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Immer auf beiden Seiten stillen?

Immer auf beiden Seiten stillen?

Viele Stillberaterinnen ermutigen Mütter, zumindest in der Anfangszeit beim Stillen das Baby an beiden Seiten regelmäßig anzulegen. Das beidseitige Anlegen ist wichtig, damit die Milchbildung gut in Gang kommt. Gerade Frauen, die nicht so viel Milch haben, sollten deshalb ihr Baby möglichst beim Stillen an beiden Seiten anlegen.

Muttermilch verändert sich beim Stillen

Wichtig ist darauf zu achten, dass die erste Brust, an der das Kind angelegt wird, vom Baby gut leer getrunken wird. Denn dies hat gleich mehrere Vorteile: Der Fettgehalt der Milch verändert sich während des Stillens. Die ersten Schlückchen Milch sind eher dünn und wässrig. Beim längeren und intensiven Trinken wird die Milch immer fetter. Weil die  Zusammensetzung der "hinteren" Muttermilch gehaltvoller ist, sättigt sie das Kind anhaltender. Wechselt man zu schnell die Seiten, bekommt das Kind vorwiegend die "dünne" Vormilch, was dazu führen kann, dass das Baby zwar einen vollen Bauch hat, jedoch bald wieder hungrig ist.  

Die meisten Kinder trinken die zweite Brust nicht mehr ganz leer. Verständlich, denn der Hunger ist nicht mehr so stark und je leerer die Brust wird, desto mehr muss sich das Baby anstrengen beim Saugen. Deshalb raten Hebammen und Stillberaterinnen dazu, das Baby beim nächsten Stillen an der Brust zuerst anzulegen, die zuletzt dran war. Das hat den Vorteil, dass beide Brüste gleichermaßen stimuliert werden und es bei der Mutter zu einer gleichmäßigen Milchbildung kommt.

Stillen mit Schleifchen

Meistens spüren Frauen daran, wie prall die Brust ist, welche Seite beim nächsten Stillen zuerst dem Baby angeboten werden sollte. Bei Frauen, die zu einer schwachen Milchbildung neigen, kann das jedoch nicht so eindeutig sein.

Tipp: Damit man nicht vergisst, welche Seite beim nächsten Stillen als erstes dran ist, einfach auf der betreffenden Seite ein kleines Schleifchen an den BH-Träger befestigen. Die "Schleifchenseite" ist dann beim nächsten Stillen als erstes dran.

Abnehmen von der Brust sollte man das Kind erst, wenn man beim Baby keine Schluckgeräusche mehr wahrnimmt und es nur noch an der Brust nuckelt, jedoch nicht mehr aktiv trinkt. Wie schnell ein Kind trinkt ist dabei ganz unterschiedlich und hängt auch von der Milchmenge und vom Alter des Kindes ab: Neugeborene brauchen oft eine halbe Stunde und länger beim Stillen, etwas ältere und kräftigere Babys können schon nach zehn Minuten Stillen satt und zufrieden sein. 

Stillen ist eine Beziehung, die sich entwickeln muss: Haben sich Mutter und Kind erst einmal aufeinander eingespielt, klappt das Stillen meistens auf beiden Seiten gleich gut.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: Mai 2017

   

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