Vorsicht mit brennenden Kerzen und offenem Feuer

Vorsicht mit brennenden Kerzen und offenem Feuer

© fotolia, S.H.exclusiv

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt - und ganz schnell der ganze Adventskranz! Natürlich gehören Kerzen zur
(Vor-)Weihnachtszeit genauso wie Plätzchen und Punsch.

 Doch einen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert: das Baby hat die Tischdecke mit samt dem Adventskranz heruntergezogen. Oder die Kinder sind beim Toben um den Weihnachtsbaum mitten hineingefallen. In der Weihnachtszeit passieren die meisten Unfälle mit offenem Feuer. Deshalb sorgen Sie bitte vor: Lassen Sie Kinder mit brennenden Kerzen niemals unbeaufsichtigt.

Das Einfachste: auf künstliche Beleuchtung zurückgreifen

Sie ersparen sich eine Menge Stress, wenn Sie in den ersten Jahren, solange die Kinder noch recht klein sind, auf echte Kerzen am Weihnachtsbaum oder am Adventskranz einfach verzichten. Es gibt inzwischen wunderschöne, leuchtendbunte Weihnachtsdekoration für drinnen und draußen. Das mag den einen oder anderen etwas "amerikanisch" anmuten, aber Kinder lieben es farbenfroh, denen gefällt es ganz bestimmt. Achten Sie aber auch bei Lichterketten und anderer künstlicher Weihnachtsbeleuchtung darauf, dass Ihr Krabbelkind keinen Zugang zu ungesicherten Steckdosen oder Trafos hat.

Kerzen aus dem Bereich von Kindern wegräumen

Falls Sie auf den Duft und die Romantik von echten Kerzen nicht verzichten möchten, sollten Sie sie in jedem Fall außerhalb des Bewegungsradius Ihres Kindes zu platzieren. Brennende Kerzen gehören auf den Tisch oder aufs Regal - aber ohne Tischdecke, an der sich der kleine Naseweis hochziehen kann. Den Weihnachtsbaum kann man auch ein bisschen kleiner wählen und ihn auf ein Schränkchen stellen. Eine tolle Idee: Hängen Sie den Adventskranz an die Decke, da ist er vor kleinen Patschehändchen sicher. Aber unterschätzen Sie trotzdem nie den Einfallsreichtum eines Kleinkindes: Sobald die Kerzen brennen, muss immer jemand in der Nähe sein und aufpassen.

Erste Hilfe bei kleinen Verbrennungen

Bei kleineren Verbrennungsunfällen hilft kühlen, kühlen, kühlen. Am besten halten Sie die Hand, oder wo immer Ihr Kind sich verbrannt hat, sofort für ein paar Minuten unter kaltes (aber nicht eiskaltes) Wasser. Das ist die beste Möglichkeit, die Verbrennung, die sich ansonsten unter der Hautoberfläche noch vergrößert, aufzuhalten. Vermutlich wird Ihr Kind protestieren, da die Kälte zunächst wehtut. Doch Sie ersparen ihm durch diese Prozedur ein Vielfaches an Schmerzen im Nachhinein. Auf kleine Brandblasen oder gerötete Hautstellen können Sie anschließend ein kühlendes Wundgel oder eine Heilsalbe auftragen. Bitte lassen Sie unbedingt die Finger von sogenannten Wundermitteln wie Mehl, Fett oder Zahnpasta! Hier ist die Infektionsgefahr groß, vor allem wenn die Hautoberfläche verletzt ist.

Bei größerflächigen Verbrennungen sollten Sie schnellstmöglich den Notarzt rufen. Vorsicht: Sobald mehr als ein Zehntel der Hautoberfläche betroffen sind, besteht Schockgefahr.

Lampenöle: Vergiftungsgefahr!

Eine große Gefahr geht auch von Lampenölen aus. Diese sind häufig bunt eingefärbt, damit sie in transparenten Gläsern hübsch aussehen. Immer wieder kommt es dabei zu lebensbedrohlichen Unfällen, wenn Kinder die hochgiftigen Öle trinken. In einem Haushalt mit Kindern haben Duft-und Lampenöle eigentlich nichts zu suchen.

Folgende Symptome können bei einer Vergiftung auftreten: Anfangs Husten, oft mit Erbrechen kombiniert. Im weiteren Verlauf ist massive Luftnot möglich und Fieberanstieg. Außerdem können Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle auftreten.

Als Erste Hilfe empfiehlt die Giftzentrale Bonn:

    1. Unbedingt Ruhe bewahren und Erbrechen vermeiden.
    2. Giftinformationszentrale anrufen und möglichst genau die eingenommene Menge an Lampenöl angeben. Falls diese geringer als ein bis zwei Schluck (circa 1ml/kg Körpergewicht) ist und keines der oben angegebenen Symptome vorliegt, kann eine sorgfältige Beobachtung zu Hause empfohlen werden. Bei größeren Mengen bzw. Husten oder anderen Symptomen umgehend die nächste Kinderklinik aufsuchen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht ...

Bitte bedenken Sie bei aller Liebe zur Weihnachtsromantik: Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kinder sollte immer im Vordergrund stehen. Die Zeit vergeht so schnell und eh man sich’s versieht, sind die Kleinen groß genug für echte Kerzen am Adventskranz und am Weihnachtsbaum.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen fröhliche und besinnliche Feiertage!

Weitere Themen:

Anzeige

Schutz vor Meningokokken
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.