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Geschrieben von Vivaldia am 13.08.2010, 13:51 Uhr

Denke über Mobbing nach

Hallo,

das Thema Mobbing wurde gerade angesprochen und ich finde die Beiträge sehr interessant. Vielleicht mögt ihr mir weiterhelfen?

Es geht um einen Jungen 12 Jahre in unserem Bekanntenkreis. Er wurde ein Jahr später eingeschult, ist groß und wirkt sehr selbstbewusst. Er ist intelligent und kann sich sehr gut ausdrücken.
Er setzt seine Worte oft als Waffe ein und treibt Kinder, die dieses Talent nicht haben, an den Rand des Wahnsinns. Er gibt gerne an mit dem "was er hat und darf" und macht das, was andere haben schlecht.
Ich kenne kein Kind, das ihn mag. Die Kinder zeigen das auch z.T. sehr deutlich. Eine Gruppe, bei der er dabei ist, hat keine Lust darauf, wenn er dabei ist. Wenn er fehlt, sind die Kinder begeistert bei der Sache.

Sein Vater beschwert sich alle Daumen lang beim Lehrer oder Trainer (oder bei mir) und behauptet, sein Kind werde gemoppt. Wir sprechen mit den Kindern und diese halten dann eine Zeitlang Waffenstillstand. Sprich, sie ignorieren ihn. Das passt ihm natürlich nicht und er reizt sie dann damit sie sich mit ihm abgeben. Die anderen ziehen sich darauf zurück und er ging dann zum Trainer und sagte, dass die anderen "nicht so leistungsbereit sind wie er".

Wenn ich lese wie Kinder, die gemoppt werden, leiden dann tut mir der Junge schon leid, allerdings sehe ich überhaupt keine Möglichkeit, dass es irgendwie besser werden könnte. Weder der Junge noch der Vater sehen anscheinend irgendeinen Fehler bei sich.

Danke fürs Lesen und für Hilfe
Vivaldia

 
14 Antworten:

Re: Denke über Mobbing nach

Antwort von bobfahrer am 13.08.2010, 14:34 Uhr

Da hilft auch nur ein sehr klares Wort mit dem Vater, den Mobbing kann ich gar nicht erkennen - es ist vollkomen normal wie die Kinder reagieren. Warum soll die Gruppe sich anpassen und ihn mitziehen wenn er anscheindend nichts für den Gruppenfrieden tut.

Mobbing ist was anderes, das sind Kinder und die sind manchmal eben grausam. Ist so, war schon immer so und wird immer so bleiben...

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Re: Denke über Mobbing nach

Antwort von Texaslightning am 13.08.2010, 14:55 Uhr

Da seh ich auch keinen Fall von Mobbing, wenn ich die anderen ärger, braucht mich das auch nicht zu wundern, dass die so reagieren. Wie es in den Wald hineinschreit so schallt es heraus.

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Re: Denke über Mobbing nach

Antwort von Petsy am 13.08.2010, 15:01 Uhr

Für mich ist das auch kein Mobbing.
Ich würde sogar den anderen Kids sagen, dass sie sich nicht um den Jungen zu kümmern brauchen, wenn er die Gruppe stört.
Angeber mag mein Kind auch nicht.
Ich glaube, wenn der Vater nicht einsichtig ist, kann man da wenig machen.
Aber es ist ganz sicher nicht die Aufgabe der anderen Kids, dann müssen sie ihn halt links liegen lassen.
lg

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Re: Denke über Mobbing nach

Antwort von Vivaldia am 13.08.2010, 15:12 Uhr

Dass das kein Mobbing ist, ist mir im tiefsten Inneren schon klar - aber ist es nicht egal, wenn Vater und Sohn es als Mobbing empfinden?
Ich habe das Kind weinen sehen, weil die anderen so "gemein" sind ...

Ihr habt völlig recht, er will die Gruppe beherrschen und die anderen lassen ihn links liegen - und das wird eben als Mobbing empfunden.

