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Familienvorsorge

Lebensversicherung

Die Lebensversicherung ist in Deutschland der Versicherungs-Klassiker schlechthin.
Fast zwei Drittel der Bundesbürger haben eine Lebensversicherung. Meist ist es eine Kapitallebensversicherung. Der Name verrät schon, worum es geht: Es wird Kapital gebildet, indem regelmäßig eingezahlt wird. Wer den Fälligkeitszeitpunkt erlebt, erhält die angesparte Summe, im Todesfall geht sie an die bezugsberechtigten Angehörigen.

Die Kapitallebensversicherung ist eine vermeintlich ideale Kombination aus sicherer Geldanlage - also einem Sparplan - und Todesfallschutz für die Angehörigen des oder der Versicherten. Trotzdem raten Experten von einer Kapitallebensversicherung meistens ab. Sie empfehlen, stattdessen eine Risikolebensversicherung abzuschließen und das Geld auf andere Weise zu sparen. Hier erfahren Sie, warum.
 

Die Risikolebensversicherung sichert Angehörige bestens ab

Diese Form der Lebensversicherung baut kein Kapital auf, sondern soll vor allem die Angehörigen versorgen: Die Familie bekommt eine größere Geldsumme, wenn der Versicherte stirbt. Die kann frei bestimmt werden und da kein Kapital angespart wird, sind die Beiträge viel niedriger als bei der Kapitallebensversicherung. Dafür gibt’s kein Geld, wenn der Versicherte den Ablauf der Police erlebt.

Tipps zum Abschluss einer Risikolebensversicherung:

 
Aufpassen, dass die Endsumme, die Ihre Familie erhält, auch hoch genug ist.
Eine Faustregel zur Höhe der Versicherungssumme besagt: Sie sollte mindestens das Drei- bis Fünffache vom Jahresbruttoeinkommen des Hauptverdieners betragen. Möglicherweise kann eine höher gewählte Versicherungssumme natürlich besser sein. Jedoch können ab einer gewissen Größenordnung verschärfte Richtlinien gelten, dann muss etwa durch Arztberichte nachgewiesen werden, dass kein gesundheitliches Risiko besteht.
Insgesamt ist immer die individuelle Situation und die persönlichen finanziellen Verpflichtungen für die Höhe der Versicherungssumme entscheidend. Eventuell kann dazu auch eine Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsberater hilfreich sein.
 
Die Laufzeit so bemessen, dass sie den voraussichtlichen Erfordernissen entspricht. Bei Familien heißt das in der Regel erst einmal: bis die Kinder auf eigenen Füßen stehen. Sie können die Versicherung später auch vorzeitig kündigen, wenn sie nicht mehr benötigt wird. Oder Sie schließen so ab, dass die Auszahlungssumme nach einer gewissen Zeit immer niedriger wird, dann zahlen Sie insgesamt weniger Beiträge. Dieses Variante ist z.B. sinnvoll, wenn Sie Kredite abzahlen und daher im Todesfall anfangs viel Geld benötigen: Je mehr Sie getilgt haben, desto niedriger wird die Auszahlungssumme. Diese Form der Risikolebensversicherung heißt auch Restschuldversicherung.
 
Es gibt die Möglichkeit, beide Partner preisgünstig gemeinsam zu versichern ("Verbundene Leben"), dann wird nur eine gemeinsame Versicherungssumme vereinbart: Im Todesfall erhält der jeweilige Überlebende das Geld. Achtung: Auch Erziehungs- und Haushaltsarbeit sind viel Geld wert. Stirbt der Elternteil, der diese Aufgaben bisher (weitgehend) übernommen hatte und ist fremde Hilfe nötig, entstehen erhebliche Kosten. Es ist daher sinnvoll, auch für den nicht-berufstätigen oder weniger verdienenden Elternteil eine Risikolebensversicherung abzuschließen.
 
Viele Versicherer bieten die Risikolebensversicherung in Kombination mit der Berufsunfähigkeitsversicherung an. Das ist meistens günstiger als beide Verträge einzeln abzuschließen.
 

Die Kapitallebensversicherung hat eine schlechte Rendite

 
Finanzexperten sind der Ansicht, dass es bessere Anlageformen fürs Geld gibt als die herkömmliche Kapitallebensversicherung. Denn:
 
Die verdeckten Kosten sind recht hoch: Am Anfang geht die gesamte Sparsumme für Posten wie Verwaltung und die Provision für den Vertreter drauf. Dadurch baut sich nur langsam ein Guthaben auf.
 
