Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Bitte um Ihre Einschätzung

Frage: Bitte um Ihre Einschätzung

Theresa N.

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Sehr geehrter Dr. Busse, bei meinem Sohn wurden bei der Nierensonographie am dritten Lebenstag "geringe Ablagerungen in den Pyramidenspitzen" und "etwas Harnblasensludge" festgestellt. Sonst hieß es zum Glück: alles unauffällig, kein Hinweis auf Harntransportstörung, kein Grund zur Sorge, jedoch Kontrolle in fünf bis sechs Wochen. Nun ist mein Sohn sechs Wochen alt und wir waren zur Kontrolle. Dabei wurde nun eine "beidseitig geringe Aufspaltung des Mittelechokomplexes (4,7mm)" festgestellt und der Befund Harntransportstörung 1. Grades vermerkt. Sonst steht wieder da: alles unauffällig, "keine retrovesicale Ureterdarstellung", "proximaler Ureter lässt sich nicht darstellen" und "kein Hinweis auf höhergradige Harntransportstörung oder Fehlbildung". Außerdem war die Harnblase wohl sehr voll, so dass die Stauung, meinte der Arzt, auch an der vollen Blase gelegen haben könne. Wieder sagte der Arzt, kein Grund zur Sorge, nur in 6 Monaten nochmal kontrollieren, wie es sich entwickelt. Vielleicht war es ja wirklich nur die volle Blase, oder ist doch eine kleine Störung, die sich verwächst. Der Radiologe war sehr nett, hat versucht, mir den Befund zu erläutern und die Sorgen zu nehmen, aber hatte bei überquellendem Wartezimmer natürlich auch nicht so viel Zeit. Bei uns in der Familie hat keiner eine Nierenfunktionsstörung und es fällt mir schwer, die Situation einfach lebenspraktisch einzuschätzen, so dass ich trotz der vielen beruhigenderen Dinge, die ja trotz allem im Befund stehen, sehr unsicher und traurig bin. Meine Hebamme sagte, dass ein solcher Befund öfter vorkommt und es sich fast immer verwächst. Außerdem würden wohl bei einer echten Veränderung/Anomalie eher selten beide Nieren betroffen sein, so dass die Vermutung, es lag an der vollen Blase, durchaus wahrscheinlich ist. Mein Sohn trinkt gut (allerdings leider überwiegend Pre-Nahrung und nur etwa 1 bis 2 - abgepumpte - Muttermilchmahlzeiten täglich),gedeiht gut und auch bei der U3 war alles in Ordnung. Ich wäre sehr froh über Ihre Einschätzung: Ist es wahrscheinlich, dass die Stauung an der randvollen Blase lag? Und falls nicht: Wie gut ist statistisch gesehen die Chance, dass es sich "verwächst"? (beides sind im Moment die Optionen, an die ich am meisten glauben möchte) Oder aber: Welche Konsequenzen hat im Allgemeinen eine solche Störung, wenn sie dauerhaft bestehen bleibt und auch für die kommenden sechs Monate bis zur nächsten Kontrolle? Vielen herzlichen Dank


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe T., in der Regel ist ein weiteres Nierenbecken bis zu etwa 12 mm in diesem Alter völlig normal, wenn sonst keine Hinweise auf eine Harntransportstörung bestehen. Die Verunsicherung entsteht leider, weil die Radiologen dann gerne von "Aufweitung oder Aufspaltung" reden, korrekter wäre einfach nur "weit" zu sagen. Sie sollten sich also keine Sorgen machen und das einfach in einigen Monaten kontrollieren lassen. Alles Gute!


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