MamavonMax
Sehr geehrter Herr Dr. Busse, ich wende mich an Sie, weil ich mir große Sorgen um die Gesundheit meines Sohnes mache und mir eine fachliche Einschätzung wünsche. Mein Sohn hat in den letzten Jahren mehrere Ausgrabungssets (z. B. Dinosaurier- oder Ägypten-Sets) benutzt. Die meisten davon waren von bekannten Herstellern wie Kosmos (produziert in Thailand) sowie Galileo/Clementoni (produziert in Italien). Zusätzlich hatten wir ein Set aus einem Italien-Urlaub, das über einen Buchladen verkauft wurde (Verlag Gribaudo/Feltrinelli, laut Verpackung in China produziert). Ein Set bereitet mir jedoch besondere Sorgen: Dieses hat mein Sohn von einem Freund zum Geburtstag geschenkt bekommen (Marke „BMC Happy“). Im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass es sich vermutlich um ein No-Name-Produkt ohne nachvollziehbaren Hersteller handelt (keine funktionierenden Kontaktdaten, unklare Herkunft, CE-Zeichen fraglich). Auch Amazon konnte mir hierzu nicht weiterhelfen, da das Produkt nicht mehr verkauft wird und ich es selbst nicht gekauft habe. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat mir zwar die Adresse der Gewerbeaufsicht genannt, aber auch dort komme ich nicht weiter. Dieses Set hat mein Sohn über mehrere Tage im Kinderzimmer trocken bearbeitet, wobei sichtbar Staub entstand. Anschließend hat er die Reste noch eine Zeit lang als „Dinowelt“ weiter bespielt. Erst ca. 1,5 Jahre später habe ich durch Berichte erfahren, dass in einigen Ausgrabungssets Asbest (Tremolit, teils bis zu 5 %) gefunden wurde. Seitdem habe ich große Angst, dass mein Sohn gesundheitsschädlichen Staub eingeatmet haben könnte. Beim Saubermachen habe ich kürzlich den Hammer aus dem Set unter dem Sofa gefunden, nachdem ich zuvor den Staubsauger gereinigt und erstmals seit Jahren den HEPA-Filter gewechselt hatte. Zudem könnte sich der Pinsel noch in unserer Bastelkiste befinden. Generell weiß ich nicht mehr genau, welche Gegenstände (Steine, Fossilien, Spielzeug) aus den einzelnen Sets stammen, da vieles in verschiedenen Kisten/Setzkasten gelandet ist und sich mit gekauften Edelsteinen und Fossilien vermischt hat. Daher meine Fragen: Ist unter diesen Umständen von einer relevanten gesundheitlichen Gefährdung auszugehen? Können solche kurzzeitigen Expositionen langfristige Folgen haben? Besteht Bedarf für Untersuchungen oder Vorsorge? Reicht es aus, Gegenstände feucht zu reinigen, oder sollten Dinge entsorgt bzw. weitere Maßnahmen ergriffen werden? Aber ich kann ja auch nicht das gesamte Spielzeug entfernen, wo möglicherweise kontaminiertes Material war. Hier wurde auch geraten den Staubsauger zu entsorgen. Mein Mann hält mich schon mittlerweile für verrückt und fand meine Reinigung schon übertrieben. Die Situation belastet mich sehr, da ich normalerweise sehr auf sichere Produkte achte. Ich wäre Ihnen für eine ehrliche Einschätzung sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen
Liebe M., bitte entspannen Sie sich und machen sich keine unnötigen Sorgen! Zum einen ist gar nicht klar, ob in Deutschland verkaufte Produkte überhaupt mit Asbest verunreinigt waren. Für Deutschland meldet das Bundesinstitut für Risikobewertung derzeit keine bestätigten Erkenntnisse mit belastbaren Daten zu asbesthaltigen Spiel- und Bastelsandprodukten, die regulär in Deutschland verkauft wurden (Stand: 25.Februar 2026). Verschiedene Einzelhändler haben Produkte jedoch vorsorglich zurückgerufen. Dem BfR liegen daher zum jetzigen Zeitpunkt keine risikobewertungsrelevanten Befunde zu Asbest in Spielsand vor. Aktuell gibt es ebenso keine Messwerte, die für eine Risikobewertung im Hinblick auf eine Exposition von Kindern gegenüber luftgetragenem Asbest aus Spielsandprodukten verwendet werden könnten. Außerdem hat die Regierung in Belgien eine gesundheitliche Risikobewertung durchgeführt. Diese Bewertung des staatlichen Forschungsinstituts Sciensano kommt zu dem Ergebnis, dass die in den amtlichen belgischen Proben nachgewiesenen Gehalte im Spielsand für Kinder „gesundheitlich vernachlässigbar“ („gezondheidskundig verwaarloosbaar“) sind. Als Vorsorge ist es also nur ratsam, solche Produkte nicht mehr zu verwenden und die vorhandenen Reste luftdicht zu verpacken und im Wertstoffhof zu entsorgen. Alles Gute!
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