Kinder adoptieren

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Geschrieben von Semi65 am 17.07.2012, 13:07 Uhr

Pflegekind

Also wir sind jetzt anerkannte Pflegeeltern. Und ich würde gern 2 Kinder nehmen. Unser jüngster ist 6 , (Großen sind alle aus dem Haus) Wir würden gern eins nehmen so um 3-6- und ein Baby. Wo aber viele meinten das wir es so nicht bekommen. Würde gern auch auf zwei Hochzeiten tanzen. Also 2 JA. Was denkt ihr so?.

 
9 Antworten:

Re: Pflegekind

Antwort von M.S. am 20.07.2012, 12:23 Uhr

Hallo!

Meine Mutter hatte vor 18 Jahren zwei Geschwister zur Pflege. Das Mädchen war zu dem Zeitpunkt ca. 1 Jahr alt und ihr Bruder kam grade in die Schule.
Hat alles super geklappt- meine "Pflegeschwester" wohnt noch heute bei meinen Eltern, sie ist jetzt 19 Jahre alt. Ihr Bruder war bis er 18 war bei uns und zog danach in eine WG.

Also ich würde eher zu Geschwistern tendieren.
Aber "Wünsche" werden selten berücksichtigt. Grade ein Baby wird sehr schwer werden- die meisten Babys werden ja zur Adoption frei gegeben.
Unsere Bekannte hatte ein Baby zur Pflege- die Kleine wurde in die Babyklappe gelegt- sie war so lange bei unseren Bekannten, bis eine Adoptivfamilie gefunden wurde.

Liebe Grüße und viel Erfolg



Re: Pflegekind

Antwort von Semi65 am 20.07.2012, 12:46 Uhr

Hallo M.S.

Ja das ist ja super. Vorallem das du auch gut mit deinen Geschwistern ausgekommen bist. Und das alles garnicht so schlim war, wie vorher immer alles gemacht wird. Nun so wie uns der Mittarbeiter sagt bekommen wir erst mal ein Kind und mal sehen wie es dann weiter geht. Sind ja keine 20 mehr . Eine freundin sie hat mit uns den Lehrgang und alles gemacht, auch in unserem alter sollte ein Baby bekommen, leider ist der kleine 5 Tage nach der geburt nun gestorben. An einen Entzug, mutti war wohl krank. So was ist doch so unfähr....



Re: Pflegekind

Antwort von M.S. am 20.07.2012, 14:15 Uhr

Hallo!

Meine Mama war auch schon 50 Jahre alt, als die Beiden zu und kamen. Ich bin die Nachzüglerin, zu dem Zeitpunkt war ich 8 Jahre alt.

Ich erinner mich noch, das es grade am Anfang nicht so einfach war, da die Beiden keine leichte Kindheit hatten (wurden geschlagen, vernachlässigt, waren total abgemagert). Mein "Bruder" hat mit 6 Jahren noch Windeln getragen und die Menschen, die er nicht mochte, hat er in den Bauch geboxt und getreten usw.
Das war ein langer Weg..aber heute sind sie zwei Erwachsene vernünftige Menschen.
Es kommt immer darauf an, was die Kinder hinter sich haben...

Am Anfang ist es sowieso immer auf "Probe"- das JA kommt öfter vorbei, schaut sich alles genau an, die Kinder werden "befragt". Das ist bei uns auch heute noch der Fall (alle 6 Monate Treffen beim Jugendamt- sie kommen nicht mehr zu uns nach Hause), obwohl Katja dieses Jahr schon 20 wird. Die Treffen sind auch immer zusammen mit ihren leiblichen Eltern.

Das mit deiner Freundin tut mir total Leid..das muss wirklich hart für sie gewesen sein.



