Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse

Kindergesundheit

Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse

   

 

Kleinkind fast erstickt

Sehr geehrter Herr Doktor,

unser Kleiner (2,5 Jahre) hat sich heute eine Handvoll von so einer Art Gummibärchen (ist irgend etwas Neues, rund, klein und ganz bunt, aber aus so einem weichen Weingummizeug) in den Mund gestopft (Warum er das darf? Ich habe es nicht verhindern können, hatte 10 Jungs im Alter von 8 Jahren hier zum Fußballgucken, und da gab es halt solche Süßigkeiten). Kurz darauf hat er sich weh getan und wollte anfangen zu schreien. Da ich dann sowieso schon immer Angst habe (wegen des möglichen Einatmens der Dinge, die sich im Mund befinden), habe ich ihm sogleich mit meinem Finger versucht, die Süßigkeiten aus dem Mund zu nehmen. Leider habe ich nicht alles erwischt - oder - so mache ich mir jetzt schon Vorwürfe - vielleicht habe ich es ihm sogar noch tiefer in den Rachen geschoben?

Daraufhin stand er da mit geöffnetem Mund, kein Husten, kein Schreien nur so ein leichtes Würgen und er wurde sofort blau um den Mund herum.

Ich habe die totale Panik bekommen und habe wieder versucht, mit dem Finger die Dinger aus seinem Mund zu ziehen, habe ziemlich in seinem Mund rumgewurschtelt und hatte auch das Gefühl, dass ganz hinten etwas saß, an das ich nicht herankam.

Ich saß dann auf der Erde und habe ihn mit dem Oberkörper über mein Bein gelegt und immer auf den Rücken gehauen. Da ich ihn nicht von vorne sah, und das Licht schummrig war, konnte ich nicht sehen, wie blau er war, oder ob er ggf. sogar weggetreten war, was ich aber nicht glaube.

Ich habe dann rumgeschrieen, meine anderen Kinder sollten den Notarzt rufen, und so weiter. Das haben sie aber nicht geschafft und nach kurzer Zeit schrie der Kleine wieder, so dass ich dann auch wußte, dass er wieder Luft bekommt. Ich habe wirklich gedacht, der Kleine stirbt mir hier vor meinen Augen weg. Ich bin immer noch wie unter Schock!

Ich war dann noch beim Kinderarzt, weil der Kleine sehr blaß war, aber der konnte beim Abhorchen nichts feststellen. Ausserdem hat der Kleine nicht ein einziges Mal anschließend gehustet. Das hat er sogar während der Attacke nicht getan.

Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, wahrscheinlich war es nur so knapp eine Minute, aber es war die schlimmste in meinem Leben.

Warum schreibe ich Ihnen und den anderen Müttern dies? Ich glaube zum einem zum Verarbeiten, aber auch ganz konkret mit den folgenden Fragen:

- kann es sein, dass ich ihm etwas in die Luftröhre gedrückt habe, was nun in seiner Lunge steckt? Wie würde man so etwas ggf. wieder heraus bekommen?
- kann er durch den Sauerstoffmangel einen Schaden am Gehirn genommen haben?
- Wie hätte ich mich besser verhalten sollen? Hätte ich ihn an den Beinen packen und schütteln sollen, anstatt nur auf mein Bein zu legen?

Herzlichen Dank für Ihre Geduld
Lisa

von LisaMüller am 12.06.2008, 21:51 Uhr

 

Antwort:

Kleinkind fast erstickt

Liebe L.,
wenn der Kinderarzt jetzt alles in Ordnung fand, dann dürfen Sie erst mal aufatmen. Als KOnsequenz sollte man sicher solche Süßigkeiten nicht kaufen, auch wenn Ältere damit zurecht kommen. Die können auch andere Dinge bekommen.
Ansonsten ist Panik so verständlich sie ist, keine gute Hilfe im Notfall. Wenn man einen Fremdkörper nicht rasch seitlich herauswischen kann, dann lieber nicht mehr im Mund "herumfummeln" sondern in Kopftieflage auf Rücken klopfen. Und dazwischen wirklich früh den Notarzt rufen und das bitte auch für die Zukunft mit den Älteren üben!!
Alles Gute!

von Dr. med. Andreas Busse am 14.06.2008

Antwort:

Kleinkind fast erstickt

Auf jeden Fall darfst du nicht wieder so hektisch werden,so regst duein Kind noch mehr auf,

von Caro82 am 12.06.2008

Antwort:

Kleinkind fast erstickt

Ich hätte genauso Panik wie Du bekommen! Also in Zukunft aufpassen, und am besten Gummibärchen gaaaaaanz weit weg legen.

