Obwohl das Ultraschallbild ganz deutlich das Leben
im Bauch dokumentiert, warten die meisten Frauen ganz
sehnsüchtig darauf, ihr Baby auch zu spüren.
Bis das Baby so kräftig ist, dass die Mutter die Bewegungen
deutlich bemerkt, vergeht jedoch noch einige Zeit.
Bei der Ultraschalluntersuchung sieht man es zum ersten
Mal ganz deutlich - das Kind bewegt sich. Doch bis die
Mutter endlich ihr Baby spüren kann, dauert es noch etwas.
Bereits in der 8. Schwangerschaftswoche beginnt der Fötus,
sich zu bewegen. So dreht sich beispielsweise der Hals
ein wenig und zwei Wochen später auch schon der Rumpf
und die Arme. Zwischen der 10. und 12. Woche kann man
schon Mundöffnungen und Schluckbewegungen erkennen. Genau
wie der Hand-Greif-Reflex, der sich bis zur 16. Woche
bildet, sind all diese Bewegungen zunächst primitive Reflexe.
Allmählich lernt der Fötus, seine Muskeln zu gebrauchen.
Er strampelt mit den Beinen, bewegt den Kopf und die Hände.
Die Nervenbahnen verbinden sich miteinander und das Kind
greift, streckt und dreht sich.
Die meisten Frauen spüren ihr Baby in der 19./20. Schwangerschaftswoche,
manche früher, manche später. Wann die Bewegungen bemerkt
werden, hängt in erster Linie von der Lage der Plazenta
ab. Sitzt sie an der Vorderwand des Uterus, federt sie
die Bewegungen des Fötus ab und sie sind kaum zu spüren.
Liegt sie jedoch an der Rückwand, spüren die werdenden
Mütter schon früh etwas von ihrem Baby.
So ganz leicht ist es auch nicht, das zarte Klopfen wahrzunehmen.
Manche Mütter berichten, sie hätten Schmetterlinge im
Bauch, andere sprechen von einem kleinen Goldfisch und
wieder andere empfanden die Bewegungen so ähnlich wie
Verdauungsprobleme. Doch mit jedem Tag werden die kleinen
Tritte stärker. Und auch der werdende Vater bekommt endlich
die Turnübungen seines Nachwuchses mit. Manche Mütter
werden durch das Boxen ihres Babys aber auch um den Schlaf
gebracht. Meistens werden die Kleinen nämlich erst so
richtig rege, wenn sich die Mutter entspannt.
Zum Ende der Schwangerschaft bewegen sich die Kinder
in der Regel nicht mehr ganz so heftig, da der Platz für
Purzelbäume nicht mehr ausreicht. Allerdings werden die
einzelnen Tritte, mit denen sich das Baby in die richtige
Geburtsposition bringt, stärker. Wie oft eine Mutter ihr
Baby spürt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein sehr
temperamentvolles Babys spürt man sicherlich häufiger
als eine kleine "Schlafmütze". Und manchmal ist man einfach
auch zu beschäftigt um in sich hineinhören zu können.
Das Ungeborene kann sich an einem Tag viel und an einem
anderen Tag wenig bewegen. So ist es ganz normal, dass
an manchen Tagen die Bewegungen nicht so intensiv sind
oder man nur einen kleinen Schluckauf mitbekommt.
Bedenklich wird es, wenn sich das Baby über längere Zeit
nicht mehr bewegt. Denn das kann ein Zeichen dafür sein,
dass das Ungeborene nicht mehr optimal versorgt wird.
Wer sich nicht sicher ist, sollte sich eine Zeitlang ruhig
hinlegen und prüfen, ob sich das Baby bewegt. Vielen hilft
es auch, sich von einer Seite auf die andere zu drehen
und das Baby damit zu Bewegungen zu veranlassen. Generell
ist es anzuraten, bei Sorge um das Kind schnellstmöglich
zum Arzt zu gehen und die Lage per Ultraschall prüfen
zu lassen. In den meisten Fällen ist es alles in Ordnung
und das Baby ruht sich nur ein bisschen aus.
Das Ungeborene bekommt übrigens viel mehr von der Außenwelt
mit als wir meinen. Schon früh gewöhnt sich der Fötus
an den Lebensrhythmus der Mutter. Dass dieser nicht unbedingt
seinem eigenen entspricht, merkt man spätestens, wenn
dieser zur Schlafenszeit der Mutter erst richtig wach
wird. Aber auch Faktoren wie beispielsweise Stress der
Mutter haben einen Einfluss auf das Ungeborene. In einem
Projekt an der zweiten Universitätsklinik in Wien wurde
festgestellt, dass es bei einer Ausschüttung des Stresshormons
Adrenalin zu verstärkten Bewegungen des Fötus kommt. Auch
über das Fruchtwasser bemerkt er Veränderungen, da sich
der Geschmack je nach körperlichem Zustand der Mutter
ändert. Im fünften/sechsten Monat empfindet das Ungeborene
bereits Vibrationen, Druck und die Temperatur, wenn beispielsweise
eine Hand auf dem Bauch der Mutter liegt. Die Mutter kann
demnach ganz direkten Einfluss auf das Seelenleben ihres
Kindes nehmen. So lassen sich viele der kleinen Boxer
durch ruhige Musik oder leises Zureden beruhigen. Ob aus
dem aktiven Boxer später ein lebhaftes Kind wird, ist
nach wie vor nicht hundertprozentig nachgewiesen. Dieses
Forschungsprojekt kann also jede Frau nach der Geburt
selbst abschließen. Viel Spaß dabei!