Nadia1987
Hallo, Vorab, wir waren natürlich beim Arzt. Wir vertrauen auch der Kompetenz der Ärztin. Dennoch wollen wir Sicherheit. Vor ca. drei Wochen hatte meine Tochter eine Zecke unter den Haaren. Wir haben sie nicht gesehen. Die war schon recht groß. Ich dachte wir sind immer so sorgfältig. Zwei Wochen später Grippeähnliche Symptome ohne Anzeichen eines viralen Infekt. Also keiner roter Hals oder so. Vorallem Fieber, Glieder und Kopfschmerzen und so unspezifische Schmerzen im Brustbereich. Nach drei Tagen waren die Symptome weg. Für die Ärztin erledigt. Wir wollen sie gerne in ein paar Wochen auf Antikörper testen lassen. Einfach um nichts zu übersehen. Die Ärztin ist sauer. Sie macht es zwar aber nur widerstrebend. Wir würden ihr unnötige Schmerzen zufügen. Da bricht mir das Herz. Das ist ja nicht unsere Intention. Eine befreudnete Ärztin für Erwachsene, sagt für sie ist das ein typischer Borreliose Verlauf. Außerdem ist die Große grad echt viel erschöpft legt sich einfach überall hin. Wobei grad natürlich die Hitze auch ist. Wie schätzen Sie das ein? Übertreiben wir. Ach ja, wir leben im Risikogebiert, FSME ist geimpft. Vielen Dank! Mit freundlichen Grüßen Nadia
Liebe N., es ist immer unschön, wenn man von verschiedenen Ärzten unterschiedliche Auskünfte bekommt. Ich hoffe, ich kann die Situation ein wenig klären. Die meisten Infektionen mit B. burgdorferi führen erst gar nicht zu Krankheitssymptomen! Die typische erste Manifestation einer Borrelieninfektion ist die Wanderröte, die im Bereich der Stichstelle nach 7 bis 10 (maximal 3 bis 30) Tagen auftritt. Begleitend kann eine Lymphschwellung auftreten. Was bei Ihrer Tochter ja nicht beobachtet wurde, sodass eine Borrelieninfektion unwahrscheinlich ist. "Grippeähnliche Symptome" haben derzeit sehr viel Kinder im Rahmen eines Virusinfekts. Ich verstehe, dass Sie maximale Sicherkeit wünschen, die gibt es aber leider nicht. Die Lyme-Borreliose ist primär eine klinische Verdachtsdiagnose, und die Labordiagnostik ist schwierig und bringt auch keine absolute Gewissheit. Sodass ich Ihre Kinderärztin sehr gut verstehen kann, wenn Sie Ihre Tochter vor unangenehmer BLutabnahme bewahren will, die dann immer noch Fragen offen lassen kann. Die Lyme-Borreliose ist primär eine klinische Verdachtsdiagnose. Eine Antibiotikagabe zur Verhinderung der Lyme-Borreliose nach einem Zeckenstich (empirische antimikrobielle Prophylaxe) wird nicht empfohlen, da das Risiko von Nebenwirkungen durch die vielen Antibiotikagaben nicht durch die gesundheitlichen Vorteile der wenigen tatsächlich erkrankten Personen ausgeglichen wird. Ganz pragmatisch würde ich aber im Zweifelsfall eher zu einer 10-tägigen Antibiotika-Therapie raten als zu einer Blutkontrolle. Alles Gute!
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