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Mutterrolle nicht annehmen

Mutterrolle nicht annehmen

Stern1122

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Hallo an alle, ich bin schwanger. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft hatte ich sehr gemischte Gefühle und habe über einen Abbruch nachgedacht. Aus verschiedenen Gründen konnte ich es nicht. Ich habe versucht die Schwangerschaft zu akzeptieren, aber merke immer mehr, dass ich die Mutterrolle nicht möchte. Ich hatte ein romantisiertes Bild, aber die Realität, die ich in meinem Umfeld erlebe möchte ich nicht. Mittlerweile habe ich eine Abneigung gegen das Baby in meinem Bauch, auch wenn das für mich selbst schwer zu ertragen ist, da das Kleine nichts dafür kann. Ich kann meine eigenen Gefühle leider nicht ändern, auch wenn ich das gerne würde. Der Papa möchte die volle Verantwortung übernehmen und ich würde nach der Geburt versuchen die Rolle anzunehmen, bin mir aber sicher, dass es nicht gut gehen wird und er die Erziehung alleine übernehmen wird. Ich bin bereits in Therapie und es kristallisiert sich von Termin zu Termin mehr raus, dass ich keine Mama sein möchte. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass ich mich vom Papa + Kind trennen werde. Aus meiner Sicht ist es das Beste für ein Kind nicht mit einem Elternteil aufzuwachsen, welches gar kein Elternteil sein möchtet. Ich bin mir sicher, dass Kinder sehr genau spüren, ob sie wirklich geliebt und gewollt werden oder ob das mehr gespielt/erzwungen ist. Ich mache mir viele Gedanken darüber wie es für mich weitergehen soll. Könntet ihr eurer Freundin „verzeihen“ und weiter mit ihr befreundet sein? Ich habe Angst vor Verurteilung im Familien- und Freundeskreis und davor, dass ich mir alleine weit weg neu anfangen muss. Ich hoffe ich werde hier nicht zerrissen. Die letzten Monate waren die schwersten, die ich erlebt habe und mir fällt es sehr schwer darüber zu sprechen.


die_ente_macht_nagnag

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Antwort auf Beitrag von Stern1122

Als verantwortungsvoller Mensch sollte man die Folgen seines tuns tragen und aushalten können. Dein (Ex)Partner und du scheinen eine Lösung für die aktuelle Situation gefunden zu haben. Solange du nicht beschließt den Kontakt völlig einzustellen und weit weg zu ziehen, kann frau auch mit Abstand am Leben ihres Kindes teilnehmen. Die Leute werden sich daran gewöhnen. 


Pinguina1

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Ich habe großen Respekt vor so einer verantwortungsvollen Entscheidung! Wenn ein Mann entscheiden würde, dass er die Erziehung der Frau überlässt, dann würde kein Hahn danach krähen. Für mich sind Männer und Frauen gleichberechtigt, also hast du als Mutter genauso das Recht, eine passive Rolle in der Erziehung zu spielen. Wichtig für ein Kind ist es, von mindestens einer Person geliebt zu werden. Ob das die Mutter, der Vater oder sonst irgendjemand ist, ist egal. Wichtig ist auch, dass das Kind über seine Wurzeln aufgeklärt ist. Dein Kind sollte also wissen, dass du die Mutter bist. Im Idealfall habt ihr auch ab und an Kontakt, wenn das Kind das wünscht.  Vielleicht ergibt es sich ja auch mit der Zeit, dass ihr euch regelmäßig seht, weil es für euch beide passt. Als Freundin wäre es mir relativ egal, was du machst. Hauptsache, es tut dir gut! Persönlich finde ich es immer besser, ein Kind zu bekommen, als es abzutreiben (aber das ist meine ganz persönliche Meinung, ich habe auch Verständnis, wenn Frauen das nicht können). Ich bin dir also sehr dankbar, dass du dieses Leben nicht einfach beendet hast. Und dass du deinen Körper für ein neues Leben zur Verfügung stellst, dass es ohne dich nicht gäbe! Wäre ich eine Verwandte von dir, würde ich mir wahrscheinlich Kontakt zum Kind wünschen (als Oma, als Tante,…). ich würde mich also freuen, wenn du mir den Kontakt ermöglichen würdest. Jetzt kenne ich natürlich deine Verwandten nicht; sollten die total schrecklich sein, hättest du auch jedes Recht, den Kontakt zu unterbinden. Wenn dein Kind aber eines Tages danach fragt, solltest du ihm ermöglichen, auch diese Seite der Familie kennen zu lernen.


manu71

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Liebe Stern1122, man kann wahrscheinlich kaum ahnen, was du in den letzten Monaten durchgemacht und durchgestanden hast. Alle Achtung, es muss viel Herzens- und Gedankenarbeit für dich gewesen sein und noch weiterhin sein 🫶 Dass du für dich wahrgenommen hast, dass du trotz allem behältst, ist ebenfalls eine enorme Leistung!  Ja, Gefühle lassen sich nicht so ohne weiteres ändern. Wenn sie erst einmal sein dürfen, kann es eine erste Entlastung sein. Vielleicht erlebst du es so ähnlich in der Therapie. Ist die oder der Therapeut/in auf das Thema Schwangerschaft spezialisiert? Was war da für dich wichtig? Was hat dir geholfen? Eine weitere gute Adresse ist Profemina mit sehr feinfühligen Beraterinnen. Die Beiträge auf der Seite sind für sich gesehen auch sehr informativ. Du machst dir viele Gedanken, wie es für dich dann nach der Geburt weitergeht und wie dein Umfeld reagieren wird. Steht der Entbindungstermin denn schon bald an? Es ist verständlich, dass du Angst hast, dass dein Umfeld dich verurteilen könnte. Dabei brauchst du gerade jetzt ein offenes Ohr und Herz.  Manchmal ist es genug, wenn man von Tag zu Tag geht.  Es ist mutig, dass du hier schreibst 💖 Alles Liebe für dich!