Re: Pflegekind

Antwort von Suki am 20.07.2012, 19:39 Uhr

ich kenne eine familie, die haben sogar zwei babys zur langzeitpflege bekommen. die beiden sind nur 4,5monate auseinander. heute sind sie grade 6 und 5jahre alt. beide kinder sind nicht gesund. das wurde erst in den letzten beiden jahren erkannt. seitdem wollen die leiblichen eltern sie auch nicht mehr zurück. gerade die jüngere ist eine echte lebensaufgabe geworden.
wie sagte die pflegemutter so schön "ich liebe sie so sehr. ich würde sie nicht mehr hergeben wollen." sie hat zwei ältere eigene kinder.


lg



Re: Pflegekind

Antwort von Höllenhund am 23.07.2012, 14:02 Uhr

Also, ich selbst als Pflegemutter kann nur sagen- lass das mit den geschwistern. Wenn Kinder so weit auseinander sind wie du schreibst, werden diese meist getrennt vermittelt weil sie sich gegenseitig retraumatisieren. So ein "glück", dass man an geschwister kommt die nix schlimmes mit gemacht haben und dann in sichere Dauerpflege kommen, gibt es kaum.
In vielen Städten werden babys unter 3 jahre gar nicht in Dauerpflege vermittelt oder wenn doch, dann immer mit der option auf eine spätere Rückführung.
Abgesgehen davon wollen viele Jugendämter, dass mind 1 jahr lang das kind alleine in der familie ankommen kann. Sicher, ausnahmen gibt es, aber in eurem alter wird es- je nachdem wo ihr lebt und wie der bedarf ist- eh sehr schwierig ein Baby zu bekommen.
Wir sind 29 und 35 und haben und nach anerkennung bei unserem Heimatjugendamt bei ca 15 Ämtern beworben und wurden nach über 1 jahr mit einem sehr unsicheren Baby belegt welches auch noch verdacht auf FAS hat.
Ca 80% aller PK haben in der SS einen abusus mit gemacht und können dementsprechende folgen haben die nicht zu vernachlässigen sind!!!
Frühtraumatisierungen haben oftmals auch folgen, die sich wie eine geistige behinderung verhalten. Und die kinder sind ALLE mehr oder weniger schlimm traumatisiert!

Ich musst euch von eurem Heimatjugendamt für Fremdbewerungen eine "erlaubnis" holen, denn die aller meisten fremdjugendämter fragen bei dem heimatamt an, ob es denn ok wäre... wenn das HJA nicht hinter einer fremdbewerbung steht, dann bringt das alles idR eh nix.

Ihr könntet euch sicherlich auf kinder von 0 bis xz bewerben und sehen was als erstes kommt und euch ca 1-2 jahre später für ein zweites melden.

Wenn man keine erfahrung im pflegeeltern-dasein hat finde ich es nicht gut geschwister aufzunehmen. Man kann beiden kindern nicht die aufmehrksamkeit schenken die sie verdienen.
Dazu kommen Besuchskontakte, ggf Gutachten, Arzttermine, Therapien usw usw ... das ist bei zwei kindern unterschiedlichen alters und unterschiedlicher bedürfnisse wirklich schwierig. Dazu kommt oftmals, dass das umfeld auf zB ein FAS Kind sehr schwierig reagiert. Das macht es alles nicht leichter.

Und was die Idee angeht sich bei zwei ämtern gleichzeitig zu bewerben (falls ich das richtig gelesen habe) damit ihr quasi gleichzeitig belegt werdet... dazu muss man wohl nix mehr sagen

Was habt ihr denn bislang an vorbereitungen durch? Kennt ihr andere Pflegeeltern und die klassischen probleme mit PK? Mir scheint, als wüsstet ihr nicht auf was ihr euch einlasst.



Re: Pflegekind

Antwort von Semi65 am 25.07.2012, 13:26 Uhr

Hallo,
um auf deine Frage zu antworten, wie gesagt sind wir leider keine 20 mehr. Also drun würden wir zwei nehmen. Weil sonst sind wir dann zu alt. Dann muß ich auch noch sagen haben wir 4 Söhne. Und ich weiß wie es mit 3 Kinder hinter einander ist. (29,27,22). Und das allein. Entweder mein Mann war zur Armee oder hat auswerts gearbeitet. Und alles lief sehr gut. Ist aus allen was gutes geworden. So viel zu erfahrungen. Wir haben auch einen schwerstbehinderten Bruder bei uns gehabt, leider ist er nun tot. Also ich glaube sagen zu können ich kenne alles. Vorbereitungen nur das was mann im normalfall so mit machen muß.

