ninnelor
Sehr geehrter Herr Dr. Busse, wir haben derzeit Sorgen wegen des Stuhgangs bei unserem Sohn (3 Jahre und 4 Monate). Seit März (also kurz vor seinem 3. Geburtstag) trägt er keine Windel mehr, auch nachts nicht und geht auf die Toilette fürs Pipi machen. Das klappt super. Es geht fast nie etwas in die Hose. Sein großes Geschäft hat er anfangs auch auf die Toilette gemacht und war sehr stolz. Nach einigen malen hat er dann wieder nach einer Windel gefragt, was wir dann auch gemacht haben, weil er partout nicht mehr auf die Toilette wollte dafür. Seitdem war auch das recht unproblematisch, er sagte Bescheid, dass er muss, kriegt eine Windel und macht sein großes Geschäft da hinein. Fertig. Wir dachten er braucht einfach noch etwas Zeit um sich auch dafür umzustellen. Jetzt ist es seit ca 3 Wochen so, dass er den Stuhlgang so lange unterdrückt, bis er Bauchschmerzen kriegt und tierisch leidet. Er kann dann nicht mehr stillsitzen, ist total hibbelig und jammert ununterbrochen. Aber er verweigert sowohl Toilette, als auch Töpfchen und nun eben sogar die Windel für sein Geschäft. Ich bin mit meinem Latein total am Ende, da ich wirklich nicht weiß, wie ich ihm helfen kann. Am Ende dauert es meist fast den ganzen Tag, bis er es am Ende nicht mehr aushalten kann und dann (meist fast unter Tränen) doch eine Windel annimmt (als kleinstes Übel sozusagen). Danach ist er immer total happy und erleichtert, dass es doch geklappt hat. Sein Stuhlgang ist auch nach mehreren Tagen Unterdrückung nicht hart, es tut also sicher nicht weh. Woran könnte das denn liegen? Und was können wir tun, um ihm da zu helfen, dass er das (natürlich am liebsten direkt auf die Toilette) hinkriegt? Kann sowas auch durch psychischen Stress verursacht werden? Er hat vor kurzem eine kleine Schwester bekommen... Vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Wir sind über jede Idee dazu sehr dankbar! Marlene mit Linus
Liebe N., die Ankunft der kleinen Schwester ist natürlich etwas, was der "Erstgeborene" verarbeiten und verkraften muss. Nicht mehr auf die Toilette gehen zu wollen, kann auch der unbewusste Wunsch sein, beim Wickeln wie die kleine Schwester genauso mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie um das "große Geschäft" kein Aufhebens machen und Ihrem Sohn einfach erklären, dass er entscheiden darf, wann und ob er es auf der Toilette oder in die Windel erledigt. Sie das aber gar nicht im einzelnen wissen und beobachten wollen. Auf der anderen Seite ist es sinnvoll, wenn er mit großer Ankündigung täglich eine "Babyhalbestunde" bekommt, in der sich ausschließlich alles im ihn dreht und die Schwester Pause hat. Er darf auf dem Schoß kuscheln, darf nuckeln, bekommt alle Zuwendung wie sie,......... und dann ist wieder normaler Alltag angesagt. Ideal ist es auch, wenn abwechselnd Sie und der Papa etwas nur mit ihm unternehmen und das auch so laut verkünden. Alles Gute!
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