Schön das es deinem kleinen wieder gut geht!!!

LG
Martina

von Lilly220607 am 13.06.2008

Antwort:

Kleinkind fast erstickt

Boar..da blieb mir beim lesen fast das Herz stehen.
Schön das es deinem Sohn wieder gut geht.

Mein kleiner hatte mit 10 monaten Plastik verschluckt.
Ich war genau so Panisch wie du, weil ich dacht mein Sohn stirbt auf meinem Arm.
Mein Mann hat ihn auf dem Arm genommen und den Oberkörper runtergehalten und unter dem Brustkorb gedrückt bist der gespuckt hat...

wünsche dir das du so etwas NIE mehr erleben musst

lg

von bebie2 am 13.06.2008

Antwort:

Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder!

Hallo,

gut, dass es glimpflich abgelaufen ist (die meisten Fremdkörper rutschen wieder raus, wenn man das Kind nach vornüber beugt und klopft)! Meiner Tochter ist mal ein feuchtes, festes Brotstück in den Hals gerutscht, es lief alles ähnlich ab wie bei Euch, nur kürzer. Mach' Dich nicht zu fertig, es geht wirklich meist gut! Ich selbst habe als Kind mal ein Bonbon in den Hals bekommen, es rutschte auch wieder raus.

Da sieht man aber trotzdem auch wieder, wie extrem wichtig ein Erste-Hilfe-am-Kind-Kurs ist! Es ist schade, dass der für Eltern nicht Pflicht ist. Ich habe auch einen gemacht (Johanniter). Dieser Kurs unterscheidet sich sehr vom üblichen Führerschein-Kurs, weil die Hilfe an Babys, Kleinkindern und Kindern z.T. völlig anders abläuft als bei Erwachsenen. Der Kursleiter sagte, 20 Prozent, also jedes fünfte verunfallte Kind könnte noch leben, wenn die anwesenden Erwachsenen gewusst hätten, wie sie reagieren müssen.

Du kannst den Vorfall auch zum Anlass nehmen, mit dem/den älteren Kindern zu üben, wie man den Unfallwagen ruft. Das sollten die Kids wirklich drauf haben.

Grüßle,

Bonnie

von Bonnie am 13.06.2008

Antwort:

Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder!

gut das es so glimpflich abgelaufen ist.und es deinen kleinen gut geht.
den erste hilfekurs kann ich auch nur allen eltern empfehlen haben ich und mein mann auch gemacht.
das geld ist gut angelegt .
wir haben ihn bei evanglichen hilfswerk absolviert.
unser sohn ist mit 1 jahr aus den kinderwagen gefallen.
wollt ihn festschnallen er hat sich gewehrt und beugte sich über ,fiel raus ich sah den sturz in zeitlupe konnte aber net mehr zugreifen rechtzeitg.
ist voll auf den bordsein aufgeschlagen.
durch den kurs denk ich mal hab ich keine panik bekommen bin ruhig geblieben mein mann auch.
hab den kleinen in die stabile seitenlage gebracht und atmung puls kontolliert.
mein mann die smh angerufen.
die stark bluten kopfwunde hatte ich abgedrück.
gottseidank ging alles gut aus nur eine kleine gehirnerschütterung und am nächsten tag waren wir wieder aus den kkh raus.
aber den kurs mag ich nimmer missen.

tixtax

von tixtax am 13.06.2008

Antwort:

Nachtrag: Kleinkind fast erstickt

Sehr geehrter Herr Doktor,

meinem Kleinen scheint es heute, einen Tag nach dem Vorfall, gut zu gehen. Er ist rosig und pfiffig wie eh und je. Gehustet hat er noch kein einziges Mal. Kann ich davon ausgehen, dass er keinen Schaden durch den Sauerstoffmangel erlitten hat, oder kann da immer noch etwas auftreten?

Danke, Lisa (der der Schreck immer noch in den Knochen steckt.)

von LisaMüller am 13.06.2008

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