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Geschrieben von DK-Ursel am 22.07.2017, 16:06 Uhrzurück

Re: Interessante Diskussion im Kleinkind-Forum

Hej!

Danke für Deinen beitrag.
Natürlich gibt es immer Kinder, die schlecht sprechen, wohlgeemrkt aber eben auch einsprachige - DA kommt natürlicherweise niemand auf die Idee, die 2. Muttersprache als Schurken zu suchen.
Eine Klassenkameradin sprach mit ihrem Sohn nur Spanisch, er stotterte - prompt hat man ihr geraten, die 2. Muttersprache wegzulassen.
Zu dieser Logopädin ging sie nie mehr, der Sohn hörte auf zu stottern --- was häte die gute Frau wohl geraten,w enn die mutter nicht zuföllig Spanioerin gewesen wäre???

Worauf ich hinaus will ist eben, daß leider viel zu selten nachgeschaut wird, wie die Hintergründe für Sprachprobleme sind.
GANZ selten liegen sie wirklich in der 2. Muttersprache.
Ich habe auch nie behauptet,d aß Flüchtlingskinder nach einem halben Jahr (alle) perfekt Deutsch können - wie denn auch?
Sie kommen doch wahrscheinlich mit genauso wenig Deutschen zusammen wie Flüchtlingskinder hier mit Dänen.
Wieviel Kontakt zur deutschsprachigen Umgebung hinaus hat ein Kind, wenn NICHT in der Betreuung ist - auch dort wird ja Sprache gelernt.
Deine Beispiele, vor allem das letzte, bestätigen a auch meine Annahme und Beobachtungen, denn ich gehe mal davon aus, daß die so schlecht deutsch sprechende asiatische Mutter wenig Kontakt zu Deutschen hat, mit ihrem Kind keine deutschsprachigen Einrichtungen besucht, Hobbies auf Deutsch anregt etc.
(Sonst wäre ihr Deutsch vermutlich auch besser - aber davon abgesehen sind wir "Einheimischen" ja leider oft auch eher ungeduldig und überfordert mit schlechten Sprachkenntnissen.)

nein, nicht jedes Kind ist sprachbegabt -- das heißt aber nicht, daß nicht jedes Kind auch 2 Muttersprachen haben kann.
Auch nicht jedes einsprachige Kind (und dann später Erwachsener) spricht mit seiiner Muttersprache differenziert und poetisch - ihnen fehlt dann auch, was ein Dänischlehrer hier mal einem kleinen Jungen vermißte: Sprachphantasie.Da ichdie Eltern kannte, wußte ich, was er meinte - Sprache diente da zu nicht mehr als der notwendigsten Verständigung -- kurz, nüchtern und knapp --- auch Einheimische haben ja unterschiedliche Sprachniveaus.

Was den vorliegenden Fall angeht, so glaube ich, daß die Eltern sich kümmern werden und ihr kind auch noch anderswo unter leute bringen - und wie gesagt, ab 3 ist dann der dt. KIGA zusätzlich zu dem ,was er bereits gelernt hat.
Ganz so schwarz sähe ich das nicht, und mir wäre da eine liebevolle Tagesmutter wichtiger als die perfekte Sprache.
Leider aber werden emotionale Defizite ja weit hinter die rationalen, intellektuellen gestellt - ob das immer gut ist, klasse ich dahingestellt, auch im Hinblick auf Spracherwerb ist doch Gefühl wichtig.

Garantien kann niemand übernehmen, aber ich kenne inzwischen doch auch etliche "Fälle" hier in DK, wo "Fachleute" abrieten, die Eltern es nicht taten und alles lief gut, manchmal ein bißchen verspätet, aber eben gut.
Denn die wirklichen Ursachen - für Stottern genauso wie für die Frühchen ,an die ich gerade denke und die in allem verzögert waren, also auch generell mit der Sprache oder andere logopädisch zu behandelnde Defizite - sind eben anders zu behandeln als einfach durch den Wegfall der 2. Sprache.
Sonst müßte man bei einsprachigen Kindern ja gleich aufgeben!

Gruß Ursel, DK

 

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