Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Schlaftraining ohne Erfolg?

Frage: Schlaftraining ohne Erfolg?

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Sehr geehrter Herr DR. Busse, unsere Tochter ist fast 16 Monate alt und da sie nur durch streicheln in den Schlaf findet und dies auch nachts bis zu 4x einfordert, haben wir uns zu einem Schlaftraining entschieden. Normalerweise ist sie tagsüber ein fröhliches ausgeglichenes Kind, das sich normal entwickelt. Sie hat in ihrem jungen Leben schon 2 Umzüge überstanden, und als mein Mann für 2 MOnate nur an den Wochenenden zu Hause sein konnte, begannen eigentlich die nächtlichen Probleme. Der letzte Umzug ist aber 2 MOnate her und sie wird nicht ruhiger. Holen wir sie zu uns ins Bett klammert sie sich extrem an mich, wie ein Äffchen. Nun beginnt aber auch noch die KiTa, und sie muß auch tagsüber lernen, alleine zu schlafen. Wir haben mit der Sanduhrmethode (nach Freiburger Uni) begonnen, die ein wenig sanfter ist als die Ferber-Methode. Wir haben jetzt 4 Nächte hinter uns, die immer schlimmer werden. Sie schreit jedes Mal bis zu 1,5 Std. (beim Einschlafen und nachts) und fällt dann im Sitzen in den Schlaf. Obwohl sie sich natürlich in ihrem Alter hinlegen kann, steht sie, sobald wir uns neben ihrem Bett nur aufrichten. Uns so schreit sie stehend in ihrem Bett, legt sich nicht hin, setzt sich irgendwann hin und schläft sitzend ein. Der Kopf fällt dann manchmal immer wieder gegen das harte Fußende vom Bett. Hinzu kommt, daß sie scheinbar tagsüber das Vertrauen in uns verliert, daß wir wieder kommen. Wir können kaum auf Toilette gehen, ohne panikartige Reaktionen unserer Tochter zu provozieren, das war eben früher nicht so. Wir geben ihr tagsüber extra viel Streicheleinheiten und sind sehr liebevoll mit ihr. Sie ist nicht mehr das ausgeglichene Kind, ist total aus dem Rhythmus mit dem Essen und Schlafen. Tja, sollen wir konsequent bleiben, obwohl die Nächte momentan schlechter werden oder schaden wir ihr mit unserem Schlaftraining? Vielen Dank für die Antworten!


Dr. med. Andreas Busse

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Liebe M., das ist wohl alles ein bißchen viel auf einmal für ihre Tochter und Sie sollten wohl besser zunächst einmal tagsüber Ruhe einkehren lassen bevor sie an Veränderungen denken. Das gilt meines Erachtens auch für die KITA, wenn das nicht unbedingt sein muss. Das Problem ist letztendlich, dass ihre Tochter sich an Dinge wie Streicheln beim Einschlafen gewöhnt hat und nie lernen konnte, selbständig diesen Schritt zu gehen. Sie sollte erst mal tagsüber Sicherheit erwerben und lernen, dass sie sich auch alleine beschäftigen kann und dass Sie auch noch da sind, wenn sie nur in einem anderen Zimmer sind. Machen Sie am besten ihre Hausarbeit im selben Raum, wo ihre Tochter spielt und wechseln ab zwischen ihrer Arbeit, währenddessen Sie nur Stimmkontakt mit ihrer Tochter halten, und immer wieder hingehen, ihr eine Anregung und eine kurze "Streicheleinheit" geben, und dann wieder an ihre Arbeit gehen. Alles Gute!


Mitglied inaktiv

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möchte trotzdem was dazu sagen. eure tochter hat schon so ganz schön viel zu verarbeiten, was bedeutet dass sie doppelte sicherheit braucht. in der kurzen lebenszeit zweimal auf ein neues zuhause einstellen, papa weniger da, dann noch kita- ich denke mit dem "schlaftraining" nehmt ihr ihr noch mehr sicherheit, was sie euch am tag mit ihrem veränderten, panischen verhalten auch deutlich zeigt. ich weiß dass sich beim thema schlaf die geister scheiden, aber lass sie zu euch kommen! sie klammert sich nicht umsonst an euch. ich bin der meinung man sollte eine lösung finden bei der sich alle beteiligten gut mit fühlen und nicth so sehr nach scheinbaren äußeren zwängen richten. es will mir auch nicht in den kopf hinein was ein kind, noch dazu eines dass deutlich sein BEDÜRFNIS nach nähe und sicherheit ausdrückt positives dabei lernen soll wenn man es tagelang eineinhalb stunden schreien lässt. wir würden wir uns dabei fühlen?? sicher gibt es situationen wo dieses ferbern gerechtferigt ist. aber ich denke es wird bei uns oft leichtfertig angewandt weil man in unseren breitengraden gerade in der kindererziehung so vielen do´s und dont´s ausgesetzt ist dass es schwer sein kann auf die intuition zu hören. mein sohn konnte übrigens auch nicth allein einschlafen, im kindergarten ging es aber (kam mit gerade zwei in die kita). sorry dass ich mich einmische, aber es ging mir echt ans herz wie du das verhalten deiner tocher beschreibst. alles gute, MF


