Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

22 Monate Altes Kind hat Nachts schmerzen

Frage: 22 Monate Altes Kind hat Nachts schmerzen

Selvi

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Hallo. Ich habe eine 22 Monate alte Tochter. Unsere Probleme haben vor 5 Monaten begonnen. Unsere Tochter fing an, nachts aufzuwachen und zeigte dabei ständig auf ihr Ohr. Außerdem wachte sie nachts weinend auf, setzte sich im Bett auf und bewegte ihre Arme unwillkürlich. Sie wälzt sich im Bett hin und her, wechselt ständig die Schlafposition, steht aber am Ende weinend auf. Wenn sie aufsteht, bewegt sie ihre Hände und Arme. Zuerst sind wir zu HNO-Ärzten gegangen, doch es wurde nichts gefunden. Man sagte uns, sie bekomme Zähne, und so haben wir das ein paar Wochen lang abgewartet. Danach dachten wir, vielleicht zeigt sie auf ihren Nacken, und gingen zu einer Osteopathin. Diese sagte, dass der rechte Atlas blockiert sei, und löste die Blockade. Aber unsere Nächte wurden trotzdem nicht besser. Da unsere Kinderärztin das leider nicht sehr ernst nahm, begannen wir, verschiedene Krankenhäuser aufzusuchen. Auch dort wurde den geschilderten Problemen wenig Bedeutung beigemessen. Eines Nachts habe ich meine Tochter zufällig gefilmt. Auf dem Video bewegt sie – wie jede Nacht – ihre Hände. Als wir das Video im Krankenhaus zeigten, wurde sofort Blut abgenommen und ein 20‑minütiges EEG durchgeführt, da der Verdacht auf Epilepsie bestand. Es wurde aber nichts auffälliges gefunden.. Wir waren vor kurzem im Urlaub und sind dort auch zur sicherheit zim Arzt.. Dort wurde eine vollständige HNO‑Untersuchung durchgeführt und wir wurden an einen Neurologen überwiesen. Es wurde ein MRT des Gehirns gemacht sowie ein Schlaf‑EEG wegen nächtlicher Anfälle. Beide Untersuchungen waren unauffällig. In der Gastroenterologie wurde vermutet, dass es sich um ein refluxbedingtes Sandifer‑Syndrom handeln könnte, und es wurde das Medikament Lansor verschrieben. Zusätzlich trank sie Milchpulver (Formula), das wir abgesetzt haben, da es den Magen belasten könnte. Wir achteten auch darauf, dass sie ihre letzte Mahlzeit 1,5 Stunden vor dem Schlafengehen zu sich nimmt. Auch das haben wir ausprobiert, aber bei meiner Tochter zeigte sich keinerlei Veränderung. Sie steht weiterhin jede Nacht auf und bleibt etwa 2–3 Stunden wach. Man merkt deutlich, dass sie schlafen möchte, aber sobald sie sich hinlegt, setzt sie sich wieder im Bett auf und jammert „es tut weh“. Tagsüber ist sie ein spielendes und sehr fröhliches Kind. Sie versucht aber ihren Schlaf, den sie Nachts hat ausfallen lassen, nachzuholen.Das Einzige, was uns zusätzlich auffällt, ist, dass sie im Auto in ihrem Kindersitz, im Hochstuhl und im Bettchen ständig ihre Beine ausstreckt und ihren Körper anspannt. Wir sind inzwischen völlig verzweifelt und wissen nicht mehr, was wir tun sollen. Können Sie uns bitte helfen?


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe S., es tut mir sehr leid, dass trotz dieser Odyssee durch so viele Arztpraxen keine Lösung für das von Ihnen geschilderte Problem gefunden wurde. Aus der Ferne kann ich Ihre Tochter ja leider nicht untersuchen und kann nur meine spontanen Gedanken zu Ihrem ausführlichen Bericht äußern. Ganz entscheidend finde ich, die Sorgen aus dem Ganzen erst mal wegzunehmen, denn ein Kind, das tagsüber munter und fröhlich und fit ist, kann nicht wirklich krank sein. Versuchen Sie doch bitte mal, Ihre Tochter als ganz gesundes und normales Kind so zu nehmen, wie sie ist und zu akzeptieren, dass ihre Nächte unruhig sind. Sinnvoll ist sicher ein fester Tagesablauf mit einer "Siesta" am Mittag, die auch Ihnen gut tut. Und abends ein festes Zubettgehritual mit einer Gutenachtgeschichte, nach der dann aber auch "Schluss" ist und Sie das Kinderzimmer verlassen. Und notfalls nur erneut hineingehen, kurz beruhigend reden und wieder gehen. Sollte es solche nächtlichen "Attacken" geben, dann bitte mit so wenig Aufhebens wie möglich und ohne Sorgen zu Ihrer Tochter gehen, nur leise reden und keine "Action". Weniger ist mehr, das finde ich entscheidend in Ihre Situation. Alles Gute!


Teddybär2021

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Hallo, ich habe eben zufällig den Beitrag gelesen. Zu dem Thema mit dem Autositz und Hochstuhl: Das hatte unsere Tochter auch, ziemlich früh schon vor dem ersten Geburtstag und wir dachten zunächst an etwas Orthopädisches. Als wir beim Kinderarzt wegen einer Impfung waren (die Ärztin ist zusätzlich Fachärztin für Neuropädiatrie (Kinder-Neurologie), Sozialpädiatrie, Schwerpunktpraxis Epileptologie, Psychotherapie) , haben wir ihr ein Video davon gezeigt und sie sagte uns direkt auf das Video, dass es sich um kindliche Selbststimulation zur Regulation handelt. Kinder würden das als sehr angenehm empfinden und es wird sich mit der Zeit geben. Unsere Tochter ist dabei auch immer ganz verschwitzt gewesen und auch etwas rot im Gesicht, manchmal ist sie dabei eingeschlafen. Unsere Tochter hat damit tatsächlich irgendwann aufgehört. Im Hochstuhl als wir den Aufsatz iegdnwann entfernt haben und iegdnwann auch den Autositz gewechselt haben aufgrund der Größe. Eine Zeit lang hat sie das noch im Liegen gemacht vor dem Einschlafen (auf dem Bauch, Beine anspannen und ausstrecken). Aber auch das hat sich inzwischen erledigt. Mittlerweile ist sie 4,5 und macht das gar nicht mehr. Vielleicht ist es bei euch ähnlich? 


Teddybär2021

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PS: Auch unsere Tochter ist eher keine so gute Schläferin, bis heute nicht. Was du beschreibst kenne ich ebenfalls, auch ich habe Videos davon gemacht. Es wirkt immer fast so als könnte man das Kind nicht ansprechen, weil es so im Halbschlaf und dennoch sehr unruhig ist, gleichzeitig aber nicht sagen kann/möchte was sie gerade plagt. Obwohl unser Tochter mittlerweile normal reden kann, hat sie nachts auch diese Phasen. Es hilft ihr wenn wir monoton zB die Hand auf den Rücken oder Bauch legen, etwas summen und mir der Hand immer etwas "auf und ab" Bewegungen machen und sie dabei antippen. Dieses Monotone scheint sie jedenfalls zu beruhigen. Es ist nicht jede Nacht, aber kommt vor, vor allem wenn sie kränkelig ist. Und sie träumt auch sehr lebhaft, denke ich. 


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