Elternforum Bitte noch ein Baby

...die Uhr tickt und er hört sie nicht

...die Uhr tickt und er hört sie nicht

Distel

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Hallo, irgendwie fühle ich mich ziemlich allein. Ich bin 37 Jahre alt, habe einen 8jährigen Sohn und seit 3 Jahren einen Freund. Wir wohnen nicht zusammen, haben sogar getrennt voneinander dieses Jahr eine neue Wohnung bezogen und fahren öfters mal beziehungstechnisch Achterbahn. Insgeheim wissen wir, dass wir mal Kinder wollen, doch ist das Zusammenziehen erst nächstes Jahr geplant, das Diplom muss er auch noch machen (trödelt seit Jahren rum) und DANN - er ist auch altmodisch - können wir über Kinder nachdenken. Mein Sohn (ich bin alleinerziehend) wird bald 9 und ich fühle mich langsam zu alt, um möglicherweise mit 40 noch ein Kind in die Welt zu setzen. Ich wünsche mir schon lange ein Nest, eine Familie, gemeinsamen Nachwuchs, doch er hält mir dann immer vor, dass unsere Beziehung nicht dauerhaft stabil ist. Und das stimmt, aber mir fehlt einfach was und das hat noch nicht mal mit Gefühl zu tun, sondern mir fehlt ein gemeinsames Kind, ein Nest, ein Hafen, ein Zuhause. Irgendwie lebt jeder sein Leben, nächstes Jahr muss ich wohl wieder den Job wechseln und hab es so satt mein Leben durchzuorganisieren, zu planen und für Sicherheit zu sorgen. Irgendwie möchte ich mich auch mal zurücklehnen - am liebsten in den Schoß der Familie und Zentrum des Ganzen zu sein. Teilen, Verantwortung abgeben, gemeinsam planen und an einem Strang ziehen. Wisst ihr, ich hatte vor kurzem ein wirklich schönes Radwochenende mit ihm, aber ich habe den blauen Himmel und die Sonne über mir gehabt und doch war ich traurig, weil mir etwas fehlt. Mein Sohn ist damals "einfach so" entstanden, wir wollten beide ein Kind. Leider hielt es nur 3 Jahre, doch ich bin ihm unendlich dankbar für diesen Sonnenschein in meinem Leben. Ich leide auch darunter, dass ich für ihn diese Verantwortung fast alleine trage und ich möchte das auch nicht nochmal erleben bzw. zerstören. Von daher weiß ich, dass es gut überlegt sein muss. Ich hatte schon mehrere Anläufe meinem Freund meinen (Kinder-)Wunsch zu vermitteln und dass es mich unglücklich macht (jeden Tag). Er weiß es (aus zahlreichen Mails), aber bisher haben wir uns darübe rnoch gar nicht ausgesprochen. Er scheint auf eine Aussage von mir zu warten, aber ich bin so müde und in mir drin so frustriert und deprimiert. Ich sehe andere Babys, glückliche Mütter, runde Babybäuche und ich bin traurig, traurig, traurig,,, Habe schon oft Schluss gemacht, weil ich nicht weiter weiß, doch ich hänge an ihm, 3 Jahre meines Lebens will ich auch nicht einfach so wegwerfen, aber es geht nicht voran...ich leide...und denke immer wieder daran Schluss zu machen... Es gibt noch so viel (zu jammern), aber könnt ihr mir mal einen Rat geben? Oder seid ihr in einer ähnlichen Situation? Danke schon mal, bin echt dankbar für ehrliches Feedback. Distel


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Distel

Du möchtest dich zurücklehnen, verständlich, wenn man wie Du bisher alles alleine wuppen musste. ABER: du schreibst selber, dass es mit DIESEM Mann wohl eher nix wird mit dem zurücklehnen, eher noch anstrengender. Denn wenn da ein Baby ist und die Beziehung schon ohne Nachwuchs UND ohne gemeinsames Alltagsleben eher unstabil ist dann lass die Uhr ticken. Dann geniesse doch dein unabhängiges Leben mit deinem grossen Kind und mach dich nicht abhängig (denn das lese ich heraus: du bis das Zentrum , sprich die Mutti die Heim und Herd in Schuss hält und er soll euch versorgen). Oder warte noch ab, zieht erstmal zusammen und prüft wie es läuft. ER sieht es realistisch und bezweifelt eine stabile Beziehung. DU hingegen hast eine Traumvorstellung (alle sind schwanger ,alle Mütter glücklich ?? Aha...)