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Hallo, sorry dass ich auch mitsenfe, aber ich sehe es sehr ähnlich wie Mama Frosch - es geht mir auch ans Herz! Auch weil unserer jüngerer Sohn ebenfalls 16 Monate alt ist und ich ihn nicht 1,5 Std. schreien lassen könnte! Ich denke auch, Eure Kleine hat genug zu verarbeiten - Umzug, zeitweise wa r Papa kaum da, jetzt auch noch Kita, das wäre doch auch für uns Erwachsene nicht leicht, oder?! Warum kann sie dann nicht einfach zumindest die eine Sicherheit haben, nämlich mit bzw. bei Euch einzuschlafen, schön angekuschelt? Natürlich kann das acuh für Euch auf Dauer belastend sein, aber mit dem sog. Schlaftraining bekommt Ihr doch auch nicht mehr Schlaf, sondern müsst ihm Gegenteil mit weiteren Situation fertigwerden, die früher so nicht auftraten (das panische Weinen beim Weggehen) - also warum dann das Ganze?! Ich würde eher abwarten, bis sie sich an die neuen Lebensumstände, Tagesablauf mit KITA usw. gewöhnt hat - vielleicht ändert es sich von selbst, oder Ihr könnt dann immer noch sehen, was tun... Aber nicht jetzt, wo ihr wohl alles zuviel wird! Meine Meinung! GRuss, M. P.S. Ich bin auch nicht gerade die Geduldigste bzgl. Kindergeschrei und nachts aufstehen, aber so ein "Schlaftraining" würde ich nicht machen! Wir hatten etwas ähnliche Situationen ein paar Nächte, als ich ihn abgestillt habe (cca. vor 2,5 Monaten), da schrie er auch sehr, wir trugen ihn herum, kuschelten, gaben ihn zu trinken usw., er schrie dennoch, weil ich ihn nicht mehr anlegte - aber das Schreien dauerte nicht 1,5 Stunden und acuh wenn, ist es in Unterschied, ob das Kind ALLEIN im Bett schreien muss, oder ob es zwar schreit, aber bei uns aufm Arm ist, also nicht alleingelassen wird. Und Du schreibst ja selber dass sie das Vertrauen zu Euch zu verlieren scheint - willst Du das echt riskieren?!? Ach ja, frag doch auch nochmal Dr.Posth...


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Ich sollte dazu erwähnen, daß das SChlafen in unserem Bett in den meisten Fällen sehr unruhig und anstrengend für alle Beteiligten war. Die Kleine wälzte sich von einer Seite auf die andere, klammerte an mir, wollte immer wieder ihre Hände in meinem Gesicht oder Nacken haben, dabei aber sehr unruhig. Wir schliefen oft am Rande des Bettes und waren oft am nächsten Morgen verspannt. Außerdem hatt sie uns regelmäßig aus unserer Tiefschlafphase geholt und uns damit schon echte Schlafprobleme beschert. Denn auf Knopfdruck konnten wir dann auch nicht wieder einschlafen. Und dann eben noch der Start der KiTa, wodurch das Thema Schlafen zusätzlich sehr akut wurde. Daher haben wir uns eben zu dem Schlaftraining durchgegrungen. In der letzten Nacht hat sie 9 Std.(!!!) am Stück geschlafen, hurra, aber vielleicht nur eine Ausnahmenacht, sie war auch echt erschöpft.


Mitglied inaktiv

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das wird ja seine gründe haben und dann noch schreien lassen... ich denke sie wird sich sehr verlassen vorkommen. ich finde es eine gute idee, auch bei herr posth nachzufragen, der kann dir sicher mehr sagen als dr. busse (sorry herr busse ;-) ). das mit den händen im gesicht kann man glaub ich schon "abgewöhnen", solang du ihr dafür eine alternative anbietest. für mich klingt es so als sei das schreinlassen der verzweifelte verscuh eure tochter zum schlafen zu bringen, ich frage mich nur was ihr denn sonst schon so probiert habt. und, wie gesagt, wo die nachsicht für ein überfordertes kleinkind ist. tja und das kenne ich auch mir mit einem kind 90cm matratze zu teilen und das kind nimmt den größeren teil davon ein... mein sohn hat dann seine matratze (schlafen mit matrazten auf dem boden) daneben bekommen die ist ja etwas kleiner und flacher und seitdem ist schlaf für uns kein thema mehr. arbeitest du schon wieder? lass doch deinen partner auf der couch schlafen, dann hat er seinen schlaf (macht meine freundin auch so, ihr mann ist neurochirurg da sollte er ausgeschlafen sein). vg, MF


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