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Was bedeutet eigentlich Rhesusunverträglichkeit?
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Acht von zehn Menschen tragen den Rhesusfaktor auf ihren
roten Blutkörperchen und werden deshalb als "rhesus-positiv"
bezeichnet. Die zwei anderen bezeichnet man als "rhesus-negativ".
Der Name "Rhesusfaktor" rührt daher, dass man diesen
Bestandteil des Blutes erstmal bei Rhesusaffen untersuchte.
Als Eigenschaft der roten Blutkörperchen ist er hinsichtlich
einer Schwangerschaft ein besonders wichtiger Faktor im
Gesamt-Blutbild. Bereits bei der ersten Vorsorgeuntersuchung
wird zusammen mit der Blutgruppe ein spezielles Protein
bestimmt, das auf den roten Blutkörperchen "hockt". Das
Ergebnis dieser Bestimmung führt zu "rhesus-positiv" oder
"rhesus-negativ".
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Wenn eine erstgebärende Mutter mit rhesus-negativem
Blut ein Baby erwartet, dessen Blut rhesus-positiv
ist, so ent- stehen daraus in der Regel keine Probleme.
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| Während der Schwangerschaft kommt es
nur selten vor, dass rhesus-positives Blut des Babys
in den Blutkreislauf der Mutter gelangt ( etwa bei
der Amniozentese). Bei der Geburt ist die Wahrscheinlichkeit
allerdings höher. Ist es zu einer solchen "Blutübertragung"
gekommen, befindet sich im mütterlichen Blutkreislauf
zunächst sowohl rhesus-negatives, als auch rhesus-positives
Blut. |

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| Das Immunsystem der Mutter reagiert
jedoch sofort auf diese "Fremdkörper", indem es Antikörperchen
( Y ) bildet, die die roten rhesus-positiven Blutkörperchen
zerstören. |

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| Bei der nächsten Schwangerschaft mit
einem rhesus-positiven Baby könnten diese noch immer
vorhandenen Antikörper der Mutter in den Blutkreislauf
des Babys gelangen, dort die rhesus-positiven Blutkörperchen
angreifen und mehr oder weniger zerstören. Durch diesen
Verlust roter Blutkörperchen kommt es zu einer "Blutarmut"
mit einer Verminderung des Sauerstoffgehaltes im Blut
des Babys. |

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Um diese Entwicklung zu verhindern,
"überlistet" die Medizin das mütterliche Immunsystem.
Das geschieht, indem man der Mutter bei einer Amniozentese
oder kurz nach der Geburt vorbeugend eine sogenannte
"Anti-D-Immunglobulin-Spritze" mit Antikörpern ( Y
) gegen rhesus-positives Blut gibt. Dadurch werden
rhesus-positive Blutkörperchen des Babys - sofern
sie denn in den Blutkreislauf der Mutter gelangt sind
- abgetötet.
Der mütterliche Körper erkennt die von außen zugeführten
Antikörper und bildet keine eigenen. Der Vorteil dieser
Behandlung liegt auf der Hand: Während sich körpereigene
Antikörper im Blutkreislauf der Mutter erhalten würden
- und bei einer zweiten Schwangerschaft Probleme verursachen
könnten - bauen sich die von außen zugeführten Antikörper
schon nach kurzer Zeit wieder ab. |
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