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Scheideninfektionen in der Schwangerschaft

Scheideninfektionen in der Schwangerschaft Praktisch jede Frau hat im Laufe ihres Lebens immer wieder einmal damit zu tun: mit einer durch Pilze oder Bakterien verursachten Scheideninfektion.
Mitunter verlaufen diese Infektionen so mild, dass sie kaum Beschwerden verursachen und das körpereigene Abwehsystem prima damit fertig wird. In anderen Fällen sind sie sehr unangenehm oder langwierig.

 

So oder so: Scheideninfektionen gehören zu den Dingen, auf die werdende Mütter ganz und gar keinen Wert legen. Dabei haben sie Ärzte und Hebammen unbedingt auf ihrer Seite, denn: Eine Scheideninfektion in der Schwangerschaft ist nicht nur lästig, sie birgt auch besondere Risiken.

Warum ist eine Scheideninfektion riskant?

Unentdeckt oder unbehandelt kann eine durch Bakterien verursachte vaginale Infektion (bakterielle Vaginose) Richtung Gebärmutter aufsteigen. Schlimmstenfalls kann das in der Schwangerschaft vorzeitige Wehen oder einen zu frühen Blasensprung und so eine Frühgeburt oder Fehlgeburt verursachen.

Am besten wenden Sie sich also immer gleich an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme, wenn Sie irgendwelche Beschwerden haben (z.B. Juckreiz, Brennen oder unangenehm riechender Ausfluss). Sollte tatsächlich eine bakterielle Infektion vorliegen, kann diese schnell behandelt werden, etwa mit einem Antibiotikum. Eine Pilzinfektion ist zwar vorwiegend lästig, sollte jedoch ebenfalls in Absprache mit dem Arzt kuriert werden.

Und was hat der pH-Wert der Scheide damit zu tun?

Zu den frauenärztlichen Untersuchungen in der Schwangerschaft gehört nicht nur der Blick darauf, ob Anzeichen einer Infektion vorliegen. Ärzte und Hebammen prüfen vorsorglich auch den pH-Wert der Scheide. Denn dieser gibt wesentliche Hinweise darauf, ob die Scheidenflora intakt ist. Wenn das der Fall ist, ist die lokale Abwehrfunktion optimal, Pilze und schädlich Keime haben schlechte Karten.

Was ist der pH-Wert eigentlich?

Der pH-Wert ist ein Maß mit dem bestimmt wird, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist. Körperflüssigkeiten wie das Scheidensekret sind wässrige Lösungen, daher lässt sich ihr pH-Wert recht einfach bestimmen. pH-Werte unter 7 liegen im sauren Bereich, 7 gilt als neutral (wie reines Wasser) und Werte über 7 werden als basisch bezeichnet.

Der normale pH-Wert der Scheide liegt bei 3,8 - 4,5, also im sauren Bereich. Dafür sorgen wesentlich von Natur aus vorkommende Milchsäurebakterien, auch Laktobazillen genannt (deswegen ist mitunter von "Milchsäureflora" die Rede). Diese Bakterien produzieren Säure. Ein gesundes Scheidenmillieu verhindert meistens sehr effektiv, dass sich Pilze oder Erreger einnisten können.

Die großen hormonellen Veränderungen der Schwangerschaft führen auch dazu, dass sich das Scheidenmilieu verändert. Bei vielen Frauen ist es weniger sauer. Dadurch kommt es leichter zu einer Scheidenpilzinfektion (Vaginalmykose) oder einer bakteriellen Infektion.

Kann ich den pH-Wert der Scheide auch selbst messen?

Ja, inzwischen gibt es im Handel einfach zu handhabende Teststreifen und pH-Wert-Handschuhe mit integriertem Testfeld. Das Testfeld regiert auf den jeweiligen pH-Wert mit Farbveränderungen (anhand eines Vergleichsstreifens können Sie dann ablesen, welcher pH-Wert vorliegt). Fragen Sie einfach Ihren Arzt oder Ihre Hebamme, ob und wie oft ein Selbsttest sinnvoll ist. Tipp: Lesen Sie vor dem ersten Test die Gebrauchsanweisung in Ruhe durch, damit Sie auch korrekte Ergebnisse erhalten. Sollte der Selbsttest zeigen, dass Ihr Scheidenmilieu nicht im normalen Bereich liegt, wenden Sie sich am besten gleich an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.

Lässt sich das Scheidenmilieu positiv beeinflussen?

Zum Glück ja. Ist der pH-Wert der Scheide nicht im optimalen Bereich, können Milchsäurepräparate helfen. Die gibt es in verschiedener Form, etwa als Scheidenzäpfchen. Ihr Arzt wird Ihnen ein geeignetes Präparat verschreiben. Wichtig und hilfreich für eine gesunde Scheidenflora ist auch die regelmäßige, aber sanfte Pflege im Intimbereich.

 
von Ute Linnert
 

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