Wann sollte geimpft werden?

Bakterien unter der Lupe

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Der beste Zeitpunkt für Impfungen ist möglichst früh - am besten direkt nach Ablauf des Nestschutzes.

Warum sollen bereits Babys ab dem 3. Lebensmonat geimpft werden?

Mit dem Ende des 2. Lebensmonats ist für viele Krankheiten der Nestschutz des Neugeborenen durch die während der Schwangerschaft übertragenen Abwehrstoffe der Mutter vorbei und das Baby ist von nun an mit der Abwehr gegen Krankheiten alleine auf sich gestellt. Stillen verhindert zwar einige Magen-Darm-Infekte, gegen die gefährlichen Erreger kann das Stillen aber leider nichts ausrichten.

Viele der sogenannten Kinderkrankheiten wie z.B. Keuchhusten (Pertussis) oder die Hirnhaut­entzündung (Meningitis) verursacht durch die Bakterien Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Pneumokokken und Meningokokken verlaufen umso schwerer und nicht selten tödlich, je jünger ein Kind ist. Deshalb sollten die Impfungen immer zum frühest­möglichen Zeitpunkt erfolgen, um dem Kind die Chance zu geben, so früh wie möglich eine eigene Immun­abwehr zu entwickeln indem es sein Immun­gedächtnis trainiert.

Und keine Sorge, das hat das Immun­system des Babys sogar schon im Mutterleib getan und bis zur ersten Impfung gegen alle in seiner normalen Umwelt vorkommenden Erreger schon tausendfach geübt. Ihr Kind wird durch die frühe Impfung keinesfalls überfordert und nicht gefährdet, ganz im Gegenteil!

Warum "im Gegenteil"?

Wie oben schon gesagt, lässt der passive Nestschutz nach der Geburt im Laufe von wenigen Monaten nach - wie eine Batterie, die nicht nachgeladen wird. Gleichzeitig jedoch beginnt der Körper des Säuglings, eigene Abwehr­kräfte zu entwickeln.

In dieser Phase können Impfstoffe sein Immunsystem gezielt gegen bestimmte gefährliche Erreger schulen. Dabei ist das Immunsystem des Säuglings keineswegs "unreif", wie vielfach geglaubt wird. Wohl aber hat es noch einige Defizite, die es durch seinen sehr hohen Lernbedarf ausgleichen will. In bestimmten Teilen reagiert es allerdings anders als das Immunsystem eines Erwachsenen.

Pneumokokken sind wie Haemophilus influenzae oder Meningokokken Bakterien, die von einer Polysaccharid-Kapsel umschlossen sind. Kinder bis zum Ende des zweiten Lebensjahres haben nur eine sehr eingeschränkte Fähigkeit, gegen derartige Bakterien­kapseln Abwehrstoffe (Antikörper) zu entwickeln. Das ist auch der Grund für die vergleichsweise hohe Ansteckungsgefahr, die von den genannten Bakterien für diese Altersgruppe ausgeht. Auch führt es zu einer besonders hohen Erkrankungs­häufigkeit in den ersten zwei Lebensjahren.

Hier hakt die Impfung gegen diese Erreger ein und hilft dem kindlichen Immunsystem aktiv einen Impfschutz aufzubauen. Dabei besteht keineswegs - wie gelegentlich angenommen - die Gefahr, dass das Immunsystem des Säuglings und Kleinkindes durch die Zufuhr von Impfstoffen überlastet wird. Vielmehr wird es leistungs­fähiger und kann nach diesem gezielt auf die Erreger reagieren.

Es ist wirksamen Impfprogrammen zu verdanken, dass der Kampf gegen die klassischen Kinderkrankheiten - wie Diphtherie, MasernMumps und Röteln - weitgehend erfolgreich geführt wurde. Nur durch konsequent fortgeführte und möglichst vollständige Impfungen ihrer Kinder können die Eltern dazu beitragen, dass dies auch so bleibt.

Zuletzt überarbeitet: September 2020

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