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Was ist PCO? Das Syndrom der polyzystischen Ovarien (=PCO-Syndrom) ist kein eigenständiges Krankheitsbild, auch wenn viele Gynäkologen dies gerne vereinfachend behaupten. Polyzystisch heißt "viele Zysten" und damit wird der Zustand der Eierstöcke beschrieben. Diese "Zysten" der Eierstöcke sind jedoch keine echten Zysten. Es handelt sich hierbei um viele kleine Eibläschen, die nicht heranreifen können und vorzeitig verkümmern. Das PCO-Syndrom ist also kein neues Syndrom, sondern lediglich eine etwas ausgeprägtere Form der in diesem Kapitel beschriebenen Problematik. Es kommt fast immer zu einem völligen Ausbleiben der Regelblutung oder zumindest deutlich verlängerten Zyklen, weil der "Taktgeber", nämlich Eizellreifung und Eisprung nicht mehr vorhanden sind. Die Eierstöcke sind meist vergrößert und es lassen sich weitere hormonelle Besonderheiten feststellen. Bei einem ausgeprägten PCO-Syndrom ist der Wert des eisprungauslösenden Hormons (LH) regelmäßig erhöht. Aufgrund der in dem Kapitel "erhöhte männliche Hormone" beschriebenen "Zweizelltheorie" kommt es dadurch zu einer verstärkten Synthese von männlichen Hormonen auch im Eierstock. Diese werden bei den oft (nicht immer!) übergewichtigen Frauen im Fettgewebe zu Östrogenprodukten umgewandelt, welches dann wieder zu einer erhöhten LH-Produktion führt, da die Hirnanhangsdrüse wegen der Östrogene nun meint, den Eisprung auslösen zu müssen. Es entsteht also ein Kreislauf, aus dem ohne medikamentöse Therapie kein Ausweg gefunden werden kann (es sei denn, durch Gewichtsreduktion, falls ein Übergewicht besteht). Es gibt auch Hinweise darauf, daß eine Störung im Zuckerstoffwechsel ein Grund für die Entstehung des PCO sein könnte. Bei der sogenannten Insulinresistenz wirkt dieses von der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon nicht ausreichend an den Rezeptoren der zuckerverarbeitenden Gewebe. Wegen der Ähnlichkeit des Insulins mit dem "Insulin-like Growthfactor (IGF)", der maßgeblich an der hormonellen Steuerung des Eierstocks beteiligt ist, kommt es bei einem Insulinüberschuß zu Störungen der Eierstocksfunktion. Der Überschuß des Insulins entsteht, weil das zuckerverarbeitende Gewebe ja nicht ausreichend auf das Insulin reagiert und die Bauchspeicheldrüse zum Ausgleich mehr von diesem Hormon ausschüttet. Solche Zusammenhänge entstehen ebenfalls bei übergewichtigen Patientinnen häufiger als bei schlanken Frauen. Die Therapie kann neben den unten aufgeführten daher auch in der Verabreichung insulinsenkender Medikamente bestehen. Therapie des PCO-Syndroms Da es das Syndrom der Polycystische Ovarien (PCOS) eigentlich nicht gibt, sondern nur eine Ansammlung von Symtomen, die verschieden stark ausgeprägt oder gar nur gelegentlich auftretend unter diesem Begriff zusammengefasst werden, gibt es auch nicht die Therapie. Das therapeutische Vorgehen muß also unbedingt individuell an die Ergebnisse der Diagnostik und die Symptome angepasst werden und auch an die jeweilige Zielsetzung. Letztere kann z. B. bei Kinderwunsch eben eine völlig andere sein als ohne. 1. Beseitigung möglicher Ursachen - Übergewicht: Sehr häufig liegt dem PCO-Syndrom als einzige Ursache ein Übergewicht vor. Dies führt bei ausreichender Verminderung des Körpergewichts oft dazu, daß sämtliche evtl. vorhandenen Begleitsymptome (Zyklusunregelmäßigkeiten, erhöhte männliche Hormone und insbesondere die Insulinresistenz) ganz oder zumindest zum Teil verschwinden. - Insulinresistenz: Oft im Zusammenhang mit Übergewicht auftretend, kann sie also bereits durch Gewichtsabnahme beseitigt werden, sollte dies nicht ausreichend sein, sind zusätzliche medikamentöse Massnahmen (z. B. Metformin) notwendig - erhöhte männliche Hormone: da diesen gelegentlich eine Störung der Cortisol-Produktion des Körpers (adreno-genitales Syndrom: AGS) zugrunde liegt, sind gering dosierte Cortisongaben oft in der Lage, diese abzusenken (z. B. Dexamethason oder Prednisolon). Gelegentlich wird auch eine "Pille" eingesetzt, deren Gelbkörperhormonanteil antiandrogen wirkt. Behandlung der Symptome mit Kinderwunsch Hier geht es nicht nur darum, die Blutung herbeizuführen, sondern das zugrundeliegende Fehlen des Eisprungs zu beheben. Wenn die unter Punkt 1 genannten Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen Eisprung herbeizuführen, dann müssen darüber hinaus auch noch Hormone zur Stimulation der Eierstöcke gegeben werden. Das Mittel der ersten Wahl ist hierbei das Clomifen, wenn dies nicht ausreicht, dann können auch Spritzen gegeben werden (hMG oder FSH), gelegentlich auch im Zusammenhang mit einer sogenannten Downregulation zur Unterdrückung der erhöhten LH-Spiegel. Oft wird auch hier zunächst mit einer "Antibabypille" vorbehandelt, um die überaktiven Eierstöcke ruhigzustellen. Diese Behandlungen sind oft langwierig und nicht nebenwirkungsfrei, jedoch sind die Chancen auf eine Schwangerschaft gut, wenn ein Eisprung erreicht werden kann. Operation: Früher wurde das PCOS weniger als ein schwerpunktmäßig hormonelles Problem angesehen wie es heute der Fall ist, sondern als eine organische Besonderheit der Eierstöcke. Auffallend ist ja auch die oft deutliche Vergrößerung der Ovarien und die Verdickung der Kapsel der betroffenen Organe. Daher waren die ersten Maßnahmen zur Wiederherstellung der Eierstocksfunktion operativer Natur. Es wurden sogenannte "Keilexzisionen" durchgeführt, also ein größeres Stück des Eierstocks enfernt. Dadurch wurde die Größe der Ovarien normalisiert und die Zahl der unreifen Follikel reduziert. Und in der Tat führte diese eher brachiale Therapie dann oft auch zu einer Normalisierung der Funktion der Eierstöcke bis hin zu Eisprüngen und Schwangerschaften. Der Effekt dieser Maßnahmen ist aber immer nur vorübergehender Natur, da es an den zugrundeliegenden Störungen nichts ändert. Allerdings ist es heute möglich, einen ähnlichen Eingriff im Rahmen einer Bauchspiegelung durchzuführen. Hierbei wird dann aber kein Gewebe aus dem Eierstock entfernt, sondern es werden mit einer Nadel - welche mit Strom erhitzt wird - die an der Oberfläche liegenden kleinen Follikel "angepiekst" und durch Hitze zerstört. Auch hierbei kommt es durch die Verminderung der Zahl der kleinen Follikel oft zu einer vorübergehenden Normalisierung der Eierstocksfunktion. weiß jetzt net ob des soooo ganz richtig ist! Wollte des mal hier rein stellen, fals bei irgend jemand mal die frage auftauch, was des ist!