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Vitamine in der Schwangerschaft
Obwohl der Kalorienbedarf in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft kaum erhöht ist, haben viele Frauen zu Beginn einen gesteigerten Appetit. Das heißt aber nicht, man müsse "für zwei" essen. Worauf es dagegen viel mehr ankommt, ist eine gute Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen. |
Vitamine, so die einhellige Expertenmeinung, machen unseren Organismus erst leistungsfähig, machen das Immun- und Nervensystem mobil, vertreiben Müdigkeit und sind somit an der Lebensfreude nicht ganz unbeteiligt. Sie sind beispielsweise nötig, um Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß aus der Nahrung in Energie und Baustoffe umzuwandeln, wirken mit beim Aufbau von Hormonen, Enzymen und Blutzellen.
In der Schwangerschaft ist die "Folsäure", ein B-Vitamin, wohl eines der wichtigsten. Es ist maßgeblich an der Bildung und Reifung von roten Blutkörperchen beteiligt. Auch steuert die Folsäure anteilig Zellteilung und Wachstum. Bei einem Mangel kann es u.a. zu Blutarmut und Verdauungsstörungen bei der werdenden Mutter kommen. Viel gravierender aber ist bei einer Unterversorgung die Gefahr eines sogenannten Neuralrohrdefektes, also von Fehlbildungen im Bereich des Rückenmarks und des Gehirns des Babys.
Da der Bedarf an Folsäure schon zu Beginn der Schwangerschaft auf das Doppelte ansteigt und die Zufuhr bei den üblichen Ernährungsgewohnheiten als nicht ausreichend angesehen wird, sprechen sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie die medizinischen Fachgesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe, Humangenetik, Kinderheilkunde und Neuropädiatrie dafür aus, dass Frauen mit Kinderwunsch unbedingt auf eine ausreichende Versorgung achten sollten, um Neuralrohrdefekten beim Baby vorzubeugen. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 600 µg (Mikrogramm) = 0,6 mg.
Besonders wichtig ist der Zeitraum der ersten Wochen der Schwangerschaft, da sich Neuralrohrdefekte beim Baby schon in der zweiten bis dritten Schwangerschaftswoche bilden können. Unbedingt zu Empfehlen ist eine Einnahme von Folsäure schon ab dem Zeitpunkt einer geplanten Schwangerschaft, z. B. ab dem Absetzen der Pille.
Reich an Folsäure sind Spinat, Broccoli, Rosen- Grün- und Blumenkohl, Eigelb, Endivien, Spargel, Tomaten, Weizenkeime und Roggenvollkorngetreide. Unter den Obstsorten sind Apfelsinen, Bananen und Mangos führend im Gehalt.
Weitere wichtige Vitamine, die häufig fehlen und ihre Funktionen:
| Vitamin |
Funktion |
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empfohlene Tagesdosis* |
natürliche Quellen |
| A |
Baustein des Sehfarbstoffes, wichtig für den Aufbau der Haut, schützt die Schleimhäute vor dem Austrocknen und senkt so das Infektrisiko. Natürlicher Gegner der sog. "freien Radikalen", die unsere Zellen schädigen können. |
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1,1 |
rote Paprika, Spinat, Aprikosen, Kürbis, Möhren, Grünkohl, Fisch |
| C |
schützt vor Infekten, wichtig für die Zellatmung im Organismus sowie für Bindegewebe und Knochen, Wundheilung |
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110 mg |
Paprika, Rosenkohl, Brokkoli, Fenchel, Petersilie, Zitrusfrüchte, Kiwi, schwarze Johannisbeeren, Sanddornsaft |
| B1 |
Nervensystem, Kohlehydratstoffwechsel, Herzmuskulatur |
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1,2 mg |
Erbsen, Weizenkeime, Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Fleisch (v. a. vom Schwein), Scholle, Thunfisch, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Erdnüsse |
| B2 |
Hautfunktionen, Fett- Kohlehydrat- und Eiweißstoffwechsel |
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1,5 mg |
Milch und Milchprodukte, Käse, Quark, Geflügel, Vollkornprodukte, Fisch |
| B6 |
Blutbildung, Nerven- und Immunsystem, Wachstum |
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1,9 mg |
Brechbohnen, Sojabohnen, Kohl, Fisch, Avocados, Bananen, Vollkornprodukte, Hühner- und Schweinefleisch |
* Empfehlungen der DGE - Werte für Schwangere
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