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Glukosetoleranztest
Der orale Glukosetoleranztest, kurz oGTT, wird auch Zuckerbelastungstest genannt. Mit diesem Test soll festgestellt werden, ob bei der werdenden Mutter ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. |
Diese Erkrankung, bei welcher der Zuckerstoffwechsel
im Körper gestört ist, kann nur durch einen Glukosetoleranztest
einwandfrei nachgewiesen werden. Bei Frauen, die an Diabetes
mellitus leiden, darf der Test jedoch nicht durchgeführt
werden.
Wann wird ein Glukosetoleranztest empfohlen?
Bestimmte Risikofaktoren, wie Übergewicht, ein Alter
über 30 Jahre oder wenn in der Familie schon einmal Diabetes
mellitus vorkommt, erhöhen die Gefahr für einen Schwangerschaftsdiabetes. Schwangeren, bei denen diese Risikofaktoren auftreten,
wird der Arzt in aller Regel zu einem Glukosetoleranztest
raten. Der Glukosetoleranztest gehört jedoch nicht zur
regulären Vorsorge in der Schwangerschaft - die Kosten
dafür werden nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen
getragen.
Wie läuft der Test ab?
Der Test wird zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche
durchgeführt. Die Schwangere muss zu dem Test nüchtern
erscheinen. Das heißt, sie darf 10 Stunden vor dem Glukosetoleranztest nichts essen und auch nichts trinken. Bereits die
Tage vor dem Test sollte sie auf ihre Ernährung achten
und drei Tage zuvor täglich mindestens 150 g Kohlenhydrate
essen. Am Tag des Testes sollte sie gesund und vor allem
ohne Fieber sein.
Mit dem Test soll festgestellt werden, wie der Körper
eine bestimmte Zuckermenge verarbeitet. Dazu benötigt
der Arzt Blutproben, die verglichen werden. Mit der Untersuchung
einer ersten Blutprobe wird der so genannte Nüchternwert
ermittelt. Das heißt, der Zuckergehalt des Blutes im nüchternen
Zustand wird bestimmt.
Anschließend erhält die werdende Mutter eine Zuckerlösung,
die sie binnen 5 Minuten trinken muss. Dabei handelt es
sich um 250-300 ml Wasser mit Traubenzucker (Glukose).
In den folgenden zwei Stunden darf die Schwangere nichts
essen und nichts trinken, wobei sie sich ohne körperliche
Anstrengung normal bewegen sollte. Nach Ablauf einer Stunde
sowie nach zwei Stunden wird jeweils ein weiteres Mal
Blut entnommen. Bei jeder Blutprobe wird der Blutzuckerwert
bestimmt. Bei einem erweiterten Test wird drei Stunden
nach Einnahme der Zuckerlösung ein viertes Mal Blut entnommen.
Die Werte: Was bedeuten die Zahlen?
Als Normalwerte gelten gemäß den Diabetes-Leitlinien
der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) Nüchternwerte,
die unter 100 mg/dl liegen. Liegt der Nüchternwert zwischen
100 mg/dl - bis 110 mg/dl, spricht man von einer gestörten
Glukosetoleranz, bei einem Nüchternwert von 111 mg/dl
oder mehr, spricht dies bereits für einen Diabetes mellitus.
Der Vergleichswert nach zwei Stunden sollte bei kapillarer
Blutentnahme, wenn das Blut aus der Fingerkuppe oder dem
Ohrläppchen entnommen wurde, unter 140 mg/dl, bei venöser
Blutentnahme, wenn das Blut aus der Armbeuge entnommen
wurde, unter 120 mg/dl liegen.
Eine gestörte Glukosetoleranz liegt vor, wenn bei kapillarer
Blutentnahme der Wert zwischen 140-200 mg/dl und bei venöser
Blutentnahme zwischen 120-180 mg/dl liegt. Ein Diabetes
mellitus wird festgestellt, wenn der Blutzuckerspiegel
nach zwei Stunden bei kapillarer Blutentnahme über 200
mg/dl und bei venöser Blutentnahme über 180 mg/dl liegt.
Das Resultat: Wie zuverlässig ist das Testergebnis?
Verschiedene Faktoren können das Ergebnis des Glukosetoleranztests
verfälschen.
Einerseits kann eine positive Diagnose "Schwangerschaftsdiabetes"
falsch sein, wenn entwässernde Medikamente und Abführmittel
vor dem Test nicht frühzeitig abgesetzt wurden oder wenn
in den vorangegangenen Tagen zu wenig Kohlenhydrate verzehrt
wurden.
Andererseits kann auch ein negatives Ergebnis unzutreffend
sein. Beispielsweise, wenn bei der Schwangeren eine Malabsorption
vorliegt oder in den Tagen vor dem Test bestimmte, blutzuckersenkende Medikamente nicht rechtzeitig abgesetzt wurden.
Auch wenn sie während der 2-stündigen Wartezeit raucht
oder sich in dieser Zeit körperlich zu sehr belastet,
kann dies das Ergebnis verfälschen.
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