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Geschrieben von reblaus am 23.07.2017, 13:51 Uhrzurück

Re: Interessante Diskussion im Kleinkind-Forum

Wir sind hier ja die Ausländer . Nun seit ca 4 Jahren immer versucht mit dabeizusein. uns eben zu integrieren. Manches klappt , manches nicht. Ich kann mich mehr schlecht , als recht verständigen. Ein Jahr hatte ich Glücke und konnte 2x in der Woche zum Sprachunterricht gehen, danach verschoben sich die Zeiten zu denen ich die Kinder zum Sport bringen mußte /wollte. Ich lerne und lernte mit den Kindern, den Schulbüchern und den Nachbarn/ sozialen Kontakten. Mit Menschen ähnlicher Bildungstufe ist das kein Problem, darunter wird es schwierig und drüber, wenn es meinem Gegenüber egal ist ob ich ihn verstehe.
Die Kinder sind nun keine besonders herausragenden Schüler, aber sie mischen eigentlich gut mit. ( gut der Eine war leider Mobbingopfer und damit sind die Noten und das Interesse an Schule/ sozialen Kontakten völlig eingefroren bzw den Bach heruntergegangen) Viel an Wissensvermittlung muß ich daheim auf deutsch abfangen bzw selbst den Kindern beibringen... das funktioniert aber nur, weil ich selbst eine gewisse Bildung ( Abitur, Berufsausbildung, abgeschlossenes Studium ) und Lebenserfahrung habe.
Wenn ein Sachverhalt hier wirklich anders funktioniert oder wirklich anders gesehen wird, als in Deutschland / England ( auf beide Länder gründet sich mein Wissen vor Spanien) fallen wir immer erstmal auf die Nase. Mit dem Nachteil müssen wir leben, denn egal wie viel ich mich vorher informiere oder herumfrage, ganz oft wird hier bestimmtes Wissen als gegeben vorausgesetzt und die Menschen kommen hier nicht auf die Idee , daß ich Wissenslücken habe.
ZB, im September in der Schulegefragt, was so im Laufe des Jahres für mich wichtig ist... 2 Dinge bis Weihnachten wurden mir erklärt (die wohl eher neu wären), daß im Februar die Schulbücherunterstützung beantragt werden muß hat keiner erwähnt.... ergo konnte ich das nicht beantragen , weil mir Papiere fehlen , die ich im September hätte schon beantragen müssen... -> der Sekretär hätte aber eigentlich darauf kommen können, daß ich das nicht weiß, weil wir ja neu waren in dieser Provinz und jede Provinz andere Unterstützungen anbietet. Der Hausmeister einer anderen Schule im Ort hat mich dann darauf hingewiesen... ( Dem Sekretär waren wir einfach nur egal... er verteidigte sich damit, daß er mir alles erklärt hätte , hätte ich ihn direkt danach gefragt. Auf meine Frage wie ich denn geziehlt nach bestimmten Dingen fragen kann, wenn ich gar nicht weiß das es sie gibt, kam nur Schulterzucken und die Bemerkung, das sei mein Problem)

Ich denke in jedem Land gilt: Sprachbegabung und Integrationswille, ist die eine Voraussetzung und mitgebrachte, gute Bildung die Andere zu einem gelungen Leben im neuen Land. Umso mehr fehlt, umso härter und schwieriger wird es für den jeweiligen Menschen in seiner neuen Gesellschaft.
Kommen dazu seelische und oder körperliche Problem oder eine grundsätzliche nichtkompatible religiöse Einstellung, wird es nahezu unmöglich, sich einzuleben und Teil der dort lebenden Gesellschaft zu werden.

Kinder, die mind. einen Elternteil vorweisen, der die Sprache des Landes in dem sie leben sehr gut beherrscht, haben es viel einfacher beim schulischen Lernen , als Kinder aus Familien, die die Landessprache nicht beherrschen.
Als Elternteil , der die Sprache nicht beherrscht, kann man evtl helfen mit Vokabellernen, nicht aber mit Satzstruktur etc. .

 

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