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Wenn Babys erkältet sind

Erkältung - der Dauerbrenner

Babys und Kleinkinder trifft es nicht nur besonders häufig - 10, 12 mal pro "Saison" ist noch ganz normal - sondern oftmals auch heftig.
 
Die zarten Schleimhäute in Nase, Mund und Hals, die als Schutzschild gegen 1001 Erreger wirken sollen, sind noch sehr anfällig. Die Abwehrkräfte des Immunsystems befinden sich zum einen erst noch in der Entwicklung, brauchen zum anderen aber auch den Kontakt zu Erregern, um ein starkes Immunsystem aufbauen zu können.

Der freie Raum in der Nasenhöhle ist noch sehr klein, und die Nasengänge zum Rachen sind eng. Schon eine leichte Schwellung der Nasenschleimhaut kann deshalb dazu führen, dass das Baby nur schlecht Luft bekommt. Gezwungenermaßen geht es zu der Mund und Hals austrocknenden Mundatmung über, was die dortigen Schleimhäute nun ebenfalls in Mitleidenschaft zieht. Die eigentlichen Erreger der typischen Entzündungen sind sogenannte "Rhinoviren". Sie haben die üble Eigenschaft, sich bei etwa 33°C am wohlsten zu fühlen. Diese mollige Temperatur finden sie auf den Schleimhäuten der oberen und mittleren Atemwege (bis zum Kehlkopf hinunter), wo sie sich niederlassen und rapide vermehren. Bald folgen Krankheitsgefühl, Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden und Appetitmangel.

Beim Säugling deuten vor allem die behinderte Nasenatmung (Schniefen) und eine Trinkunlust auf das nahende übel hin. Um der Nase zu helfen, können Sie zunächst leichte isotonische Kochsalzlösungen sowie Spraypräparate mit keimfreiem Meerwasser oder Sole anwenden. Wenn der Schnupfen ausgebrochen ist, gibt es abschwellende Nasentropfen, die auch für Säuglinge und Kleinkinder geeignet sind. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Kinderarzt oder Apotheker beraten.

Vorsicht ! ätherische öle wie japanisches Heilöl, Campher oder Menthol dürfen keinesfalls direkt im Gesicht angewendet werden ! Beträufelte Taschentücher nicht auf das Kissen legen, wo sie das Baby mit dem Kopf erreichen kann.

Babys ab einem halben Jahr kann man auch mit speziellen Kindersalben, die ätherische öle enthalten, Erleichterung verschaffen - man trägt sie dünn auf Brust oder Rücken auf. Auch zum Inhalieren und Baden gibt es kinderfreundliche Anwendungsformen. Bei einem Erkältungsbad von Körpertemperatur nimmt das Kind die ätherischen öle sowohl durch die Haut als auch über die Atemwege auf.

Woran Sie schon bei den ersten Anzeichen denken sollten:

* Reichlich zu trinken geben: z.B. Mineralwasser, ungesüßte warme Erkältungstees (Fenchel, Thymian, Lindenblüten, Mädesüßblüten und Kamilleblüten) oder (evtl. verdünnte) warme Säfte wie Holunder- Heidelbeer- Orangen- Kirsch- oder Rote-Bete-Saft.
 
* Darauf achten, dass die Raumluft genügend Feuchtigkeit hat. 40 - 70% sind ideal. Lassen Sie gegebenenfalls etwas Wasser verdampfen.
 
* Kein Tabakrauch, der die angeschlagenen Schleimhäute weiter reizt.

Wenn das Baby fiebert

Die normale Körpertemperatur liegt zwischen 36,5 und 37,2°C - morgens im unteren, abends im oberen Bereich. Werte über 38°C sind immer ein sicherer Beweis, dass das Kind krank ist. Bis 38,5° C spricht man von erhöhter Temperatur. Die Werte darüber gelten als Fieber und Bettruhe ist angesagt.

Fieber bedeutet nicht automatisch Gefahr. Durch eine allzu rasche Senkung können sogar unnötige Komplikationen hervorgerufen werden, wie z.B. die Verschleppung einer Infektion. Die Temperatur, die bei Kindern noch toleriert werden kann, liegt im Bereich bis 39°C. Der Körper wehrt sich gegen Erreger indem er seine Temperatur bis zu einem Wert hochfährt, die diese abtötet. Dafür benötigt er eine gewisse Zeit. Besonders Fieberzäpfchen nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden.

Messen Sie mehrmals täglich die Temperatur im Po, halten Sie das Thermometer währenddessen fest und notieren Sie anschließend die Werte für den Arzt.

Sehen Sie regelmäßig nach Ihrem Kind, während es im Bettchen liegt. Bei etwa vier bis fünf Prozent aller Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren kommt es einmal zu einem sogenannten Fieberkrampf, der allerdings meist ohne Folgen bleibt und nur selten wiederkommt. Die Anzeichen dafür sind: Es erscheint plötzlich abwesend, hat Zuckungen und verdreht womöglich die Augen. Auch der kurzfristige Verlust des Bewusstseins für Sekunden oder Minuten kann eintreten. Sofort einen Arzt verständigen.

Auf keinen Fall Aspirin oder Novalgin geben! Beide sind zwar für Erwachsene ungefährlich, können bei Kindern aber schwere bleibende Schäden verursachen !

Wichtig: Bei Babys unter drei Monaten, deren Immunsystem noch kaum ausgeprägt ist, muss man bereits bei Werten über 37,8°C reagieren. In diesem Fall gibt man aber keine fiebersenkenden Mittel, sondern geht ebenfalls sofort zum Arzt.

Solange ein fiebriges Kind fröstelt, braucht es Wärme. Es bietet sich eine Wärmflasche an, die Sie ihm im Bettchen unter die kalten Füße legen können. Fühlt sich seine Haut dagegen heiß und schwitzig an, sollten Sie es nur leicht zudecken und ihm luftige Kleidung anziehen. Die Raumtemperatur im gut belüfteten Kinderzimmer sollte 20°C nicht übersteigen.

Fiebersenkend ab 39°C wirken auch Wadenwickel. Vor dem ersten Wickeln sollten die Beine jedoch fühlbar heiß sein und das Kind darf nicht frösteln. Nehmen Sie dazu Handtücher, die Sie in lauwarmes Wasser - nicht in kaltes Wasser - tauchen und um die Beinchen wickeln. Ziehen Sie dicke Socken darüber und erneuern Sie sie am besten nach jeweils 15 bis 2O Minuten (keinesfalls länger als eine Stunde angelegt lassen!). Anstelle normalen Wassers können Sie auch Essigwasser verwenden, was in der Regel die Wirksamkeit erhöht. In einen Topf lauwarmes Wasser gibt man zwei bis drei Esslöffel Essig.

Wenn das Fieber auf 38 - 38,5° gesunken ist, kann man mit der Behandlung aufhören. Und wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Fieber-Kind keinen Appetit hat. Sie sollten es dann auch nicht zum Essen zwingen.

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Fragen zu diesem Thema:
  
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