Da ist wohl Zivilcourage gefragt und ein ehrliches Wort mit den Eltern angesagt (hab jetzt kein Panik-Smiley gefunden).

Vivaldia

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Re: Denke über Mobbing nach - ausgezeichnet !

Antwort von Franz Josef Neffe am 13.08.2010, 19:09 Uhr

Der Knackpunkt, den ich als Ich-kann-Schule-Lehrer sehe, ist, dass KEINER den Jungen mag, vor allem ER SELBST. Er mag sich selbst nicht. Das hat natürlich eine Ursache; vielleicht liegt sie in der Familie? Lassen wir´s mal so stehen.
Wenn der Junge sich ständig so existenzbedrohlich wichtig machen muss, dann fühlt er sich selbst existenzbedroht unwichtig. Wenn die Seele am Verhungern ist und das nur verdeckt zeigen kann, dann helfen keine formalen Techniken und Aktionen. Ich hätte ein persönliches Gespräch mit ihm "von unten hinauf". Es wäre mir wichtig, so zu sitzen, dass ich zu ihm aufschaue, ggf. tät ich mich dafür auf den Boden setzen. Meine erste, nonverbale, Botschaft ist: "Mein Respekt für Deine Talente". Dann kann ich fragen: "Wie ist das mit DEINEM Respekt für Deine so feinen Talente?"
Das ist der Einstieg für unsere gemeinsame Stärkung, Aufrichtung, Entwicklung seiner Kräfte + Talente. Dafür werden die verschiedenen Einflüsse abgeklopft: Eltern, Lehrer,Mitschüler - wir werden in unserer Entwicklung SOUVERÄN dadurch, dass wir ALLE Kräfte (zuerst unsere aber dann auch die der anderen) GUT behandeln. Es ist wichtig, dies in Verbindung mit PersönlichkeitsWACHSTUM zu erleben; bisher ist die Pädagogik gescheitert und nicht mehr an den Jungen rangekommen, weil ihre Maßnahmen eher für Zusammenstauchung als für Wachstum geeignet waren.
Im Grunde fordert der Junge genau das heraus, was in unseren Schulen fast nicht mehr anzutreffen ist: PERSÖNLICHKEIT. ASlso: tut alles was für Eure Persönlichkeit und stärkt ihre Entwicklung - und seine! Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

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Re: Denke über Mobbing nach - ausgezeichnet !

Antwort von bobfahrer am 13.08.2010, 19:41 Uhr

Das kapiert so ein Kind doch gar nicht, genau deswegen scheitern doch die ganzen Leute mit solchen Kindern weil sie die Kinder mit einer "Pädagogok" überfordern deren Weg / Ziel überhaupt nicht ausreichend erforscht ist und ich wehre mich dagegen sowas ohne ordentliche Untersuchungen anzuwenden. Was soll der Junge daraus lernen? Das er mit "seiner feinen Art" und "seinen super Talenten" über den anderen steht? Ich bezweifle das ein Kind so selbstkritisch sein kann und den Sinn deiner zweifelhaften "Taktik" zu erkennen vermag.

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Re: Denke über Mobbing nach - ausgezeichnet !

Antwort von Franz Josef Neffe am 13.08.2010, 20:50 Uhr

Erwachsene kommen sich oft einmal besonders gescheit vor, wenn sie zu wissen glauben, was ein Kind alles NICHT kann. Wenn Du nicht den Kopf in den Sand steckst sondern es ausprobierst, weißt Du was Praktisches drüber. Was weißt Du denn KONKRET über die Erforschung der Suggestion in der Pädagogik, um irgendwas über den Grad ihrer Erforschtheit sagen zu können?
Was der Junge an meinem beschriebenen Beispiel lernt, ist, Respekt vor den Kräften im Menschen zu haben, die sich entwickeln sollen. Das "über anderen Stehen", das Dir so wichtig zu sein scheint, spielt keine Rolle mehr, wenn man mit seinen Kräften so gut kann, dass man auch mit fremden Kräften gut umgehen kann. Dazu brauche ich keine "Taktik" sondern einen ehrlichen, achtsamen Umgang mit der eigenen Realität.
Vielleicht probierst Du das auch mal? Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

