BensMami
Huhu, ich weiß nicht, ob mich jemand versteht, mein Umkreis erklärt mich ja schon etwas für verrückt! Aber mein Sohn ist jetzt für 15 Tage weg und ich könnte nur heulen! Ich weiß nichts mit mir anzufangen. Ich frag mich die ganze Zeit, was er wohl gerade macht und wie es ihm geht und ob er sicher ist und ob der Vater die Risiken richtig einschätzt und so weiter und so fort. Ich vermisse ihn einfach ganz schrecklich. Er ist sonst immer um mich! Ich bin dauernd dabei zu organisieren, Spielplatz, Abendessen, Treffen mit Freunden, dauernd irgendwelche Pläne. Eigentlich und immer lamentiere ich, ach hätte ich doch mal mehr Zeit für mich. Nun hab ich Zeit und weiß nix mit mir anzufangen. Ich könnte mit den Mädels auf die Piste, Shoppen, endlich mal ins Kino. Könnte könnte. Was mache ich: nix! Ich freue mich wenn Sohnemann wieder da ist. Kennt das eine von euch? Eigentlich weiß ich, er hat es gut bei seinem Vater, aber trotzdem hab ich Kopfkino. Hat eine von euch einen Rat für mich? Wie könnt ihr euch ablenken? Hier ist alles so leer! Und so still! Vielen Dank fürs Lesen. Hilft manchmal schon sich das von der Seele zu schreiben. LG
Wie alt ist dein Kind? Mein Kind ist 6 und war noch nie länger weg. 15 Tage ist schon sehr lang, da würde es mir genauso gehen wie dir. Gut wäre Sachen zu machen zu denen man sonst nie kommt (privaten Bürokram, Stellen putzen die man nie putzt etc.), wenn man sich dazu aufraffen kann. Ansonsten bei dem Wetter alleine zum Baden gehen (das ist ja mit Kind auch eher Stress als Entspannung), shoppen, viel lesen, Serienmarathon 😃
Also ich würde ausmisten und zwar so gründlich wie noch nie. #Minimalismus. Der ganze Ballast muss weg. Anschließend kleinere Renovierungsarbeiten. Zimmer streichen, kaputte Möbel weg, usw. Danach Bürokram. Außerdem habe ich schöne Hobbys und würde reisen, Freunde besuchen, ....
Also jedes Mal wenn unsere weg ist und ich frei habe, schlaf ich erstmal aus. 😅
Huhu, deine Gefühle sind so, wie sie sind. Daran ist nichts Schlechtes oder Verrücktes. ABER: Man kann sie auch nicht einfach so wegmachen. Deine Frage: "Was macht ihr gegen den Blues" geht am Problem vorbei. Man muss und kann nicht immer gegen alle unangenehmen Gefühle etwas "machen". Sondern manchmal muss man sie einfach akzeptieren und aushalten. Etwas Positives kannst du trotzdem damit tun: Deine jetzigen Gefühle sind ein prima Anlass, ein bissl darüber nachzudenken, warum du so empfindest. Zuerst höre ich da etwas mangelndes Vertrauen in den Kindsvater. Da ihr offenbar getrennt seid, hast du natürlich überwiegend negative Gefühle ihm gegenüber, auch unabhängig vom Thema Kind. Und man lässt als Mutter sein Kind natürlich nicht so gern mit einem Menschen allein, den man selbst nicht mehr recht mag. Das ist normal. Das zweite spannende Thema ist vielleicht, dass du dich selbst fast ausschließlich in deiner Mutterrolle definierst. Da ist im Moment vielleicht wenig Eigenes, das nichts mit dem Kind zu tun hat. Das ist verständlich, aber nicht so gut. Denn dein Sohn wird sich im Laufe der Jahre immer weiter von dir ablösen. In der Pubertät passiert dies schon recht stark, und als junger Erwachsener wird er nicht nur von zu Hause ausziehen, sondern – und das ist für Mütter oft noch schwieriger – sich eine Zeitlang nicht mehr besonders für dich interessieren. Weil ihm seine Freundin, seine Kumpel und sein junges, beginnendes Erwachsenenleben viel wichtiger sind. Damit du dann nicht klammerst, ihm das Flüggewerden schwer, ihm unterschwellig Vorwürfe machst, weil er sich vielleicht nicht so oft blicken lässt, ist es wichtig, dass du für dich selbst mehr bist als nur Mutter. Denn diese Rolle ist im Leben nur eine von vielen, und sie geht vorüber. Schneller als man denkt. Wenn du vielleicht 80 Jahre alt wirst oder mehr, dann wird die Mutterrolle nur ein Viertel deines gesamten Lebens einnehmen, nur 20 Jahre. Klar bleibst du auch Mutter, wenn dein Kind erwachsen ist, aber du hast dann keine Mutteraufgaben mehr. Mach dir daher frühzeitig immer mal wieder klar, wer du außer einer Mutter noch bist. Das kannst du jetzt schon machen in den zwei Wochen, wo du einfach nur Frau und Mensch sein darfst. Du kannst deinen Sohn ruhig vermissen, das ist okay. Aber mach auch ein paar egoistische Dinge, die du sonst nicht machst. Lass ein Essen nach Hause kommen, gammele ein bisschen herum, schlafe aus, wenn du nicht arbeiten musst, suchte eine Serie, quatsch ewig mit einer Freundin. All so was. ☺️ LG
Huhu, lieben Dank für all eure lieben Antworten! Mein Sohn ist 4,5, der Papa und ich sind seit 1 Jahr getrennt und er will und soll auch mit ihm Zeit verbingen, auch bei Oma und den Cousins und vielleicht ein paar Tage nach Österreich. Sie machen nichts Wildes. Eigentlich weiß ich das. Ich hab es vielleicht nicht richtig geschrieben, ich WÜRDE auch so manches tun, aber ich kann mich nicht aufraffen. Ich bin echt ein bisschen depri, dass mein Sohn nicht um mich rum ist und ich mich nicht um ihn kümmern kann. Das ist sonst meine Hauptanliegen, dass es ihm gut geht und die "Aufgabe" ist jetzt weg und ich bin leer. So ist das leider. LG
"Das ist sonst meine Hauptanliegen, dass es ihm gut geht und die "Aufgabe" ist jetzt weg und ich bin leer." Dein Sohnemann ist ja noch recht jung. Da kann ich Dich gut verstehen, was deine Gefühle angeht. Aber - auch wenn jetzt noch dein Kind deine Aufgabe ist, Du solltest auf Dich achten. Du brauchst ein Hobby. Etwas was Dich erfüllt. Dein Kind nabelt sich Stück für Stück ab. Wenn Du nur darin deinen Inhalt der Existens siehst, nimmt das kein gutes Ende. Von daher nutze die Zeit und tu etwas für Dich. Triff Freundinnen oder mach das, was Du immer aufschiebst. Mach das was mit Kind eher schwer fällt. Geh in die Sauna, früh ins Freibad zum schwimmen, streiche die Küche neu .....vielleicht selbst ein kleiner Urlaub. Lass Dich nicht so fallen. Genieße die Entspannung, denn das wuseln kommt schneller als Du denkst. Und perspektivisch ist das jetzt schon eine gute Übung für das was unweigerlich kommt. 🤗
Meine Mutter hat ihre depressiven Gefühle während wir beim Vater waren im Alkohol ertränkt. Ich hoffe, du findest eine bessere Lösung. Auch sie hatte lange Zeit kein Leben außerhalb der Mutterrolle
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