Ollah
Sehr geehrtes Expertenteam, meine 6-jährige Tochter ist leider eine extreme „Nasenbohrerin“. Sie pult so intensiv, dass sie regelmäßig die Nasenschleimhaut (und möglicherweise auch die Nasenscheidewand) verletzt. Dies führt zu häufigem Nasenbluten und hartnäckigen Verkrustungen, die sie dann meist direkt wieder aufreißt. Ich mache mir große Sorgen um die Barrierefunktion ihrer Schleimhaut. Durch die ständig offenen, teils blutigen Stellen in der Nase frage ich mich: Erhöhte Infektionsgefahr: Ist sie durch diese „Eintrittspforten“ anfälliger für Viren und Bakterien? Systemische Risiken: Besteht die Gefahr, dass gefährliche Erreger wie Meningokokken (die ja den Nasen-Rachen-Raum besiedeln) leichter direkt in die Blutbahn gelangen und schwere Verläufe verursachen können? Vielen Dank für Ihre Einschätzung.
Liebe O., viele Kinder haben nun mal leider eine Zeit lang die ungute Gewohnheit, in der Nase zu bohren, und ich habe noch nie davon gehört oder selber bei meinen Patienten erfahren müssen, dass dies zu ernsthaften Infektionen geführt hat. Sie dürfen sich also bitte entspannen und nur zur Pflege eine Nasensalbe anwenden. Wenn die Gewohnheit bei Ihrer Tochter wirklich exzessiv ist, dann wäre es vielleicht hilfreich, einen Kinderpsychologen zu Rate zu ziehen. Alles Gute!