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BERLIN (MedCon) – Viel hilft nicht immer viel – diese Volksweisheit scheint auch für die Kinderwunschbehandlung zuzutreffen. Denn, so berichteten jetzt schwedische Mediziner auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (= European Society of Human Reproduction and Embryology, ESHRE) in Berlin: Die Chancen für eine Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung (IVF) können durch das Einpflanzen von zwei befruchteten Eizellen nicht wesentlich erhöht werden. Für die Studie, die am Sahlgrenska-Universitätskrankenhaus in Göteborg ausgeführt wurde, standen Daten von 36-jährigen Frauen aus Schweden, Norwegen und Dänemark zur Verfügung. Dr. Ann Thurin befragte zusammen mit Kollegen 661 von ihnen und stellte fest, dass die Erfolgsquote im Falle des Einpflanzens von zwei Eizellen 43,5 Prozent betrug, beim Einpflanzen einer einzelnen befruchteten Zelle aber mit 39,7 Prozent fast gleich hoch lag. Ärzte empfehlen derzeit bei der künstlichen Befruchtung häufig das Einpflanzen von zwei oder mehr Eizellen, weil sie dadurch die Erfolgschancen erhöhen wollen. Als Erfolg bei der künstlichen Befruchtung gilt, wenn sich die Eizelle in der Gebärmutter einnistet und die Schwangerschaft beginnt. Die Ergebnisse der Studie zeigen laut Thurin nun jedoch, dass eine In-Vitro-Befruchtung mit zwei und mehr Embryonen fragwürdig ist. Vielmehr berge dies die Gefahr von Mehrfach-Schwangerschaften, die häufig Komplikationen mit sich brächten. Viele Mehrlinge haben nach der Geburt meist Gewichts- und Entwicklungsprobleme. Liebe Grüße dani