HaSe
Sehr geehrter Herr Dr. Busse, mein Kind ist Anfang Mai ein Jahr alt geworden und ich liebe es über alles. Es gibt bloß eine belastende Sache. Zuhause ist es sehr glücklich und lacht schon laut beim in die Luft gucken, draußen ist es aber gar nicht glücklich. Mein Kind hat schon immer den Kinderwagen verweigert, es schrie dann direkt ganz doll los. Und somit endeten alle Versuche mit dem Kinderwagen rauszugehen mit einer Rückkehr nach Hause NOCH IN DER SELBEN STRAẞE. Babytragen habe ich auch zwei verschiedene ausprobiert, aber auch da schrie mein Kind Zuhause beim reinmachen schon extrem drin und versuchte sich rauszuwinden, sich nach hinten zu werfen und zu überstrecken, sodass die Trage direkt wieder ausgezogen wurde und wir Zuhause blieben. Es ist so gut wie nicht möglich mit meinem Kind draußen zu sein. Ich hatte mich so auf Krabbelgruppen gefreut, aber an solche Sachen war/ist überhaupt nicht zu denken. Wenn man Glück hat, hält mein Kind 15 Minuten auf dem Arm aus, um eine kleine Runde Luft zu bekommen, bevor es sich auch da sehr überstreckt und runter will, laufen kann es aber noch nicht. Langsam bin ich verzweifelt, denn ich hatte vor vielen Monaten große Hoffnung rund um den ersten Geburtstag gesetzt, dass mein Kind dann draußen sein will, aber dem ist nicht der Fall. Zuhause ist es aber wie gesagt glücklich und lacht viel. Als die U6 anstand, konnte ich wochenlang vorher nachts nicht schlafen, da wir schonmal einen Kinderarztermin nicht antreten konnten, da es auf dem Fahrtweg so sehr vom Arm runter wollte und dadurch extrem schrie und ich somit nicht mit meinem Kind im Bus weiter Richtung Arzt fahren konnte und aussteigen musste und es hat sehr lange gedauert, bis mein Kind sich draußen beruhigte. Die Kinderärztin kann leider nicht viel hierzu sagen, da bei der Physiotherapie und Osteopathie anatomische Ursachen ausgeschlossen wurden. Kennen Sie so ein Verhalten, dass sich durch das ganze erste Lebensjahr gezogen hat und auch noch mit 12 Monaten überhaupt nicht abklingt? Könnte mein Kind potentiell irgendeine geistige Entwicklungsstörung haben, sodass es dieses Verhalten aufweist? Oder gilt dieses Verhalten noch als normal zu betrachten, was ich aber kaum denke, da es ja grundsätzlich nicht für beispielsweise U-Untersuchungen möglich ist, Hausbesuche von Kinderärzten zu bekommen und somit muss der Staat ja denken, dass es eigentlich möglich ist mit Babys/ Kleinkindern rauszugehen.... Ist meine einzige Hoffnung darauf zu warten, bis mein Kind gut läuft? Wie würden Sie sich in dieser Situation verhalten? Ich danke Ihnen ehrlich vielmals für Ihre Antwort, denn ich bin echt sehr traurig über diese Situation, da wir so gut wie gar nicht zusammen rauskommen (außer die 15 Minuten spazieren auf dem Arm, die klappen etwa bei 3 von 7 Malen ohne extremer Windung und Überstreckung). Außerdem gestaltet sich eines Tages der Kindergarten auch zum Problem, da wir wortwörtlich nicht hinkommen. Ich danke Ihnen. Mit freundlichen Grüßen HaSe
Liebe H., ich verstehe Ihre Verzweiflung! Und egal, was dahintersteckt: so darf es nicht weitergehen, weil es Sie und Ihr Kind massiv belastet. Was meint denn Ihr Kinderarzt dazu? Sie haben ja offensichtlich mit Physiotherapie und Osteopathie schon viel unternommen, und wie ging es dann dabei?? Aus der Ferne kann ich Ihre Situation leider nicht klären und kann Ihnen nur dringend raten, sich erneut Hilfe vor Ort zu holen. Sprechen Sie doch noch einmal vertrauensvoll - und gerne auch ohne Kind - mit Ihren Kinderarzt über Ihr Problem. Ideal wäre sicher eine Untersuchung in einem Sozialpädiatrischen Zentrum. Oder/und Sie wenden sich an einen Kinderpsychiater, der mit Ihnen gemeinsam klären kann, was dahintersteckt. Alles Gute!