Silke Westerhausen

Lieber Herr Dr. med. Kniesburges !, eine Frage zum Umgang mit Schmerzen, 40SSW-3

Antwort von Silke Westerhausen

Frage:

Guten Tag,

bitte, ich hätte gern gewusst, ob der bloße Schmerz bei der Geburt gesundheits-oder lebensbedrohlich sein kann. Kann man sozusagen vom bloßen Schmerz ohnmächtig werden oder kann nur vom bloßen Schmerzgefühl unter der Geburt eine physisch-reale, negative Situation für den weiteren Geburtsverlauf herbeigeführt werden ?

Oder wäre es, wenn man sich fest vornimmt, diese ohne schmerzlindernde Medikation durchzustehen, einfach nur eine Frage des Aushaltens/der Leidensbereitschaft ? (schmerzlindernde Atmung, Konzentrationsübungen nicht ausgeschlossen)


Ich hoffe, Sie haben meine Frage trotz meiner Ausdrucksschwierigkeiten inhaltlich verstehen können.

Für Ihre Antwort vielen Dank im Voraus !

von Eva-J. am 03.02.2012, 08:48 Uhr

 

Antwort auf:

Lieber Herr Dr. med. Kniesburges !, eine Frage zum Umgang mit Schmerzen, 40SSW-3

Hallo,

Nein,der Geburtsschmerz kann nicht lebensbedrohlich oder gesundheitsschädigend sein - nicht bei gesunden Frauen.

Es werden jede Menge Endorphine ausgeschüttet,die schmerzlindernd wirken - wenn die Frau während der Geburt sehr verspannt ist (durch die Schmerzen) kann es durchaus vorkommen,dass die Geburt zögerlicher verläuft.

Sie sollten sich nichts "vornehmen" - eine Geburt ist ein außerordentliches Ereignis und jedes Schmerzempfinden ist subjektiv.

Wenn etwas nicht mehr aushaltbar ist sagt der Körper was er möchte bzw was ihm bzw Ihnen gut tut - das kann ein warmes Lavendelbad sei,eine Spritze oder eine PDA....

Jede Frau kann sich gut einschätzen wie sie mit Schmerzen umgehen kann....

Grüße
Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 04.02.2012

Antwort auf:

Lieber Herr Dr. med. Kniesburges !, eine Frage zum Umgang mit Schmerzen, 40SSW-3

Hallo,

ich hatte eine fast schmerzlose Geburt. Und das ganz ohne Medikamente.
Die Presswehen taten gar nicht weh, lediglich die Übergangswehen waren echt fieß.
Wärend der Geburt werden ja Hormone ausgeschüttet, damit dein Schmerzempfinden reduziert ist.
Und du musst gucken welche Position für dich am besten ist.
Ich bin eine Wehe auf dem Rücken gelegen und dachte ich muss sofort sterben. Aber sobald ich in der Hocke oder im Vierfüßler war, ging das super. Musst du einfach ausprobieren.
Eine Geburt tut weh, ja ganz sicher sogar. Aber es ist auszuhalten. Es sind keine wahnsinnigen Schmerzen, durch die du nicht mehr ansprechbar bist oder völlig von Sinnen.
Und selbst wenn du eine PDA willst, ist das auch ok. Man muss ja nicht immer tapfer sein. Allerdings wird dann häufig zur Geburt die Saugglocke angesetzt. Das solltest du vorher mit deinem Arzt besprechen.

von blauerVogel am 03.02.2012

Antwort:

@blauerVogel

Hallo blauerVogel,

Es stimmt nicht,dass nach einer PDA vermehrt die Saugglocke zum Einsatz kommt.
Früher mag dies der Fall gewesen sein,doch mittlerweile sind die PDA's so konzipiert,dass die Frauen relativ schmerzarm gebären,jedoch den "Druck" des Kindes und der Wehen noch gut spüren.

Das Medikament für die PDA ist auch geändert worden,so dass auch die Frauen problemlos ihre Kinder im Hocken,im Stehen oder sonst gebären können.

Grüße
Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 04.02.2012

Antwort auf:

Lieber Herr Dr. med. Kniesburges !, eine Frage zum Umgang mit Schmerzen, 40SSW-3

Liebe Frau Westerhausen,

vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Bei meiner ersten Geburt ging alles so schnell, dass ich mich nichteinmal im Nachhinein an die einzelnen Phasen, die ich ja selbst erlebt habe, erinnern kann. Es ist nun bei der zweiten Geburt einiges anders. Zum Beispiel habe ich eine stärkere Bindung schon jetzt zu meinem Baby. Bei meinem ersten Sohn musste ich erst nach und nach lernen, ihn lieb zu gewinnen. Ich war ja noch keine Mami vor der ersten Geburt, hatte keine mütterlichen Empfindungen (aus Erfahrung). Ich war sogar so erschöpft nach der ersten Geburt, dass ich mein Baby in dieser ersten Nacht der Shwester mitgegeben habe, trotzdem er geschrien hat und sicher nur meine Nähe gebraucht hätte. Das werde ich mir niemals verzeihen. Mein Trost ist nur, dass ich meinem inzwischen 6-jährigen Sohn jetzt all meine Liebe geben kann und hoffe, dass dieser erste Schreck des Getrenntseins keine bleibenden seelischen Schmerzen im Unterbewusstsein hinterlässt, wie bei mir selbst vor 25 Jahren durch meine Adoption.

Jedenfalls versuche ich, wenn ich am Tag der Entbindung Zeit dazu habe, mich mehr auf mich selbst zu konzentrieren. Auf meinen Körper und die "Zusammenarbeit" meines Körpers mit dem Kind.
Ich möchte nicht mehr teilnahmslos von den Schmerzen überrumpelt auf dem Gebärbett liegen, nach allen "guten Vorsätzen" dennoch in unstillbarem Verlangen nach einem Schmerzmittel schreien und während der Geburt gar nicht wissen, was gerade geschieht.

Einerseits war es in meiner Erinnerung gut, dass alles (auch Schmerzen) rasch vorüber war. Andererseits kann ich mich an fast nichts mehr erinnern.

Alles, was ich vorher gehört hatte: Atemübungen, verschiedene Geburtspositionen, beruhigende Musik etc. konnte ich total vergessen, weil ich gar keine Zeit hatte für so etwas. Gar nicht daran zu denken, eine andere Position einzunehmen, ich war wie gelähmt vor Schmerzen - bis zur Austreibungsphase. Für einen Einlauf war auch keine Zeit mehr.

Ich möchte dieses Mal weniger ertragen als vielmehr aktiv mithelfen.

Darum mache ich mir Gedanken, wie ich - auch in starken Schmerzzuständen - besser zu meinem Körper finden kann und eben nicht verkrampfe und sozusagen nicht mehr nur "ausgeliefert" bin.

Dass also die Voraussetzung geschaffen werden kann, FÜR verschiedene Gebärpositionen oder Atemtechniken, die auch zur Entspannung beitragen können und nicht "nur" dem mechanischen Nutzen dienen.

Nun gut, das wollte ich nur mal als Erklärung für meine seltsam anklingende Frage beifügen.
Sehr schön finde ich natürlich auch die auf diesen Seiten befindlichen Informationen über die einzelnen Phasen der Geburt - Vielen Dank !


Liebe Grüße (morgen ist der errechnete Termin-wird vermutlich wegen Dauerfrost außerhalb von Mamis Bauch überzogen ; )

Eva.

von Eva-J. am 05.02.2012

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