anneliese77

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Hallo! Ich kenne diese Gedanken...Wenn man stark genug wäre, müsste man die Beziehung beenden, weil sie einem eben doch nicht das gibt, was man sich wünscht...eine richtige Familie. Was aber dann? Erstens ist man dann wieder ganz allein und es bleibt offen ob man den richtigen Partner jemals finden wird. Die Zeit bleibt unterdessen auch nicht stehen. In diesen Verhältnissen ein Kind zu bekommen ist nicht optimal. Deshalb solltest du dich fragen, warum der Wunsch nach einem Baby da ist. Wenn der Grund ist, dadurch eine heile Familienwelt herzuzaubern, dann wird dich die Realität spätestens in der Frühschwangerschaft einholen. Ich glaube, wenn die Beziehung so instabil ist, dann muss man vom schlimmsten ausgehen und überlegen, ob man auch ohne perfekte Familienkonstellation noch ein Kind bekommen möchte oder kann. Auf eine Metamorphose beim Mann zu hoffen, ist waghalsig. Viele Grüße, A.


Distel

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Erstmal vielen Dank für Euer ernstgemeines, sachliches Feedback. Wahrscheinlich habt ihr sogar beide Recht, das blöde ist einfach, dass Kopf und Bauch sich nicht einig sind - sicherlich kennt das hier jeder. Vernunft und Gefühl oder Engelchen und Teufelchen sind sich nicht einig - es ist ein ewiger Kampf. Ich habe auch keine Ahnung, wie ich diesen Knoten in meinem Kopf/Bauch mit meinem Partner lösen kann - ich habe das Gefühl, es ist einfach eine totale Blockade, weil ich mir einfach ein Kind wünsche und sich das manifestiert hat. Mir rennt die Zeit weg, ich will nicht mit 40 Jahren noch Kinder kriegen, eigentlich hätte ich das schon viel früher gerne abgeschlossen. Dieser blöde Film ist da in meinem Kopf und es will sich einfach nicht im wirklichen Leben einstellen - wie kriege ich das wieder raus? Wie kann ich mich da umprogrammieren? Mein Partner will bald mit mir darüber reden, aber ich weiß einfach keine Lösung:-( Es macht mich einfach traurig.


mutsch71

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Hallo Distel, was spricht eigentlich dagegen mit 40 Jahren nochmal Mutter zu werden?? Ich habe 2 Söhne im Alter von 21 und 19 Jahren und insgeheim habe ich mir immer noch ein Kind gewünscht....aber mit 40 ??? Es hat nie geklappt bei uns und irgendwie hatte sich mein Partner auch dagegen gestämmt. In meiner neuen Beziehung haben wir über dieses Thema gesprochen, ein Ja und doch ein Nein, ach doch ja...immer wieder durchgekaut. Wir haben uns für ein gemeinsames Kind entschlossen und unser Sohn ist in Februar 2012 auf die Welt gekommen, ich war 40, mittlerweile 41 Jahre. Nach 7 Monaten kann ich sagen, das wir sehr ausgeglichene und ruhige Eltern sind, was sich auch auf Richard auswirkt. Es war die beste Entscheidung, die wir getroffen haben. Sei lieb gegrüßt von Ute


Charly0815

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Liebe Distel, dass Du solche Beiträge schreiben musst tut mir sehr leid. Allerdings befürchte ich, dass Du Dir von einem gemeinsamen Kind mit Deinem Freund zuviel versprichst. Du schreibst viel von Nest, Hafen, Teilen, Verantwortung abgeben. Dafür ist aber ein Kind der falsche Ansatz! Es klingt so, als sollte das Kind eher Deinen Freund an Dich binden und Dir so die heile Familie ermöglichen, die Du Dir wünschst, obwohl Ihr zwei das ohne Kind im Moment nicht schafft. Ein Hafen sollte Dein Freund bereits und erst Recht JETZT für Dich sein, ohne gemeinsamen Nachwuchs. Ein Nest müsstet Ihr JETZT bauen, denn Kinder taugen als 'Kitt' für den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft leider so überhaupt nicht. Wie oft stehen Mamas in absolut stabilen Verhältnissen mit der Geburt eines Kindes plötzlich alleine da. Und obwohl meine Kinder einen Vater haben, der -mag er auch viele Schwächen haben- wirklich ein fantastischer Vater ist, sich Zeit nimmt und mir als Mutter versucht viele Freiheiten einzuräumen, so habe trotzdem auch ich an manchen Tagen das Gefühl, dass alle Last der Welt auf meinen Schultern liegt. Ich weiß nicht, ob Du den richtigen Mann hast und ich kenne Dein Leben kaum und kann alle Deine Wünsche nur zu gut nachvollziehen, aber ich rate Dir nochmal in Ruhe darüber nachzudenken, ob Dir wirklich ein Kind fehlt, oder einfach nur die Geborgenheit einer stabilen Beziehung und Familie. Alles Gute!!!