Schöne Weihnachts­geschenke: Viele Spielzeuge sind zu laut

Schöne Weihnachtsgeschenke: Viele Spielzeuge sind zu laut

© fotolia, Irina Schmidt

Was wünschst du dir dieses Jahr vom Weihnachtsmann? Auf diese Frage haben die meisten Kinder dieselbe Antwort: Spielzeug! Egal, ob Bauklötzchen und Steckspiele, Kuscheltier oder Kaufmannsladen, Eisenbahn, Bagger oder Puppenwagen - Spielzeug kommt immer gut an!

Spielzeug, bei dem Geräusche ertönen, ist natürlich besonders interessant: Es klingelt, wenn der rote Knopf gedrückt wird, das Kuscheltier spricht bei Berührung einige Worte, die Spieluhr gibt eine Melodie von sich oder das Spielzeughandy lässt ein schrillendes Pfeifen hören. Kinder sind oft sehr fasziniert von diesem Automatismus und werden nicht müde, diese Geräusche immer und immer wieder neu zu starten und auszuprobieren, ob der Ton tatsächlich wieder in der gleichen Art erklingt. Dabei kann das Gehör nachhaltig geschädigt werden!

Keine Bestimmungen für die Lautstärke von Spielzeug

Leider sind viele Spielzeuge zu laut. Es existieren keine gesetzlichen Bestimmungen, welche die Lautstärke regeln. Häufig fehlen Warnhinweise damit zu lautes Spielzeug für die Eltern erkennbar wird.

Quietsche-Entchen oder Tröte können einen hohen Lärmpegel verursachen, ein lautes Spielzeug-Handy kann beispielsweise 133 Dezibel erreichen, eine Spielzeugpistole, die am Ohr abgefeuert wird, sogar 150 Dezibel. So kann ein einziger Schuss eine Hörminderung auslösen. Selbst eine Rassel, die nah ans Ohr gehalten wird, kann mit 90 Dezibel so laut wie ein vorbeifahrender Zug sein. Das Dezibel die Maßeinheit für die Lautstärke, ist eine Verhältniszahl, die durch Abstand und Lärmdauer beeinflusst wird.

Abstand zum Ohr und die Lärmdauer spielen eine Rolle

So wirkt sich die Entfernung zum Ohr unmittelbar auf die Lärmbelastung aus. Während die Eltern das lärmende Spielzeug automatisch etwas weghalten, rutschen Kinder beim Abspielen des Geräuschs meist nah heran. Außerdem kann der Nachwuchs aufgrund der kürzeren Arme das Spielzeug auch gar nicht weit genug vom Ohr entfernt halten. Da das Kind noch über ein unausgereiftes und empfindliches Gehör verfügt, ist Lärmbelastung ohnehin gefährlicher, das kindliche Gehör kann dauerhafte Schäden davontragen. Pfeifgeräusche und vorübergehende Schwerhörigkeit sind Anzeichen, die für eine starke Belastung sprechen. Experten vermuten zudem, dass sich eine länger andauernde Lärmbelastung negativ auf Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung auswirkt.

Auch die Dauer der Beschallung beeinflusst die Lärmbelastung. Schon bei längerfristiger Einwirkung von 85 Dezibel können Hörstörungen auftreten. Zum Vergleich: Werte zwischen 85 und 100 Dezibel entsprechen der Geräuschkulisse einer Autobahn oder eines Presslufthammers. Die Eltern sollten deshalb bereits im Laden die Lautstärke eines Spielzeugs prüfen. Wenn das Geräusch schon nach kurzem Anspielen als grenzwertig empfunden wird, sollte es besser im Laden verbleiben. Denn beim Spielen erschallt der Ton über eine längere Zeit hinweg.

Eltern sollten aussortieren

Am besten hören sich die Eltern das Spielzeug ihrer Kinder einmal genau an: Zu lautes Spielzeug sollte rigoros entfernt werden, anderes darf eben nur noch im Freien verwendet werden. An manchen Spielgeräten lässt sich die Lautstärke eventuell verringern, oder es hilft schon, die Lautsprecher mit Klebeband abzudecken und so die Lautstärke zu reduzieren.

Ein Tipp zum Schluss: Viele Eltern und Großeltern wollen das Kind durch Spielzeug optimal fördern. Dabei benötigen Kinder für ihre Entwicklung gar nicht so eine Masse an Spielzeug, sie finden generell vieles im Alltag interessant und können sich gut mit Alltagsgeräten beschäftigen. Außerdem kann gemeinsam verbrachte Zeit viel größere Freude auslösen, wie wäre es also mit einem Gutschein für einen Ausflug, einen Zoo- oder einen Kinobesuch?

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