Fay76
Ich möchte euch von einer Geschichte erzählen die ich selbst miterlebt hab. Es ist mir nicht selbst passiert, aber einer langjährigen guten Bekannten. Sie und ihr Mann haben vor etwas mehr als 9 Jahren geheiratet und fast genauso lang wünschen sie sich ein Baby. Meine Bekannte hat schon in jungen Jahren viel durchgemacht. Unzählige Zysten, eine FG von der ich weiß. Nach den ersten Jahren wo es nicht klappte bekam sie Clomi ohne gründlichen Check vor. Hab ihr nahegelegt das sie den Arzt wechseln soll. Dann war das Spermiogramm mal nicht so dolle. wurde aber nach AB wieder besser. Und es klappte weiter nicht. Ich weiß nicht mehr in welcher Reihenfolge es war, aber es folgten noch ICSI und Eileiterdurchspülung. Bei letzterem stellte sich heraus das die eine Eileiter so verwachsen ist das nix mehr geht. Bei der anderen nur bedingt. Schöner Mist! Ende des vergangenem Jahres ging es dann los. Als wir nach Weihnachten bei ihren waren, berichtete sie das ihr Unterbauch so hart sei und man sah eine kleine Wölbung an ihrem sonst sehr schlanken Bauch. Im Jan. war sie bei ihrem Gyn, aber Bluttest war negativ. Bis Ende Feb. wuchs der Bauch sichtlich. Sie hatte Blutungen, aber nicht so stark wie sonst und auch nicht so lang wie gewöhnlich. Hatte ihr Mutter damals bei ihr auch bis zum 5.Monat. Sie war sich nicht sicher ob sie nun schwanger war oder nicht. Immerhin sagte ihre Wahrsagerin immer, sie ist jetzt schwanger. Und das sie alle mögliche und unmöglichen Symptome hatte, war ihre Hoffnung extrem groß. Es gab kaum ein anderes Thema bei ihr. Eine Zeit lang hab ich selbst angenommen sie ist schwanger. Aber nach dem der Bauch in meinen Augen nicht mehr so wuchs wie es erwartet werden würde. Und auch keine der anderen FA's ihr eine SS bestätigen wollte (sind ja alle unfähig gewesen) und wuchs in mir der Verdacht das sie sich das "einredet". In ihren Augen wuchs der Bauch immer mehr, sie spürte Kindsbewegungen. Und egal was ich dagegen sagte, war ihr Kommentar, sie wisse was in ihrem Körper vor geht. Als dann auch noch ein FA ihr eine erhöhten Prolaktin nachwies, war es für sie mehr oder weniger die Bestätigung das sie schwanger ist, den die Schilddrüse war in Ordnung. Ich hab mehr voll die Sorgen gemacht und von meiner eigenen SS nix erzählt, weil ich nicht wusste wie noch mit ihr umgehn. Sie erfuhr erst von meiner SS in der 11.SSW weil ich mit Blutungen im KH lag. Als sie zu Besuch kam ging es wieder darum, was für neue Symptome sie hat und als sie mir es zeigen wollte, fühlte ich ihren Bauch. Zu dem Zeitpunkt wollte sie im 7. Monat sein, aber Bauch war total weich. Meine Bedenken wurden immer wieder von ihr mit Gegenargumenten abgeschmettert. Obwohl sie immer wieder ein kleines, "vielleicht bin ich ja auch nicht schwanger" einwarf. Ich dachte echt, sie geht im Oktober mit "Wehen" ins KH. Und dann? Vor ihrem letzten FA-Termin fragte ich, was wenn er dir sagt das du nicht schwanger bist? Ihre Antwort, " das wird er nicht, ich fühl es doch" Mein Spätabort kam um die Zeit rum wie ihr Termin, also haben wir nie richtig drüber gesprochen, aber sie war nicht schwanger und eine Scheinschwangerschaft gibt es in den Augen ihres FA nicht. Was, wie ich denke ihr ganz recht war. Den anders hätte sie vielleicht doch mal zum Psychologen sollen. Was ich eigentlich sagen will ist, das ein Wunsch so mächtig werden kann das sämtliche Widrigkeit für die Betroffenen nichtig werden. Ich hoffe das es keinem je so ergehen wird wie meiner Bekannten. Das ist für sie und alle angehörigen nicht schön.
Krasse Geschichte. Wie geht es ihr denn jetzt? Hat sie es eingesehen/ verstanden? Ja, Wünsche können übermächtig werden und manchen auch krank machen. LG
ja echt sehr krasse Geschichte. Wie hat denn ihr Umfeld, ihr Mann reagiert?? Kann das grad überhaupt nicht nachvollziehen, man will doch us Bilder etc. haben aber ich rede von mit, dass ich es nicht verstehen kann, denke mal, dass es für andere die selbst noch keine Kinder haben und der Wunsch so groß ist, ganz anders ist, so wie du schon schreibst. Und wie ist denn eurer Kontakt heute?
Wir haben zur Zeit nicht viel Kontakt miteinander. Bin zusehr mit mir selbst beschäftigt. Asche auf mein Haupt. Ich glaub aber, das sie es abtut und verdrängt. Ihr Mann und sie haben zeitweise ein recht angespanntes Verhältnis. Mangelnde Kommunikation. Laut ihrer Erzählungen, hatte er aber in der Zeit auch mal was gespürt. Nach der Bestätigung das sie Nicht Schwanger ist, hat er ihr wohl Vorhaltungen gemacht.