Die Verzinsung ist vergleichsweise niedrig. Wie hoch die Anteile aus der so genannten Überschussbeteiligung ausfallen, hängt von der allgemeinen Wirschaftslage ab. Garantiert ist nur eine Verzinsung (seit 2007: 2,25%) des Sparanteils Ihrer Beiträge.
 
Es stimmt, dass die Ausschüttung am Ende (noch) steuerfrei ist, wenn die Versicherung mindestens zwölf Jahre lang bestanden hat. Für Versicherte mit hohem Einkommen oder für Selbständige kann das ein Vorteil sein. Die Fachleute vom Bund der Versicherten sind aber überzeugt, dass die meisten Bundesbürger ihr Geld anderweitig profitabler anlegen können ohne nennenswerte Mengen an Kapitalertragssteuer zahlen zu müssen.
 
Die Versicherungssumme, die der Familie im Todesfall zur Verfügung steht, ist meistens viel zu niedrig.
 
Sie kommen nomalerweise nicht vor Ablauf der Police an Ihr Geld ran - oder nur unter hohen Kosten. Das ist nachteilig, wenn Sie mal Eigenkapital brauchen, z.B., weil Sie eine Immobilie kaufen wollen.

Tipp: Es ist sinnvoll, Geldanlage und Hinterbliebenen-Vorsorge zu trennen!

Falls Sie eine Kapitallebensversicherung haben, die Sie nicht weiterführen wollen, können Sie diese natürlich kündigen. Davor schrecken viele zurück, weil der Rückkaufswert (das Guthaben, das Ihnen vorzeitig ausgezahlt wird) meistens sehr niedrig ist oder in den Anfangsjahren bei Null liegt. Häufig kommen die Versicherten erst nach sehr vielen Jahren an ihr Geld. Alternative: Sie haben normalerweise die Option, die Beiträge ruhen zu lassen oder auf einen Mindestsatz zurückzufahren. Auf alle Fälle sollten Sie die regelmäßige "dynamische" Erhöhung der Beiträge nicht länger mitmachen: Die Versicherer dürfen bei jeder dieser Erhöhungen Provisionen und Abschlusskosten berechnen, unterm Strich führt die Dynamik zu einer schlechteren Rendite.
 

Was bringt die Variante als Direktversicherung?

Die kann rentabler sein, funktioniert aber nur für Arbeitnehmer: Sie schließen über Ihren Betrieb eine Kapitallebensversicherung ab.

Die Beiträge zahlen entweder Sie selbst (ein Teil Ihres Bruttogehalts fließt direkt in die Versicherung und wird pauschal versteuert) oder Ihr Arbeitgeber. Das zahlt sich vor allem für Angestellte mit höherem Einkommen aus, bei denen eine Gehaltserhöhung großenteils von der Steuer geschluckt werden würde.
 
Weil Sie durch die Direktversicherung Steuern sparen, bringt diese Form der Kapitallebensversicherung ein größeres Plus als die herkömmliche Variante. Wer statt einmaliger Kapitalzahlung am Ende allerdings eine monatliche Rentenauszahlung wählt, muss später u.U. einen Teil der Rente versteuern.
 

 
Die Direkversicherung ist eine Variante der betriebsgestützten Altersvorsorge. Im Zuge der Riesterschen Rentenreform gibt jetzt auch für manche Arten der Direktversicherung staatliche Zulagen.
 

Und wie funktionieren fondsgebundene Lebensversicherungen?

Wenn Sie eine fondsgebundene Lebensversicherung abschließen, kombinieren Sie eine Risikolebensversicherung mit einem Fondssparplan. Denn das Geld der Versicherten fließt in Investmentfonds. Diese können, wenn es sich um gute Fonds handelt, je nach Wirtschaftslage zwar mittel- bis langfristig höhere Renditen erbringen als konservativere Anlageformen. Auch hier gilt aber: Mit einem guten Fondssparplan und einer separaten Risikolebensversicherung sind Sie beweglicher als mit einem fertigen Paket und holen am Ende vermutlich mehr raus.

 

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Bitte bedenken Sie: Die Informationen von Rund-ums-Baby sollen Ihnen lediglich als Orientierungshilfe dienen. Die individuelle Beratung durch Fachleute können sie selbstverständlich nicht ersetzen.

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