Hexhex

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Hallo, oje, das ist psychisch wirklich eine sehr schwierige Situation. Ich glaube, dass die Ablehnung deines Babys etwas mit Ablehnung durch deine eigene Mutter zu tun hat, die vielleicht auch keine Kinder wollte und sich das nicht eingestehen wollte. Es fällt auch sehr auf, dass du dich nicht nur von deinem Kind, sondern auch von deinem Partner trennen willst – denn dafür gibt es ja eigentlich keinen Grund. All das klingt für mich nach einer Art panischem Fluchtreflex, verursacht durch ein recht schweres Kindheitstrauma. Das heißt aber auch, dass du hier keine freie, souveräne und erwachsene Entscheidung triffst – was aber wichtig wäre. Sondern dass du aufgelöst und kopflos wegläufst. Und das ist ein kindliches, unausgereiftes Verhalten (ist nicht böse, sondern psychologisch gemeint!) und daher für eine erwachsene Frau nicht gut. Denn Weglaufen löst Probleme nur zum Schein, sie holen einen immer ein, denn sie sind schneller als man rennen kann. Auch dein Kind wird dich eines Tages einholen, denn es wird wissen wollen, wo, wie und wer seine Mutter ist, wird dich über die Behörden problemlos finden und wird dich eines Tages mit hoher Wahrscheinlichkeit konfrontieren.  Wegzulaufen schafft dein Kind und eure Beziehung nicht mehr aus der Welt. Deshalb fände ich es wichtig, adäquat und erwachsen zu reagieren. Das kann auch heißen zu erkennen: Es geht nicht nur um dich. Es geht auch ums Kind. Ein Kind braucht beide Eltern, da beißt die Maus keinen Faden ab. Wenn die Mama fehlt, ist das auf jeden Fall ein großes Defizit für ein Kind. Spätestens in Kiga und Schule sieht es: Alle haben eine Mama, nur ich nicht. Das ist schlimm. Klar überlebt ein Kind das irgendwie, aber es bleibt immer eine Leerstelle im Leben, ein Schmerz. Vielleicht ein ähnlicher Schmerz, wie du ihn bei deiner eigenen Mutter empfunden hast. Solche Dinge werden oft wiederholt, wenn man sie nicht auflöst. Ich würde daher an deiner Stelle versuchen, mit dem Therapeuten zusammen einen Kompromiss zu finden. Es gibt im Leben nie nur die Alternative ganz oder gar nicht. Es gibt immer Mittelwege. Ein Mittelweg könnte auch so aussehen, dass du eine kleine Rolle im Leben deines Kindes hast, keine große. Dass also dein Partner die Hauptbezugsperson ist. Und dass du dich nicht von deinem Freund trennst, nur weil ihr ein Kind bekommt. Versuche wirklich, nicht in ein frühkindliches Vermeidungsverhalten zu rutschen. Das ist nur auf den ersten Blick einfacher. In Wirklichkeit ist es weder heilsam noch zukunftstauglich. Ich würde versuchen, Ruhe zu bewahren und mit Freund und TherapeutIn einen gangbaren, vorsichtigen, für dich zu schaffenden Weg zu finden. Für dich, damit du deine Angst und das versteckte Lebensthema wirklich löst. Und für dein Kind, weil es dich braucht – und wenn du nur als Nebenfigur in seinem Leben stattfindest. Alles Liebe für dich und lauf vor deinen Konflikten nicht länger weg! Das hat noch niemanden geheilt und noch kein einziges Problem wirklich gelöst, ganz im Gegenteil. Sei mutig! 💚


Cindy04

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Hallo, dass du Angst hast, dass du hier zerrissen werden könntest, geht mir echt nahe 🫶 Wie du dich mühst, damit du das Baby auf die Welt bringst, diese persönliche Leistung lässt dich über dich selbst hinauswachsen. Es ist deine momentane Lebensleistung.  Tiefenpsychologische Deutungen aus deinen Zeilen zu tätigen, finde ich hier vorschnell. Als Hilfe gedacht können sie doch zu sehr einschränken. Wenn du noch hier liest, magst du vom romantisierten Bild vom Mutter-Sein du hattest und welche Realität du in deinem Umfeld erlebst? Beides gehört zu deinem Weg und ist wichtig. Du schreibst, „Stand jetzt...“ – ja, versuche dich in keine Richtung festlegen zu lassen, sondern offen für Entwicklungen zu bleiben. Du musst jetzt gar nichts. Es darf so sein. Beim Menschen sind immer Veränderungen möglich.  Wie könnte es dir gelingen, dass du ein bisschen innerlich zurücktrittst und den Druck abschüttelst (auch in echt mit deinem Körper machst ☺️) - und dich so frei machst von den Erwartungen? Was ist dir sonst im Leben wichtig, was machst du gerne – und gut? Das alles gehört zu dir und soll gewürdigt werden 🤗 Dass du mit deinen Gedanken und Emotionen nicht alleine bist, zeigt, was eine Frau in einem Buch geschrieben hat: Geburt einer Mutter. Genau diese Emotionen werden angenommen und erklärt. Vielleicht ist es dir eine Hilfe für deinen Weg. Alles Liebe für dich!