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Ersttrimesterscreening
Das sogenannte Ersttrimenon- oder Ersttrimesterscreening
(eine Untersuchung im ersten Schwangerschaftsdrittel)
dient zur Erkennung von Chromosomenanomalien wie dem Down-Syndrom. |
Berechnet wird das Risiko für das Vorliegen einer Chromosomenveränderung.
Einflussgrößen sind: das Alter der Mutter, die Größe der
Nackenfalte und die Blutwerte ß-HCG und PAPP-A.
Die Untersuchung kann zwischen der 12. Und 14. Schwangerschaftswoche
durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung
und die gewonnenen Ultraschalldaten werden unter Berücksichtigung
des jeweils gegebenen "Altersrisikos" zu einem "Gesamtrisiko"
verrechnet. Da dieses Ergebnis sehr bald vorliegt, können
im Zweifel noch weitere Untersuchungen wie die Amniozentese
oder die Chorionzottenbiopsie durchgeführt werden.
Was bedeutet "Altersrisiko"?
Das Risiko für ein Kind mit Down Syndrom steht grundsätzlich
in Abhängigkeit zum Alter der werdenden Mutter. Diese
Tabelle (s.u.) zeigt die vom Alter abhängigen Risiken.
Dabei ist das Risiko für eine Anomalie am Anfang einer
Schwangerschaft (hier im Beispiel in der 12. SSW) noch
höher als beispielsweise zum späteren Zeitpunkt der Geburt,
da es in Fällen von Anomalien oft schon vorher zu einem
natürlichen Abbruch der Schwangerschaft (Fehlgeburt) kommt.
| Alter |
Risiko für eine Trisomie
21 |
| |
bei der Geburt |
in der 12. SSW |
| 20 |
1 : 1526 |
1 : 1018 |
| 25 |
1 : 1351 |
1 : 901 |
| 30 |
1 : 894 |
1 : 596 |
| 32 |
1 : 658 |
1 : 439 |
| 34 |
1 : 445 |
1 : 297 |
| 36 |
1 : 280 |
1 : 187 |
| 38 |
1 : 167 |
1 : 112 |
| 40 |
1 : 96 |
1 : 64 |
| 42 |
1 : 55 |
1 : 36 |
| 44 |
1 : 30 |
1 : 20 |
Nackenfaltenmessung (Nackentransparenz, NT, NTD)
Bei der Ultraschalluntersuchung wird u.a. die Nackentransparenz
(NT) untersucht bzw. gemessen. Sie ist ein dunkler Bereich
(Flüssigkeit) im Nackenbereich des Kindes. Die Nackenfalte
ist etwas vollkommen Normales und kann bei den meisten
Kindern im Ultraschall in einem bestimmten Entwicklungsstadium
dargestellt werden. Je nach Größe der Nackentransparenz,
ist das Risiko für eine chromosomale Anomalie oder andere
Erkrankungen des Kindes erhöht oder erniedrigt.
Ganz wichtig: Fast alle Kinder, bei denen eine vergrößerte
Nackenfalte festgestellt wird, haben trotz allem keine
Chromosomenveränderung! Es ist eher so: In der Gruppe
von Kindern mit vergrößerter Nackenfalte findet man lediglich
relativ mehr Kinder mit Chromosomenstörungen als in der
Gruppe mit einer durchschnittlichen Nackenfaltendicke.
Blutuntersuchung (Biochemie, biochemisches Screening)
Bei einer Blutuntersuchung im 1. Schwangerschaftsdrittel
kann das schwangerschafts- spezifische Eiweiß, das PAPP-A
(Pregnancy Associated Plasma Protein A) sowie die freie
ß-Untereinheit des HCG (Human Choriongonadotropin - Schwangerschafts- hormon)
gemessen werden. Die Auswertung ist möglich zwischen der
11+0 und 13+6 SSW. PAPP-A ist in Schwangerschaften mit
Down-Syndrom signifikant erniedrigt, freies ß-HCG erhöht.
Die Erkennungsrate für Trisomie 21 mittels dieser Blutuntersuchung
allein, also PAPP-A + freies ß-HCG ohne Ultraschall, liegt
derzeit bei rund 65%.
Erfolgt die Bestimmung des freien ß-HCG (Human Chorionic
Gonadotropin) und des PAPP-A (Pregnancy Associated Plasma
Protein A) im Rahmen des Ersttrimesterscreenings, also
unter Einbeziehung der Ultraschalldaten und des "Altersrisikos"
der werdenden Mutter, liegt die Erkennungsrate um 90%.
Die richtige Interpretation
Bitte beachten Sie: Das Konzept des Ersttrimesterscreenings
ist nur eine statistische Risikoberechnung - jedoch liegt
die Erkennungsrate bei bis zu 90%. Eine 100%ige Sicherheit
kann diese Untersuchungsreihe nicht bieten. Des Weiteren
sollten Sie sich klar machen, was ein Risiko von beispielsweise
1:445 (Alter der Frau 34 Jahre bei der Geburt) bedeutet:
1 von 445 Kindern wird eine Trisomie 21, also das Down
Syndrom, haben. 444 Kinder sind jedoch vollkommen gesund!
Hier finden Sie weitere Infos über die vorgeburtliche Diagnostik.
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