Kuhmilch - lieber nicht zu viel für kleine Kinder

Kuhmilch - lieber nicht für kleine Kinder

Milch ist gesund. Besonders Kleinkinder sollten regelmäßig Milch trinken. Das wurde bisher häufig pauschal so empfohlen.

 

Neueste Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Kuhmilch einen hohen Eiweißgehalt aufweist und deshalb in großer Menge für Kleinkinder nicht empfehlenswert ist.

Im Gegenteil, die hohe Eiweißzufuhr im Kleinkindalter kann möglicherweise sogar zu späterem Übergewicht führen. Experten warnen davor, Kleinkindern zu viel Kuhmilch zu geben. Kuhmilch enthalte zu viel Eiweiß und wenig andere wichtige Nährstoffe wie Eisen, Jod und Vitamin D, so die Erklärung. Nach aktuellen Studien spiele die erhöhte Eiweißaufnahme in späteren Jahren eine entscheidende Rolle für erhöhtes Körpergewicht. Danach fördere eine solche Ernährung im Kleinkindalter das Risiko an Übergewicht zu erkranken.

Zuviel Eiweiß macht dick

Speziell für die frühkindliche Entwicklung ist die richtige Zusammenstellung von Proteinen, Nährstoffen und Spurenelementen sehr wichtig. Der Gehalt an Eiweiß in Kuhvollmilch liegt mit 3,38g/100ml schon in einem bedenklichen Bereich. Mit der vom Forschungsinstitut für Kinderernährung empfohlenen täglichen Verzehrsmenge von 300ml werden bereits 70 Prozent des gesamten täglichen Proteinbedarfs gedeckt. Der übermäßige Konsum von weiteren eiweißhaltigen Lebensmitteln wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Eiern und anderen Milchprodukten führt dazu, dass die Eiweißzufuhr bei Kleinkindern in Deutschland bis zu dreimal höher ist, als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Werte. Und zuviel Eiweiß macht dick.

Im Rahmen der seit 1985 laufenden Langzeitstudie "DONALD" des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund konnte nachgewiesen werden, dass einjährige Kleinkinder mit einer hohen Proteinzufuhr im Alter von sieben Jahren einen höheren BMI (Body mass index) aufweisen, als Kinder mit konstant niedriger oder wechselnder Proteinzufuhr. Auch andere internationale Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen hoher Proteinzufuhr im Kleinkindalter und einem erhöhten Übergewicht-Risiko im späteren Lebensalter hin.

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Ernährung und Hormone

Unter einer hyperkalorischen, eiweißreichen Ernährung kommt es im Stoffwechsel zu messbaren Veränderungen: Bei Kindern steigt die Konzentration von IGF-1 (Insulin-like growth factor) im Blut an. Dieser Wachstumsfaktor stimuliert nicht nur das Längenwachstum sondern auch das Wachstum des Fettgewebes durch die Bildung von Fettzellen. IGF-1 regt die Zellteilung von Vorläuferzellen an, die dann in der Folge neue Fettzellen bilden.

Kuhmilch: Inhaltsstoffe nicht kindgerecht

Unbestritten ist: Kuhmilch fungiert als ein wichtiger Nährstofflieferant für Kleinkinder - insbesondere für eine Versorgung mit Calcium ist Kuhmilch verantwortlich. Trotzdem enthält Kuhmilch einige wichtige Nährstoffe nicht in einer ausreichenden Menge, um Kleinkinder optimal mit all dem zu versorgen, was sie in der wichtigen Wachstums- und Lernphase brauchen.

So ist der Eisengehalt in Kuhvollmilch zu gering, um den Bedarf eines Kleinkindes zu decken, der für die körperliche und intellektuelle Entwicklung wichtig ist. Ebenso verhält es sich mit der Versorgung des für gesunde Knochen und Zähne wichtigen Vitamin D. Auch die Unterversorgung mit Jod ist ein in Deutschland großes Problem. Jod ist wichtig für die Funktion der Schilddrüse und in Kuhmilch nur in Spuren enthalten - zu wenig, um Kleinkinder mit der notwendigen Menge an Jod zu versorgen, die sie für ihre geistige Entwicklung brauchen. Zu einer gesunden Ernährung gehören auch mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die aber in normaler Kuhvollmilch nur in geringem Maße vorhanden sind. Sie sind für die Entwicklung von Gehirn- und Nervenzellen gleichfalls von großer Bedeutung und können vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Die DONALD-Studie kann auch hier nachweisen, dass die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren bei zwei bis dreijährigen Kindern zu niedrig ist.

Zukunft der Milch in der Kinderernährung: Neue Wege zur optimalen Versorgung

Um die optimale Ernährung von Kindern zu gewährleisten, sollte die Eiweißzufuhr beschränkt bleiben. Dazu ist es vor allem wichtig, dass Milch ab 1 Jahr nicht mehr den wesentlichen Teil der Ernährung darstellt und die Kinder ganz normal mit der Familie am Tisch mitessen. Je nach Ernährungsgewohnheiten in der Familie kann es sinnvoll sein, statt normaler Kuhvollmilch eine speziell auf die Bedürfnisse von Kleinkindern angepasste "Kindermilch" anzubieten.

Als Grundlage für diese, im Handel angebotene Kindermilch dient Kuhmilch, der aber ein Teil des Eiweißgehaltes entzogen wurde. Zudem wird Kindermilch mit Eisen, Jod, Vitamin D und der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure in genau abgestimmter Menge angereichert. So wird der Bedarf an diesen lebens- und entwicklungsnotwendigen Nährstoffen sicher gedeckt. Untersuchungen zeigen, dass spezielle Kindermilch zu einer Verbesserung der Ernährungssituation führen kann. So unterstützt sie eine optimale kleinkindgerechte Versorgung, die zu einer positiven Gewichtsentwicklung des Kindes mit beiträgt.

Zuletzt überarbeitet: April 2019

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