Sternsspange
Sehr geehrter Dr. Mallmann, ich bitte um Ihre Einschätzung zu folgendem Verlauf. Ich bin aktuell ca. in der 27. SSW. In der Vorgeschichte bestand leider ein IUFT in der 36. SSW, daher bin ich bezüglich Wachstum und Doppler sehr verunsichert. In der aktuellen Schwangerschaft liegt das geschätzte Gewicht zwar noch über der 10. Perzentile, jedoch fallen die Perzentilen im Verlauf, insbesondere beim Abdomenumfang. Zusätzlich waren MCA/CPR zuletzt auffällig. Neu hinzugekommen ist ein erhöhter kleiner Zuckertest mit 147 mg/dl; der große Zuckertest steht noch aus bzw. wurde veranlasst. Messwerte: SSW 19+5 Gewicht: 297 g KU: 164,5 mm / 44. Perzentile AU: 150,2 mm / 81. Perzentile FL: 28,3 mm / 16. Perzentile A. umbilicalis: PI 1,12, RI 0,69, EDF positiv A. uterina rechts: PI 0,93 / 64. Perzentile A. uterina links: PI 1,31 / 94. Perzentile Besonderheit: einseitig erhöhter uteroplazentarer Widerstand ohne Notching SSW 21+6 Gewicht: 423 g / 24,1. Perzentile KU: 191,6 mm AU: 166,4 mm FL: 34,9 mm A. umbilicalis: PI 1,01, RI 0,64, EDF positiv MCA: PI 1,72, RI 0,81 MCA-PSV: 21,3 cm/s / 0,768 MoM CPR: 1,70 Ductus venosus: unauffällig SSW 25+0 Gewicht: 690 g / 18. Perzentile KU: 227,1 mm / 26. Perzentile AU: 197,1 mm / 25. Perzentile FL: 43,1 mm / 12. Perzentile A. umbilicalis: PI 0,91 / 12. Perzentile, RI 0,60 / 27. Perzentile, EDF positiv MCA: PI 1,36 / 3. Perzentile, RI 0,71 / 17. Perzentile MCA-PSV: 15,52 / 4. Perzentile SSW 26+3 Gewicht: 846 g / 16. Perzentile KU: 235,8 mm / 7. Perzentile AU: 208,0 mm / 13. Perzentile FL: 47,0 mm / 16. Perzentile BPD: 74,3 mm / +2,7 SD A. umbilicalis: PI 1,16 / 78. Perzentile, RI 0,70 / 81. Perzentile, EDF positiv MCA: PI 1,39 / 4. Perzentile MCA-PSV: 28,80 cm/s / 0,84 MoM CPR: 1,20 / 2. Perzentile Maternaler Doppler: unauffällig Meine Fragen: 1.Sehen Sie in diesem Verlauf Hinweise auf eine beginnende fetale Wachstumsrestriktion, obwohl das Schätzgewicht noch über der 10. Perzentile liegt? 2. Wie bewerten Sie den Abfall des Abdomenumfangs von 81% bei 19+5 auf 25% bei 25+0 und 13% bei 26+3, insbesondere bei Z. n. IUFT? 3. Wie kritisch sind die wiederholt niedrigen MCA-PI-Werte unter der 5. Perzentile und die CPR von 2% bei noch unauffälligem Umbilikalis-Doppler? 4. Kann der BPD-Wert bei 26+3 mit +2,7 SD bei gleichzeitig nur 7. Perzentile des Kopfumfangs eher durch Messwinkel/Kopfform erklärt werden, oder sollte dies gezielt abgeklärt werden? 5. Welche Kontrollintervalle wären aus Ihrer Sicht sinnvoll, insbesondere für Doppler, Wachstum, CTG und ggf. Vorstellung im Perinatalzentrum? 6. Hat der erhöhte kleine Zuckertest mit 147 mg/dl in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung? Da bei Schwangerschaftsdiabetes eher eine Makrosomie zu erwarten wäre, wie ist es einzuordnen, dass das fetale Schätzgewicht aktuell nur bei der 16. Perzentile liegt und der Abdomenumfang von 81% auf 13% gefallen ist? Vielen Dank im Voraus. Deine Schwangerschaftswoche: 27
Zu Ihren Fragen: Es ist zunächst gut, dass das geschätzte Gewicht über der 10er Perzentile liegt. Aber die Tendenz verlangt Aufmerksamkeit. Wobei es bei niedrigen Messwerten neue Algorithmen gibt, die das Gewicht besser, meist höher, einschätzen. Diese Programme sind aber nur in Praxen oder Kliniken für Pränatalmedizin in den Computern verarbeitet. Hier muss ich auch auf neue Messungen und Berechnungen für den AU verweisen. Da sind die Werte meist höher. Die Werte sind schon ernst zu nehmen. Der normale Umbilicalisdoppler kann ein Zeichen dafür sein, dass es sich um eine beginnende Plazentainsuffizienz handelt. Der BPD-Befund ist, wenn die Gehirnstrukturen normal sind, sehr wahrscheinlich einer individuellen Kopfform geschuldet. Wachstumskontrolle würde ich alle 14 Tage empfehlen, Doppler und CTG ggf. wöchentlich und je nach Befund auch häufiger. Natürlich sollten die Untersuchungen in einer Praxis oder Klinik für Pränatalmedizin bzw. in einem Perinatalzentrum erfolgen. Der Blutzucker sollte natürlich mit einem oGTT mit 75g Glukose wiederholt werden. Ein Gestationsdiabetes muss nicht unbedingt mit einem großen Kind einhergehen es kann auch zu Versorgungsschwierigkeiten führen. Also das wichtigste einen Plan mit einer Praxis oder Klinik für Pränatalmedizin erstellen, wie und wann was getestet wird. Alles Gute !! Gruß Dr. Mallmann