Giftnotruf - schnelle Hilfe bei
Verdacht auf Vergiftung

Kind hat Mittelohrentzündung

© Adobe Stock, Renata Osinska

Tabletten sollten für Kinder immer unerreichbar sein! Aber im Alltag kann es doch mal zu einem Unfall kommen - und in einem unbeobachteten Moment steckt sich das Kleine Pillen in den Mund.

Daraus kann schnell eine gefährliche Bedrohung werden, warnt die Stiftung Kindergesundheit. „Gefährliche Substanzen sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden, Medikamente gehören hinter Schloss und Riegel“, betont Kinderarzt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Abschließbare Medikamentenschränke oder Kosmetikkoffer mit Zahlenschloss empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit deshalb zur Aufbewahrung von Arznei.
Aber nicht nur Medikamente können einen Giftunfall auslösen, auch Giftpflanzen, Reinigungsmittel, Lacke, Verdünner, Pflanzenschutzmittel etc. können, wenn diese in den Körper gelangen, zu einer Vergiftung des Kindes führen.

Symptome für eine Vergiftung

Oft kommt es zu Vergiftungsunfällen wenn Eltern kurz abgelenkt sind, schon wenige Minuten sind mitunter ausreichend. Die häufigsten Symptome für Vergiftungen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Auch Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit bis hin zu einem komaähnlichen Tiefschlaf können bei Vergiftungen mit Medikamenten auftreten, häufig sind ebenfalls Störungen von Atmung und Kreislauf.

Schnelle Hilfe

Hat der Sohn oder die Tochter ein Medikament geschluckt bzw. getrunken, sollte man schnell seinen bzw. ihren Mund mit Wasser ausspülen, damit die Reste aus dem Mund entfernt werden. Anschließend sollte der Nachwuchs viel Leitungswasser, Tee oder Saft trinken, damit die Substanz verdünnt wird. Tabu: Auf keinen Fall darf das Kind Milch trinken! Milch kann die Giftaufnahme durch den Darm beschleunigen. Außerdem sollte man das Kind auch keinesfalls zum Erbrechen bringen.

Schon beim kleinsten Verdacht, dass ihr Kind eine giftige Substanz eingenommen hat, sollten Eltern am besten einen Arzt oder den Giftnotruf anrufen. Die Experten in den Giftinformationszentren können meist sofort klären, ob eine akute Gefahr besteht und was gegebenenfalls zu unternehmen ist. Haben Eltern in dieser Ausnahmesituation die Telefonnummern nicht parat, dann wählen sie am besten gleich die 112.

Giftnotruf wählen

Die Giftinformationszentren sind unter folgenden Telefonnummern zu erreichen:

  • Berlin: 030 – 19240
  • Bonn: 0228 – 19240
  • Erfurt: 0361 – 730730
  • Freiburg: 0761 – 19240
  • Göttingen: 0551 – 19240
  • Homburg/Saar: 06841 – 19240
  • Mainz: 06131 – 19240
  • München: 089 – 19240
  • Wien: +43-1-406 43 43
  • Zürich: +41-44-251 51 51

Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR hat übrigens auch eine kostenlose App als Informations- und Nachschlagewerk für Vergiftungsunfälle bei Kindern und für deren Vermeidung entwickelt. Hier kann man im Notfall direkt aus der App ein für das jeweilige Bundesland zuständige Giftinformationszentrum anrufen.

Die Fragen der Experten

Die Experten stellen dann folgende Fragen: Was wurde eingenommen? Sie möchten die genaue Bezeichnung des Mittels wissen, was auf der Packung steht und von welcher Firma das Mittel ist. Wie viel wurde eingenommen? Wie viel Stück waren in der Packung? Wie viel ist noch vorhanden? Wie viel kann das Kind maximal eingenommen haben? Wie war es verpackt? Wie und wann wurde es eingenommen? Wie alt ist das Kind und wie viel wiegt es ungefähr? Wie geht es dem Kind? Zeigt es Husten, Erbrechen, Muskelzuckungen, wirkt es berauscht, benommen, hat es Schmerzen? Glücklicherweise sind die meisten Unfälle mit Medikamenten harmloser als befürchtet, betont die Stiftung Kindergesundheit. Dennoch sollten Eltern eine mögliche Vergiftung nie auf die leichte Schulter nehmen und in jedem Fall ärztlichen Rat einholen.

Weitere Informationen können Sie in diesen Texten nachlesen: Pflanzzeit im Garten - Achtung vor Giftpflanzen! und Wohnen mit Kindern - so sichern Sie die Wohnung.

Zuletzt überarbeitet: August 2022

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