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Re: Denke über Mobbing nach

Antwort von Hase67 am 14.08.2010, 5:07 Uhr

Hi,

echtes Mobbing ist das natürlich nicht, weil der Junge nicht gezielt von anderen fertig gemacht wird - allerdings fühlt er sich genau wie ein Mobbing-Opfer abgelehnt, und ihm scheint die Ursache dafür nicht klar zu sein... Das ist erst mal traurig, weil er scheinbar auf der Suche nach Anerkennung ist, aber nicht zu wissen scheint, wie man das anstellt. Ich sehe da den Vater (oder die Eltern) ganz klar in der Verantwortung, denn sie beobachten ihr Kind offenbar nicht genau genug und geben ihm kein realistisches Feedback seines Verhaltens. Fraglich ist auch, wie der Junge überhaupt darauf kommt, dass man sozialen Erfolg erzielen kann, indem man sich gegenüber anderen mit Wissen und Überlegenheit hervortut. Möglicherweise wird ihm eine starke Leistungs- und Wissensorientierung vorgelebt, er selbst spürt "irgendwie", dass das nicht alles ist, aber er hat (u. a. durch seinen Vater) nie gelernt, damit anders umzugehen als mit einem bockigen "So bin ich halt, wenn mich die anderen so nicht akzeptieren, liegt das an denen", statt realistisch zu sehen, WAS genau die anderen Kinder an ihm stört. Das hat schon etwas Tragisches, aber mit der Holzhammermethode kommt man da m. E. weder bei dem Jungen noch bei dem Vater weiter - eher mit Behutsamkeit, vielleicht auch mit Humor und Entschärfen der Situation, wenn der Junge wieder mal den "Macker" rauskehrt und man gerade dabei ist...

LG

Nicole

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@bob

Antwort von Hase67 am 14.08.2010, 5:27 Uhr

Ich denke, du hast die Aussage nicht verstanden. Ich bin kein Fan von FJN, aber ich denke, hier hat er Recht: Es geht nicht darum, mit irgendeiner "Taktik" vorzugehen oder den Jungen pädagogisch kleinzukriegen, sondern erst mal um das (non-verbale, das schreibt er ja auch) Vermitteln von Akzeptanz des Jungen, so wie er ist. Gemeint ist damit - so wie ich das verstehe -,dass man ihm signalisiert: Du bist okay, so wie du bist, du musst dich hier nicht aufblasen, ich weiß, dass du auch in Ordnung sein kannst. Dass es bei einem Zwölfjährigen allerdings funktioniert, wenn man sich vor ihn hinhockt (um ihm nicht größenmäßig überlegen zu sein) halte ich für fraglich - zumal die meisten 12jährigen Jungs mich sowieso um ein paar Zentimeter überragen ;-)

Aber vom Ansatz her hat FJN schon Recht, denke ich...

LG

Nicole

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Re: @Hase

Antwort von bobfahrer am 14.08.2010, 8:04 Uhr

Eigentlich muß man den Jungen nur spüren lassen das sein Verhalten Kacke ist, dann lernt er immer noch am ehesten daraus als mit irgendeiner Pseudopädagoik.

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Also mir tut der Junge leid...

Antwort von pauline04 am 14.08.2010, 9:10 Uhr

eigentlich ist er ganz 'klein'.... innerlich.
Er spürt sehr wohl sein "anders sein" (älter, vielleicht reifer). Er passt nicht in die Gruppe und versucht auf völlig falsche Weise deren Aufmerksamkeit zu erhalten... kann aber auch nicht über seinen Schatten springen und ihnen "gleich tun". ...

