Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Verdauung, Beikost, Darmprobleme, Verschlimmerung

Frage: Verdauung, Beikost, Darmprobleme, Verschlimmerung

swagsi

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Hallo, dies ist mein erster Beitrag hier, weil ich wirklich nicht weiter weiß. Mein Sohn ist 7,5 Monate alt und hat schon immer Probleme mit der Verdauung gehabt. Bauchschmerzen, Durchfälle, bis zu 13x Stuhlgang am Tag, schleimige Stühle, starker (stiller) Reflux und regelmäßige Schluck-/Trinkprobleme, die aber nur phasenweise und unbestimmt auftreten. Hin und wieder waren Entzündungswerte im Darm nachgewiesen worden, dann wieder zurückgegangen. Alles sehr unbestimmt. Kinderarzt hat uns durchgehend betreut.  Nach etlichen weggelassenen Lebensmitteln während meiner Stillzeit (und keinerlei Besserung) haben wir mit Diagnose „vermutliche Nahrungsmittelunträglichkeit gegen Unbekannt“ mit dem KiA auf Neocate Syneo umgestellt. Hat gegen die vielen Ekzeme am Körper geholfen, alles andere blieb gleich. Wir wurden vor 3 Wochen nun zur intensiveren Abklärung stationär aufgenommen und mein Sohn bekam nach einigen Tests eine Speiseröhren-, Magen- und Darmspiegelung mit Biopsieentnahmen - Ergebnis: „alles ok“... Uns wurde geraten, wegen der häufigen und flüssigen Stühle nun mit Beikost zu beginnen. Der kleine Mann ist auch seit Langem seeehr interessiert und erfüllt alle Reifeanzeichen. Wir haben nun also vor 3 Wochen begonnen mit ein paar Löffeln Kürbis, nach 5 Tagen kam Pastinake dazu. Einmal probierten wir auch Karotte, aber da hatte ich das Gefühl, er hat sich danach viel gekratzt, also ließ ich es wieder weg. Ansonsten lutscht er manchmal an Gurkenstick oder Melone und knabbert hier und da ma ein kleines Eckchen ab (er hat noch keine Zähne), aber das war’s. Seit Beikoststart wurden unsere Nächte aber auffallend schlechter. Viel Wälzen, Winden, Aufwachen, Wimmern- dann mussten wir nachts umherlaufen, anders hat er sich nicht beruhigt, inzwischen hilft selbst das oft nicht mehr. Letzte Nacht hat er geschrien wie am Spieß und sich gekrümmt und wieder überstreckt und nichts hat geholfen, erst ein Schmerzzäpfchen :( Es spitzt sich also gefühlt ziemlich genau seit Beikoststart zu und ich weiß nicht, was ich machen soll. Er isst super gerne, wenn auch Flasche und auch Brei immer wieder mal phasenweise nur unter Weinen (aber dennoch weitermachen wollen!) genommen wird. Meinem Gefühl nach wird es aber immer schlechter, recht unabhängig vom Lebensmittel selbst. Am liebsten würde ich Beikost abbrechen aber muss er nicht vom Alter her langsam aber sicher starten? oder haben Sie Ideen, wie ich vorgehen soll? oder was ihm generell fehlen könnte, auch wenn „organisch“ scheinbar alles ok zu sein scheint? Vielen Dank!


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe S., ich verstehe Ihre Sorge, muss Sie aber auch bitten, zu verstehen, dass ich aus der Ferne keine Patentlösung bieten kann. Aus meiner langen Erfahrung in der Praxis kenne ich aber viele ähnliche "Klagen", und vielleicht hilft es Ihnen, wenn ich berichte, dass äußerst selten bestimmte Ursachen gefunden wurden und mit dem älter werden die Probleme einfach verschwanden. Unruhe und vermeintliche Schmerzen werden bei Babys viel zu oft der Ernährung und Verdauung angelastet, obwohl sie sehr oft ein Zeichen sind für Überreizung und Verarbeitung von so vielen neuen Dingen. Auch wenn es schwer fällt, helfen Eltern ihren Babys dann vor allem mit Ruhe und Gelassenheit, ruhiger Umgebung, nur leise reden und singen...... Mit der Beikost würde ich unbedingt zügig fortfahren, zumal Ihr Kleiner ja offensichtlich gerne essen mag. Gerne können Sie Ihre Frage auch meinen Kollegen in Bereich Ernährung stellen. Alles Gute!


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