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Guten Appetit

Bitte recht freundlich: gute Manieren

Die Zeiten von Knicks und Verbeugung, von "Kinder soll man sehen, aber nicht hören" und ähnlich strengen Sitten sind zum Glück längst vorbei. Vorbei ist aber auch die Epoche, in der viele Eltern jede Art höflichen Benehmens bei Kindern als dummen Drill abtaten. Heute wünschen sich Mütter und Väter durchaus, dass ihre Kinder im Umgang mit anderen freundlich und gewandt sind.

Eine Sache gegenseitigen Respekts

Allerdings, da sind sich alle Pädagogen einig, sollte Höflichkeit keine Sammlung von Floskeln und inhaltsleeren Handlungen sein. Denn im Kern geht es vor allem darum: Das menschliche Zusammenleben angenehmer zu machen, indem wir anständig miteinander umgehen. Idealerweise ist Höflichkeit Ausdruck von Respekt dem anderen gegenüber. Indem wir z.B. um etwas bitten/uns für etwas bedanken, zeigen wir unter anderem, dass wir die Anstrengung unseres Gegenübers würdigen. Höflichkeit ist also ein ganzes Stück weit eine innere Haltung. Genau die müssen wir unseren Kindern vermitteln. Dann werden diese im Lauf der Zeit auch die richtigen Worten und Gesten finden.

Gutes Benehmen beginnt daheim

Das vergessen wir oft. Doch den Grundstein dafür, dass unsere Kinder zu höflichen Menschen werden, legen wir in unseren eigenen vier Wänden. Denn auch innerhalb der Familie, etwa zwischen Mama und Papa sowie zwischen Eltern und Kindern sollte durchaus Respekt für den anderen herrschen. Natürlich fällt der Ton im Alltags-Stress manchmal etwas rauer aus. Prompt wird aus dem "Gibst du mir bitte den Schraubenzieher" ein gehetztes "Schraubenzieher!". Völlig okay, solange das nicht ständig den Ton im Haus bestimmt, sondern die Ausnahme bleibt.

Übrigens: Ein ganz wesentlicher Aspekt der Höflichkeit ist die Entschuldigung. Die schulden wir auch unseren Kindern, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Sie haben versehentlich mit dem Staubsauger das Legohaus zerstört? Aus Vergesslichkeit den Keks weggefuttert, den Sie Ihrem Kind versprochen hatten?

Dann entschuldigen Sie sich besser bei ihm und bieten eine Wiedergutmachung an ("Komm, wir bauen ein neues Haus!"). So helfen Sie Ihrem Kind, eine wichtige Lektion zu lernen: Wenn ich einem anderen Schaden oder Schmerz zugefügt habe, bin ich dafür verantwortlich, die Sache wieder einzurenken.

Verzagen Sie bitte nicht, wenn das mit dem Entschuldigen bei Ihrem Nachwuchs erst einmal nicht klappt. Es dauert oft mehrere Jahre, bis Kinder zu ehrlichen Entschuldigungen fähig sind. Vielen fällt es schwer, eigene Fehler einzugestehen. Etwas falsch gemacht zu haben, vielleicht noch dazu ohne böse Absicht, nagt am Stolz und am Selbstbewusstsein. Umso wichtiger ist es, dass wir Eltern konsequent vorleben, wie man sich entschuldigt. Und unsere Kinder loben, wenn Sie es endlich selber schaffen.

"Sag mal schön danke!"

Okay, manchmal wünschen wir uns, unsere Dreijährige würde sich freundlich bei der Nachbarin bedanken. Statt das Geschenk stumm zu kassieren und sofort am Papier zu zerren. Es wäre auch wunderbar, wenn der Fünfjährige unserer Freundin guten Tag sagen würde, anstatt sich im Treppenhaus zu verkrümeln.

Aber da müssen Eltern durch: Wenn Ihr Kind einfach noch nicht so weit ist, dass es mit solchen Situationen umgehen kann, sollten Sie keinen Druck machen. Es ist für alle Beteiligten nur peinlich, wenn sich alles darauf zuspitzt, ob ein Kind bestimmte Worte über die Lippen bringt. Und Ihr Kind wird alles daran setzen, entsprechende Situationen künftig gleich zu vermeiden.

Am besten springen Sie vorläufig einfach für Ihr Kind ein, z.B. indem Sie sich herzlich für das Geschenk bedanken. Oder Ihrer Freundin sagen, dass "Thomas bestimmt nachher zu uns kommt".

Indem Sie die Situation freundlich und gekonnt entschärfen, zeigen Sie Ihrem Kind ja erneut, wie so etwas geht. Und eines Tages werden Sie ganz bestimmt miterleben dürfen, wie Ihr Kind sich auf das freundlichste bedankt. Oder Gäste und Anrufer höflich bittet, einen Moment zu warten, während es Mama oder Papa holt... Mit jedem Lob, das es dann von Ihnen erhält, wird Ihr Kind innerlich noch ein Stückchen weiter wachsen.

Fragen und Antworten, wie Sie mit bestimmten Erziehungs-Problemen besser klar kommen finden Sie im Forum Erziehung von Dipl.-Sozialpädagogin Sylvia Ubbens.

Anne Malburg

Familie