Harlekinchen
Hallo Dr. Busse, vor vier Tagen fiel unser Sohn (4 Jahre) unglücklich mit dem linken Arm auf der Treppe (auf die Treppenstufe). Da er den Arm die ganze Zeit anwinkelte und in Schonhaltung hielt, gingen wir am nächsten Tag zur Kinderärztin. Diese stellte fest, dass Sohn den Arm nicht ganz durchstrecken konnte, ihm diese Bewegung auch weh tat und dass das Ellenbogengelenk angeschwollen war und er seine Bewegungen aus dem Schultergelenk kompensiere. Da sie einen Bruch nicht ausschließen konnte, schickte sie uns ins nächste KH in die Kinderchirurgie zum Röntgen. Leider war die Röntgenaufnahme leicht verwackelt. Einen größeren Bruch konnte der Arzt ausschließen, auch stand der Knochen regelrecht zum Gelenk. Er konnte jedoch keine winzigen Splitter, Anrisse oder einen winzigen Bruch ausschließen, da die Aufnahme zu ungenau. Jedoch würde das Gelenk "nicht drohen auseinanderzufallen". Es könnte genauso gut auch nur eine Prellung o.ä. sein. Seine Empfehlung: wenn Kind den Arm ruhig halten kann, dann ruhig halten, kühlen und schonen - er dürfte bloß nicht wieder auf den Arm fallen (sonst könnte es sehr schlimm werden). Er würde empfehlen, Oberarm einzugipsen. Der Gips würde 2-3 Wochen dranbleiben, je nach Heilungsprozess. Wir vermuten, dass er das Eingipsen empfohlen hat, "um auf der sicheren Seite zu sein" - gerade weil man eben nicht die kleinen Details auf dem Röntgenbild sehen konnte. Daher haben wir es die letzten beiden Tage erstmal ausgesessen und unseren Sohn beobachtet. Stand heute: er macht alles mit beiden Armen, also auch schwere Dinge wie große Kisten anheben, sich irgendwo hochziehen mit beiden Armen usw. Allerdings ist das Gelenk noch etwas angeschwollen (das sieht man) und während er den Arm problemlos beugen kann, kann er ihn nicht komplett endgradig durchstrecken, nur zu 80-90% (geschätzt). Grundsätzlich hält er den Arm auch noch immer leicht angewinkelt in Schonhaltung aber nicht so stark wie noch vor 2 Tagen. Wir sind hin und hergerissen, ob wir den Arm eingipsen lassen sollen. Mein Mann meinte aus eigener Erfahrung aus der Kindheit, dass der Arm nach einem Gips lange braucht, um wieder Muskeln aufzubauen und man lange nicht gut etwas damit machen könnte. Daher hatten wir uns erstmal gegen das Eingipsen entschieden. Können Sie etwas dazu sagen, also bestätigen oder eher nicht? Würden Sie sagen, dass es sicherer ist, den Arm eingipsen zu lassen, weil der Schaden durch den Gips geringer ist als der Nutzen? Oder gibt es denn gar keine anderen Möglichkeiten, den Arm ruhig zu halten, durch Schiene oder Schlinge? Lieben Dank!
Liebe H., untersuchen und eine Diagnose stellen geht leider aus der Ferne nicht. Und ich kann Ihnen nur raten, Ihren Sohn erneut beim Kinderarzt untersuchen zu lassen. Alles Gute!
Sille74
Aus persönlicher Erfahrung (bzw. von meinem Sohn) würde ich auf jeden Fall zum Ruhigstellen tendieren. Ob man eingipsen muss, weiß ich nicht. Ich würde ja sagen, es reicht eine Schiene ... Mein Sohn hat den Ellenbogen "richtig" gebrochen. Er hatte zunächst ein paar Tage lang eine Schiene, weil Hoffnung bestand, dass das abgebrochene Stück am Knochen bleibt und wieder von allein festwächst. Das war aber leider nicht dee Fall und er musste letztendlich operiert werden mit Schraube (die ja auch wieder raus musste, also zweite kleine OP ...) und allem pi pa po ... Gips hatte er, glaube ich 8 Wochen lang oder so ... Das war alles ... schxxx ... Ich hätte von daher in Eurer Situation Angst, dass, wie's der Zufall so will, nochmals irgendetwas mit dem Arm passiert, und dann wäre der Knochen vielleicht durch, wenn eh schon etwas angeknackst ist, und dann: s.o. ... Ich fand auch, dass sich alles ziemlich schnell normalisierte, nachdem der Gips weg war. Kleine Kinder denken da gar nicht dran, dass der Arm ja geschwächt aein könnte wg. des Gipses und benutzen ihn einfach so, wie's geht. Da kommen die Muskeln schnell wieder ... Und auch mit dem Gips arrangieren sie sich gut ...
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