Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Herpes

Frage: Herpes

SanBella

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Sehr geehrter Herr Dr Busse, seit gestern Abend habe ich einen Lippen Herpes. Leider habe ich dies erst bemerkt, als bereits Bläschen aufgetreten waren. Kurz vorher steckte mir mein Sohn seine Finger in den Mund und direkt danach in seinen. Er ist nun 1 Jahr alt. Bereits in der Schwangerschaft hatte ich einen Herpes. Nun zu meinen Fragen: Stimmt es, dass er dadurch bereits infiziert ist und ich keine so große Angst davor haben muss, dass er an der Mundfäule erkrankt oder ist das nur Humbug? Ab wann ist ein Herpes ansteckend? Ich nutze derzeit auch die Herpes Pflaster. Ist damit die Ansteckungsgefahr wirklich gen 0? Ich vermeide es derzeit ihn zu küssen, dass mir nicht an den mund oder wasche mir danach sofort die Hände und nach dem ich den herpes direkt versorge nehme ich auch noch mal Desinformationsmittel. Mir würde nun geraten nur noch mit mundschutz zu stillen und am besten auch zu Hause nur noch mit Mundschutz rum zu laufen. Ist das wirklich nötig oder eher übertrieben? MfG und einen schönen Tag


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe S., irgendwann kommt jeder mit Herpes simplex Viren in Kontakt, und es passiert entweder gar nichts oder die Kinder machen als Erstinfektion eine fieberhafte Mundfäule durch. Schwere Herpes Infektionen sind Gott sei Dank sehr selten. Natürlich sollte man die üblichen Hygienemaßnahmen einhalten, wenn man z.B. einen Lippenherpes hat, wie Hände waschen und nicht direkt schmusen. Alles Gute!


lena168

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Hallo, Vielleicht kann ich dir ein paar nützliche Informationen geben, bevor Dr. Busse antworten kann. Diese haben wir von Chefarzt unserer Kinderklinik erhalten. Er sagte uns, dass der Herpes bereits vor sichtbar werden der Bläschen theoretisch ansteckend sei und so lange bis die Krusten abfallen. Uns wurde empfohlen, im engen Umgang (Stillen/Wickeln) einen Mundschutz zu tragen, solange bis die Krusten abfallen, damit das Baby beim Stillen nicht aus versehen mit der Hand an die Läsionen kommt. Für unterwegs wurden uns Herpespatches empfohlen, die das Ansteckungsrisiko reduzieren sollen. Zum Austrocknen der Bläschen sollte man mehrmals täglich Octenisept auftragen. Vor dem wickeln etc sollte man sich gründlich die Hände waschen und diese anschließend desinfizieren. Die in der Schwangerschaft maternal übertragenen Antikörper seien leider nicht protektiv, da sich die Viren in der Zelle vermehren. So hatte es mir auch Prof. Dr. Wahn im anderen Forum hier erklärt. Und dass die gefürchtete Herpesenzephalitis in jedem Lebensalter auftreten kann und dann halt leider eine sehr seltene Komplikation wie bei allen Infektionskrankheiten darstellt. Diese Empfehlungen galten aber natürlich für den Umgang mit einem Neugeborenen. Dein Sohn ist ja bereits ein Jahr alt und da ist die Gefahr doch gar nicht mehr groß, so dass doch entweder gar nichts passiert oder eine Mundfäule auftritt. Der Chefarzt sagte auch, dass man Herpesinfektionen bei den Eltern natürlich nicht vermeiden kann und dass in den allermeisten Fällen zum Glück überhaupt nichts passiert, so dass man gar nicht so große Angst davor haben muss. Und bis zum 4. Lebensjahr sei praktisch jedes Kind mit Herpesviren in Kontakt gekommen. Die Durchseuchungsrate liegt immerhin bei 95%. Also ist fast jeder schon damit in Kontakt gekommen, nur dass halt nicht jeder rezidivierende Herpesinfektionen in Form von Lippenherpes etc zeigt. Liebe Grüße und alles Gute!


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