes Jahr, bekommt mittags und abends Brei, meist etwas Fingerfood zum Frühstück und wird ansonsten noch nach Bedarf gestillt. Geboostert wurde ich 2 Wochen nach seiner Geburt, d.h. da dürfte dann ja beim Stillen ein gewisser Schutz über meine Antikörper entstanden sein. Bringt eine Auffrischung bei mir einen Mehrwert für mein Baby, d.h. sollte ich jetzt auffrischen, solange er noch zumindest ein paar Mal am Tag gestillt wird, damit er sozusagen auch eine Auffrischung bekommt? Oder bringt das eh nichts, sodass es für meinen eigenen Impfschutz sinnvoller wäre, auf einen an Omikron angepassten Impfstoff als zweiten Booster zu warten (falls es wenn der irgendwann kommt wieder einen Mindestabstand zur vorherigen Impfung geben sollte)? Ich will mein Kind natürlich so gut es geht schützen, denn ich habe in meinem Umfeld mitbekommen, dass Covid durchaus auch für Babys/Kleinkinder kritisch sein kann, auch wenn das natürlich selten vorkommt. Gibt es irgendwelche Erfahrungswerte zu diesem Thema? Ich habe leider keine Studie finden können, die sich mit der Auswirkung einer vierten Impfung in der Stillzeit befasst. Ich hatte eigentlich auf den Impfstoff für Kleinkinder gehofft, da der aber gerade erst in den USA zugelassen wurde, wird es bei der eher zögerlichen Haltung der stiko in der Vergangenheit wohl noch eine ganze Weile dauern, bis diese Möglichkeit bei uns auch besteht. Und dann wäre nochmal eine neue Portion Antikörper über die Milch vielleicht wenigstens ein kleiner Schutz, oder sehe ich das falsch? Viele Grüße und danke für ihre Einschätzung!
Liebe A., das ist ein generelles Missverständnis. Nur über Antikörper der Mutter, die während der Schwangerschaft übertragen werden, weil die Mutter die Infektion durchgemacht hat oder wie gegen Keuchhusten oder Covid-19 in der Schwangerschaft geimpft wurde, bekommen die Neugeborenen einen "Nestschutz" mit. Stillen verbessert allgemein die Immunabwehr, schenkt aber keine spezifischen Antikörper gegen Infektionen, die über die Luftwege eingetragen werden. Alles Gute!
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