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Erste Zähnchen

Wann kommen sie?

Meistens so um den fünften, sechsten Monat herum. Es gibt aber auch Babys, die schon mit 3 oder erst mit 10 Monaten die ersten Zähnchen bekommen. Da sich die Zähne schon vor der Geburt unter dem Zahnfleisch heranbilden, kommt es hin und wieder vor, dass ein Baby schon mit einem Zähnchen auf die Welt kommt, das aber meist nur locker sitzt und wieder ausfällt. In aller Regel zeigen sich zuerst die beiden unteren, dann die oberen Schneidezähne (siehe Grafik unten). Danach folgen die anderen Zähne von vorne nach hinten Stück für Stück, bis sich das Gebiss mit etwa zwei bis zweieinhalb Jahren 20 Zähnen vervollständigt hat. Den Namen "Milchzähne" haben die ersten Zähnchen übrigens aufgrund ihrer schneeweißen Farbe.
Die Milchzähne haben im Grunde eine Art Platzhalterfunktion für die späteren, bleibenden Zähne. Sie füllen die Räume erst einmal aus, damit sich Ober- und Unterkiefer gesund entwickeln können. Im Alter von etwa sechs Jahren beginnen sie dann, wieder auszufallen, um dann nach und nach durch 32 neue, die zweiten Zähne, ersetzt zu werden.

Leider klappt es selten problemlos

Der Durchbruch der ersten Zähnchen kündigt sich meist mit einem verstärkten "Speicheln" und unentwegtem Herumkauen des Babys an Fingern, Schnuller oder Spielzeug an.
Obwohl das "Zähnebekommen" an sich natürlich keine Krankheit ist, besteht für das Baby in dieser Zeit durch die leicht geschwächte Immunabwehr ein etwas höheres Risiko, sich einen Infekt "einzufangen." Dass das Immunsystem jetzt mehr gefordert ist, als sonst, zeigt sich nicht selten an einer geröteten, leicht geschwollenen Mundschleimhaut und etwas erhöhter Temperatur. Viele Babys leiden bei den ersten Zähnchen, sind verständlicherweise quengelig, haben häufig Verdauungsprobleme und schlafen schlecht.

Bemerken Sie jedoch Fieber, Durchfall oder/und Ausschlag, so ist noch etwas anderes mit "im Spiel" und Sie sollten mit dem Baby zum Arzt gehen. Die Annahme, dass das alles von den Zähnen kommen kann, ist nichts weiter als ein Ammenmärchen!

Wie man helfen kann

Indem sie den Schmerz am liebsten abschalten möchten, greifen sich Babys in dieser Zeit ständig mit den Fingern, manchmal mit der ganzen Hand in den Mund. Der dabei vermehrt austretende Speichel kann dann möglicherweise ursächlich sein für Hautreizungen in der Region zwischen Lippen und Kinn. Wischen Sie ihn deshalb häufiger ab, bevor zuviel davon antrocknet und schützen Sie die Haut mit regelmäßigem, dünnen Cremen.
Das Kauen auf einem Beißring aus Gummi kann die Schmerzen lindern. Gelgefüllte Beißringe, die man vor Gebrauch im Kühlschrank kühlen kann, lindern durch die Kühle zwar anfangs besser, werden dann aber hart und können beim weiteren Kauen wieder wehtun. Möglicherweise hilft es Ihrem Baby, wenn Sie das Zahnfleisch von Zeit zu Zeit mit dem Finger ein wenig massieren - am besten mit einem geeigneten Mittel aus der Apotheke.
Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Seite "Was tun, wenn mein Baby zahnt?".

Wichtig:

Bitte nicht ohne eine Beratung auf eigene Faust eines der gängigen Heilöle anwenden, weil sie oft zu scharf für die zarten Schleimhäute sind. Ebenfalls Linderung verschaffen Knabbersachen, wie Kekse oder Zwieback.

Mit harten Brotrinden, die immer wieder als Geheimtipp kursieren, sollten Sie dagegen wegen der Erstickungsgefahr sehr vorsichtig sein!

Pflege

Putzen Sie Ihrem Kind bereits ab den ersten Zähnchen täglich einmal mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta die Zähne - ab dem zweiten Lebensjahr sollte das Zähneputzen dann zweimal täglich erfolgen. Kaufen Sie wenn möglich eine Lernzahnbürste mit einem kindgerecht kleinen Borstenkopf und weichen Borsten.
Machen Sie sich einen Spaß daraus, mit Ihrem Kind zusammen Zähne zu putzen - Sie werden sehen, wie viel Spaß es schon bald daran hat, Ihnen morgens und abends mit "seiner" Zahnbürste nachzueifern. In den ersten Jahren ist es natürlich kaum mehr als ein "Kauen, Schieben und Stochern" - und Sie müssen natürlich selbst ran. Aber Spaß an der Sache und frühe
Gewöhnung ist alles.

Am einfachsten putzen Sie Babys Zähne mit dem Kind auf Ihrem Schoß, indem Sie den Belag durch sanftes Auf- und Abwärtsbürsten entfernen.

Tipp:

Ersetzen Sie die Babyzahnbürste alle vier, fünf Wochen auch dann, wenn sie noch einen tadellosen Eindruck macht. In den Borsten tummeln sich dennoch reichlich Bakterien, denen man mit normalem Ausspülen unter fließendem Wasser nicht mehr beikommen kann.

Wichtig vor allem im ersten Lebensjahr ist eine ausreichende Versorgung mit Fluor, einem Mineral, das Karies vorbeugt, indem es den Zahnschmelz kräftigt. Viele Kinderärzte verordnen deshalb eine regelmäßige Einnahme von Fluortabletten in dieser Zeit.
 
Halten Sie aber dennoch regelmäßig Ausschau nach ersten Anzeichen von Karies, die sich für gewöhnlich als kleine, gelblich-bräunliche Flecken zeigen. Regelmäßige Zahnarztbesuche empfehlen sich so früh wie möglich.

Karies vorbeugen können Sie am besten, indem Sie darüber wachen, dass nicht unnötig viel Zucker an Babys Zähne gelangt. Auf keinen Fall sollten die Zähnchen durch Dauernuckeln an einer Flasche umspült werden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sich nur Wasser oder eine zuckerhaltige Lösung darin befindet. Beides verdünnt den Speichel und macht die Zähne für Bakterien angreifbar.

 

Babypflege