Was ja auch falsch wäre. Ich seh' es schon so, das man ihm klar aufzeigen muss, wie andere Kinder ihn sehen. Das tut weh. Aber er wird's verstehen. Er muss lernen, das er nicht allen gefallen kann, das er sich selber mag. (Ich glaube nämlich, das tut er nicht !) und dann wird sich die Sache ganz von selbst geben.

Vielleicht würde ihm ein Neuanfang gut tun. Ich kenne einen Fall, da war das ähnlich. Der Junge gab zwar nicht an, brachte aber vieles mit was andere neidisch machte. War gut in der Schule (-> Streber), Elternhaus waren gute Mittelschicht (-> Neid) ... Das alles jetzt mal überspitzt. Dazu kam dann noch das Alter, er war älter als andere, hatte völlig andere Interessen. Was war? Er hat gemerkt er ist "anders", hat versucht das zu kompensieren. Aber das Handwerkszeug, wie wir Erwachsenen damit wohl umgingen, das fehlte ihm noch völlig. Was tat er ? Irgendwie ist er immer gegen eine Wand gerannt.... Die Aufmerksamkeit die er bekam - war selten negativ.

Ich glaube, sich selbst "anders" zu fühlen und das permanent zu spüren tut ganz schön weh.
Und dann nicht wissen, wie man damit umgeht, wie man das ändert...
Nicht einfach für ein Kind.

Denke da sind Gespräche notwendig. Ich weiß ja nicht ob du aus der Rolle der Lehrerin (?) sprichst, aber ich finds klasse wenn sich jemand außenstehendes solche Gedanken macht und dem Jungen / dem Vater das mal aufzeigt. Oftmals haben Angehörige ja den Tunnelblick und leiden mit dem Kind mit.

Den anderen Kindern kann man keinen Vorwurf machen. Sie reagieren auf das, was der Junge ihnen anbietet. Und das ist wohl leider dasFalsche.

LG
Pauline

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EDIT:Re: Also mir tut der Junge leid...

Antwort von pauline04 am 14.08.2010, 9:12 Uhr

Fehlerle im Text:

""Die Aufmerksamkeit die er bekam - war selten POSITIV".

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Re: @Hase

Antwort von Hase67 am 14.08.2010, 12:09 Uhr

Jo,

wenn du das so formulieren willst.

FJN meinte aber glaube ich eher, dass man ihm nicht das Gefühl geben soll, dass irgendwas an ihm "Kacke" ist, sondern dass man durch den Glauben an das Positive in ihm die Geltungssucht unwichtig macht...

Es ist übrigens keine Pseudopädagogik, wenn man sich um Einfühlungsvermögen bemüht.

LG

Nicole

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Re: Denke über Mobbing nach

Antwort von Birgit67 am 14.08.2010, 19:39 Uhr

einen ähnlichen Fall gab es in der Klasse meines Großen - der Junge war neu hergezogen kannte also keinen in der 5. Klasse und hat sich dann durch ausdrücke und verbalen Ausgleisungen vor allem den Mädchen gegenüber sehr unbeliebt gemacht.

Die Elternsprecherin hat dafür gesorgt, dass er wieder resozialisiert wird indem sie ihren Sohn vermehrt dazu anhielt diesen Jungen zu besuchen und auch der Junge zu ihnen kam - gleichzeitig hat sie andere soziale Jungen mit zu sich eingeladen wenn besagter Junge da war.

Er ist jetzt kein kompletter ausenseiter mehr aber dazu gehört er immer noch nicht.

Das einzige was hilft denke ich ist ein Training mit einem Sozialarbeiter in der Schule denn alles andere wird nicht fruchten zumal der 12-jährige eigentlich kompetent genug sein sollte zu verstehen dass sein Verhalten dazu beiträgt dass er ausgegrenzt wird und er sein Verhalten ändern sollte wenn er dazugehören will - denn wenn man ihn richtig kennen lernt und findet es ist ja ganz o.K. stört sein angeberisches Verhalten auch nicht mehr.

Gruß Birgit

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