Elternforum Bitte noch ein Baby

7.–8. Woche

7.–8. Woche

MamaMut78

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Ich bin 39 Jahre alt und war zum ersten Mal schwanger. Leider hat sich bei der Untersuchung gezeigt, dass sich das Embryo in der 7.–8. Woche nicht weiterentwickelt hat und kein Herzschlag vorhanden ist. Nun steht ein Abort bevor. Ich bin tief traurig und fühle mich völlig verloren. Von dem Moment an, als ich von der Schwangerschaft erfahren habe, habe ich mein Baby geliebt. Ich habe mit ihm gesprochen, ihm alles erzählt und mir bereits eine gemeinsame Zukunft vorgestellt. Für mich war diese Schwangerschaft wie ein kleines Wunder. Ich war glücklich wie nie zuvor, und meine Familie sagte sogar, dass ich richtig gestrahlt habe.Heute habe ich das Gefühl, dass mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Ich frage mich ständig, warum das passiert ist und ob ich jemals ein gesundes Kind bekommen werde. Besonders große Angst habe ich, weil ich bereits 39 Jahre alt bin. Manchmal denke ich auch, dass es ein Fehler war, so vielen Menschen von der Schwangerschaft zu erzählen. Gleichzeitig war ich einfach so glücklich und wollte meine Freude teilen Hat jemand Ähnliches erlebt – vielleicht auch mit Ende 30 oder bei der ersten Schwangerschaft? Wie seid ihr mit der Trauer und der Angst vor einer neuen Schwangerschaft umgegangen? Ich würde mich über eure Erfahrungen und Antworten sehr freuen. ❤️


Pinguina1

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Antwort auf Beitrag von MamaMut78

Das tut mir sehr Leid :(  Es gibt hier ein Unterforum für Kinderwundch nach Fehlgeburt, da findest du viele ähnliche Schicksale.  Es ist total verständlich, dass es dir den Boden unter den Füßen wegreißt. Aber der Embryo war wohl nicht lebensfähig. Es wird wahrscheinlich irgendeinen genetischen Defekt gegeben haben, weshalb die Entwicklung gestoppt wurde. Du hast ganz sicher nichts falsch gemacht!  Bestimmt ist es auch gut, dass du vielen Menschen von deiner Schwangerschaft erzählt hast, denn diese Menschen können dir jetzt beistehen. Für Außenstehende kommt die Fehlgeburt vermutlich nicht so überraschend wie für dich. Leider kann das in den ersten Wochen relativ häufig passieren und mit zunehmendem Alter erst recht.  Erst einmal ist es gut, dass du mit 39 überhaupt noch schwanger werden kannst, das ist nämlich überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Und deine Chancen, dass es beim nächsten Mal klappt sind bei einer Fehlgeburt auch nicht reduziert. Die Angst schwingt immer mit, wird aber mit zunehmender Schwangerschaft geringer. Alles Gute!


Jorinde17

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Antwort auf Beitrag von MamaMut78

Hallo, sei erstmal feste gedrückt! Das ist eine schlimme Erfahrung. Was viele nicht wissen: Frühe Fehlgeburten sind im Leben einer Frau etwas sehr Häufiges und Natürliches. Jede zweite Frau mit Kindern hatte auch schonmal eine FG. Ich selbst auch (9. SSW), und etwa die Hälfte meiner Freundinnen ebenfalls. Das macht es nicht unbedingt leichter, aber man versteht vielleicht, dass man nicht vom Schicksal geschlagen ist oder so. Bei frühen FGs läuft in der ganz frühen Embryonalentwicklung etwas schief. Die Natur bemerkt den Irrtum und hört auf, den Embryo weiter zu entwickeln. Deshalb ist es tatsächlich ratsam, erst ab der 13. SSW von einer Schwangerschaft zu erzählen. Denn die ersten 12 Wochen sind einfach die heikelsten. Sind sie geschafft, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer FG stark ab. Ich selbst habe es Familie und Freunden etc. immer ab der 14. SSW erzählt, den Kollegen sogar noch später – erst wenn man es sowieso schon fast sah. Denn von privaten Dingen wie einer FG muss nicht jeder etwas erfahren. Die gute Nachricht ist: Die allermeisten FGs wiederholen sich nicht. Über 90 Prozent der Folgeschwangerschaften verlaufen gut. So war es auch bei mir, die nächsten zwei Schwangerschaften verliefen prima (bei der zweiten war ich auch 39). Forscher vermuten als Ursache, dass der Körper aus jeder Schwangerschaft lernt, auch aus einer missglückten. Hat man dir denn geraten, was du jetzt machen sollst? Es gibt ja drei Möglichkeiten: auf einen spontanen Abgang warten, ein Medikament nehmen oder eine Ausschabung machen lassen. Viele tendieren zuerst dazu, auf einen natürlichen Abgang zu warten. Das ist sehr belastend, denn das kann Wochen dauern – bis etwa gegen Ende des 3. Monats, also um die 12. SSW herum oder länger. Das ist psychisch ein großer Schlauch. Denn man weiß die ganze Zeit, es wird nichts mehr, aber man kann nicht nach vorn sehen und keinen neuen Versuch starten. Man ist dann wie gefangen in der Situation. Die medikamentöse Auslösung des Abgangs ist eine gute Alternative. Das machen auch viele, und es ist sehr bewährt. Hier können jedoch manchmal, wenn man etwas Pech hat, Gewebereste in der Gebärmutter bleiben, dann wird doch noch eine Ausschabung gemacht. Auch sind die Krämpfe und Blutungen, die das Medikament auslöst, natürlich nicht ohne. Aber das gilt auch bei einem spontanen Abgang. Ich selbst habe mich gleich für die Ausschabung entschieden. Das ist eine winzige 10-Minuten-OP unter nur leichter Narkose. Hinterher geht man heim. Danach ging es mir seelisch erstaunlich gut. Das Weinen und die Trauer waren sofort vorbei, denn ich konnte wieder nach vorn schauen. Man darf ja schon kurz nach der AS wieder anfangen zu "üben". Die früher empfohlene Wartezeit gilt heute nicht mehr. Die Erfahrung zeigt, dass eine Schwangerschaft, die kurz nach der AS eintritt, genau so gut verläuft wie Schwangerschaften mit Wartezeit. Ich finde es gerade in deinem Alter wichtig, dass man schnell wieder loslegen kann. Eine FG ist ein Rückschlag und etwas Trauriges, ich weiß. Aber die beste Reaktion darauf ist, möglichst bald schwanger zu werden und eine schöne, gut verlaufende Schwangerschaft zu erleben, wie es meist der Fall ist. Alles Liebe für dich!