Sprechen lernen - so können Eltern ihr Baby fördern

Sprechen lernen - so können Eltern ihr Baby fördern

© fotolia, Dmitry Ersler

Fröhlich brabbelt das Baby, quietscht vergnügt und setzt mehrsilbige, merkwürdige Laute aneinander - Mutter und Vater fragen sich gespannt, wann es wohl das erste Wort von sich geben wird.

Doch von den ersten Lautäußerungen bis zum ersten verständlichen Wort kann es einige Zeit dauern. Erst zwischen dem 9. und dem 14. Lebensmonat sagen die meisten Babys dann tatsächlich ihr erstes "sinnvolles" Wort.

Kinder erkennen: Reden macht Spaß!

In den folgenden Monaten lernen sie dann stetig dazu und kommen schließlich nach einem weiteren halben Jahr auf bis zu 50 "Wörter". Viele davon sind Eigenkreationen, aber immer mit einem klaren Sinn. Das Kind erkennt: Reden macht ja Spaß und man kann damit etwas bewirken! Eltern können den Redeeifer ihres Kindes je nach Alter bzw. Entwicklung fördern.

Wichtig ist an erster Stelle: Selbst viel reden! Erzählen Sie, was Sie gerade tun beim Füttern, Wickeln, Anziehen, was Sie sehen etc. und geben Sie dem Baby die Zeit, mit einem Lächeln oder mit einem Blick zu antworten.

Erst hören - dann lernen Babys das Sprechen

Einerseits finden es Babys einfach schön, die Stimme von Mama oder Papa zu hören, wenn die Eltern mit ihnen plaudern und kommunizieren, andererseits lernen Babys durch das Hören. Die Kleinen müssen Sprache ja erst einmal erleben, um Sprechen zu lernen.

Reagieren Sie auch auf die Laute Ihres Kindes. Denn so lernt es Sprechen ist Interaktion - es passiert etwas, jemand hört zu. Viele Kleinkinder bilden beispielsweise mit Vorliebe lange Silbenketten, das macht Spaß und trainiert die Mundmotorik. Fördern Sie das, denn je verschiedener die Laute sind, desto leichter fällt es Ihrem Kind später, Wörter zu bilden. Greifen Sie also ruhig die Lautketten auf und bilden Sie selbst welche: Das spornt an!

Sehr hilfreich: Finger- und Kniereiterspiele, Abzählreime und Lieder

Ab dem 7. Monat macht es Spaß und Sinn, Finger- und Kniereiterspiele zu spielen. "Kommt ein Mann die Treppe rauf" oder "Hoppe, hoppe Reiter" - spannende Spiele, denn den melodischen Wortfolgen wird aufmerksam gelauscht, Emotionen, wie Freude und Spaß, werden durch die Bewegung verstärkt und die Worte werden beim Hören aufgesogen.

Generell lernt ein Kind Sprache einfacher, die mit einer gewissen Rhythmik bzw. Sprechmelodie vermittelt wird. Denn Aufzählreime und Lieder verbessern mit dem einfachen, gleich bleibenden Rhythmus die Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit. So lernen die Kinder ganz leicht und spielerisch neue Wörter und deren richtige Aussprache.

Ein wichtiger Aspekt beim Sprechen lernen des Kindes ist aber vor allem das Zuhören der Eltern! Nehmen Sie sich Zeit und schauen Sie Ihr Kind an, wenn es Ihnen etwas mitteilen will, egal ob ein Einjähriger sein neues Wort übt oder ob eine Dreijährige eine Geschichte erzählen will, wenn die Eltern Interesse daran zeigen, wird das Kind bemüht sein, sich - so gut es eben kann - auszudrücken. Sollte es zeitlich in dem Moment nicht gut passen, so verabreden Sie mit Ihrem Kind eine bessere Zeit für ein Plauderstündchen - denn nur wer sprechen übt, kann es lernen.

Lesen ist besser als fernsehen

Deshalb benötigt das Kind soziale Kontakte! Der Fernseher oder Hörspiele fordern das Kind nicht auf, sich selbst zu äußern und Fragen zu stellen. Doch das sind die Motivationshilfen, die ein Kind braucht. Es muss merken, sprechen ist nützlich, so kann ich etwas erfahren, erfragen, mitteilen. Bilderbücher gemeinsam anschauen und besonders das regelmäßige Vorlesen sind die beste Möglichkeit um die Sprachentwicklung zu fördern. Babys genießen den Klang der Stimme, Kleinkinder werden die Geschichte genießen und mit Kindergartenkindern kann man schon richtig über das Gelesene "diskutieren".

Aller Anfang ist schwer: In der Spontanität können auch schon mal ein paar Worte und Grammatikregeln durcheinander geraten: Eltern sollten Ihr Kind aber nicht verbessern, wenn es beim Erzählen Fehler macht. Dies kann die Mitteilungsfreude hemmen. Wiederholen Sie den Satz einfach noch einmal richtig.

Verzögerte Entwicklung: Hörvermögen kontrollieren

Sollte Ihr Baby einfach keine Fortschritte in der Sprachentwicklung zeigen und Sie sorgen sich, so besprechen Sie Ihre Ängste am besten mit Ihrem Kinderarzt. Dieser kann einschätzen, ob die Sprachentwicklung Ihres Kindes im Rahmen liegt oder ob eventuell das Hörvermögen überprüft werden muss. Generell muss man aber sagen, lassen sich manche Kinder einfach etwas mehr Zeit mit dem Sprechen. Nur wenn Ihr Kind mit 15 Monaten nicht ein Wort spricht oder Sie auch noch keines seiner Wörter verstehen können, sollten Sie ebenfalls den Kinderarzt konsultieren.

Weitere Themen:

Anzeige

Schutz vor Meningokokken
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.