Und ich glaube das wir schon wissen auf was wir uns einlassen, sonst würden wir so was doch net machen. Wir sind doch so erfahren um zu wissen was auf uns zukommt
Und finden das wir für 2 Kinder genug zeit und liebe und was dazu gehört haben
VG semi65



Re: Pflegekind

Antwort von Reni+Lena am 27.07.2012, 17:41 Uhr

Ich kann Höllenhund nur zustimmen.
bei uns werden Pflegekinder gar nicht erst zur gleichen zeit vermittelt weil es nur probleme gibt.
geschwisterkinder kommen max in Kurzzeitpflege aber sehr selten in Langzeitpflege.
Traumatisierte Kinder sind was anderes als eigene. Auch wenn sie kurz hintereinander geboren wurden. ich hab selber 3 Kids im abstand von 2 jahren und kenne den Unterschied ganz genau. Und Langzeitpflegekinder sind IMMER mindestens traumatisiert. von anderen Krankheiten wie FAS etc will ich mal gar nicht sprechen..
Das ist Arbeit..wirklich psychisch anstrengende Arbeit. Vielleicht nichtmal die ersten Wochen weil das Kind da noch angepasst ist, aber dann....
Unterschätz das nicht und gehe es langsam an.
Außerdem solltest du bedenken, dass ein traumatisiertes pflegekind auch deine komplette Aufmerksamkeit verdient und braucht.
Sich da gleich ein zweites zur gleichen Zeit zu holen ist dem Kind gegenüber einfach nur unfair!


Lg reni



Geschwisterkinder?

Antwort von leonessa am 01.08.2012, 0:36 Uhr

Warum werden sie denn trotz Trauma nicht gemeinsam vermittelt? Für die Kinder ist es doch bestimmt leichter, eine Bezugsperson zu haben - wenn auch erst viele Jahre später...

Wenn ein Kind traumatisiert ist - kann man nicht gemeinsam eine "Familientherapie" machen. ? Ich komme aus einer "heilen Familie", denke aber, dass ich im Zweifelsfall lieber mit den leiblichen Geschwistern aufwachsen würde! Deshalb auch die Frage, warum Geschwister getrennt werden?...

Ich wünsche Euch alles Gute, Geduld und vor allem ausdauernde starke Nerven für die eigenen und angenommenen Kinder

LG, Leonessa



Re: Geschwisterkinder?

Antwort von Höllenhund am 03.08.2012, 14:18 Uhr

Theorie und praxis....

Wenn kinder gemeinsam gelebt haben dann verbinden die beiden auch gemeinsame erinnerungen. Die kinder re-traumatisieren sich so gegenseitig.

Außerdem ist es oft so, dass das ältere kind auf das kleinere aufpasst, eine art "elternrolle" übernimmt und somit selbst nicht richtig kind sein kann und die phasen, die ein kind in seiner entwicklung durchmachen muss um ein gesunder mensch zu werden, nicht durchmachen kann. Diese Rolle wieder abzulegen und einfach kind zu sein ist sehr schwer- fast unmöglich wenn der "schützling" weiterhin da ist. Es ist also für das ältere kind idR sinnvoller ohne das jüngere geschwisterchen vermittelt zu werden und die phase, die es in der herkuftsfamilie verpasst hat nachholen zu können. Das geht soweit, dass ein Grundschulkind plötzlich wieder baby sein möchte und gewickelt werden möchte und fläschchen trinken. Das ist super für die entwicklung! Aber, das funktioniert meist nicht wenn die kinder immer wieder in alte verhaltensmuster fallen und sich im das kleiner kind sorgen und kümmern "müssen".

Es ist oft so, das ein kind in eine Pfelgefamilie kommt und wenn die leiblichen eltern ein neues kind bekommen haben, die Pflegeeltern vom ersten angefragt werden, ob sie das zweite dann auch nehmen. Das ist auch super- denn die kinder haben dann nie zusammen gelebt und re-traumatisieren sich nicht gegenseitig.

Es gibt so genanne "professionelle" Pflegefamilien, die teilweise auch geschwister aufnehmen. Aber idR sind das Eltern die was pädergogisches studiert haben und idR schon viel erfahrung mit pflegekindern und den klassischen problemen dieser haben.

"Neulinge" gleich mit Geschwistern zu belegen würde es in keinem Jugendamt, das ich kenne, geben. Selbst Zwillinge werden teilweise getrennt aus oben genannten gründen.



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