Eine Stunde vor! - so kommen Kinder mit der Zeitumstellung besser klar

Eine Stunde vor! - so kommen Kinder mit der Zeitumstellung besser klar

© fotolia, Gina Sanders

Ende März ist es wieder soweit: Die Uhren werden um eine Stunde vor auf Sommerzeit umgestellt. Um 7 Uhr ist es dann unserem Gefühl nach eigentlich erst 6 Uhr. Morgens bleibt es entsprechend länger dunkel und abends dafür länger hell.

So sehr viele Erwachsenen es genießen, wenn sie in den Abendstunden noch etwas unternehmen können, für kleine Kinder und die betroffenen Eltern ist die Zeitumstellung oft eine ganz schöne Tortur. Bringt doch diese eine kleine Stunde den gerade so schön gefestigten Tag- und Nachtrhythmus wieder völlig durcheinander. Mit ein paar Tricks können Sie Ihrem Kind - und auch sich selber - die Umstellung etwas erleichtern.

Warum gibt es überhaupt die Sommerzeit?

Die Sommerzeit in der jetzigen Form gibt es bei uns seit 1980. Ursprünglich steckte dahinter ein ökologischer Gedanke: Vor dem Hintergrund der Ölkrise sollte die helle Zeit am Abend besser genutzt werden, so dass man durch weniger künstliche Beleuchtung Strom sparen könnte. Leider haben zahlreiche Studien inzwischen belegt, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Zum einen heizen die Menschen jetzt morgens mehr, da es dunkel und damit kälter ist. Zum anderen ist durch die vielen abendlichen Freizeitaktivitäten der Stromverbrauch in den Abendstunden sogar noch gestiegen. Immer mehr Menschen fordern deshalb, auf die Zeitumstellung ganz zu verzichten. Vielleicht kommt das ja bald. Aber bis es soweit ist, müssen wir leider irgendwie damit klar kommen.

Häufige Probleme mit der Zeitumstellung

Erwachsene klagen oft über Schlafstörungen, Nervosität, Gereiztheit oder Konzentrationsprobleme. Sogar die Unfallraten steigen in den ersten Tagen nach der Umstellung jeweils leicht an. Kinder reagieren vor allem mit Einschlaf- oder Durchschlafproblemen, sind müde und quengelig oder haben keinen Appetit. Morgens kommen sie nicht richtig raus, da Kita, Kindergarten und Schule vom Gefühl her plötzlich eine Stunde früher anfangen. Dann sind sie den ganzen Tag durch den Wind und wollen abends, obwohl sie völlig überdreht sind, nicht einschlafen. Dass es draußen noch so schön hell ist, macht das zu Bett bringen auch nicht gerade leichter.

Die innere Uhr ist verstellt!

Schön und gut - der Rhythmus von Essen und Schlafen ändert sich um eine Stunde. Aber warum macht diese relativ kleine Umstellung uns solche Schwierigkeiten?

Der Grund für dieses Durcheinander ist unser Biorhythmus - die innere Uhr, die quasi aus dem Takt kommt. Alle Lebewesen werden durch Hormone gesteuert, die uns genau sagen, wann es Zeit zum Essen, Schlafen, usw. ist. Stehen wir plötzlich eine gefühlte Stunde früher auf, hat sich die Melatoninproduktion noch nicht angepasst. Blutdruck und Puls sind noch niedrig. Eigentlich schlafen wir noch. Abends dann das umgekehrte Spiel: Wir werden einfach nicht müde. Besonders mühsam ist das, wenn man die Kleinen gerade eben so schön an feste Still-, Fläschchen- oder Schlafenszeiten gewöhnt hatte.

Einen Vorteil bringt die Umstellung auf Sommerzeit allerdings für alle Eltern, die unter einem notorischen kleinen Frühaufsteher zu leiden haben: Ihr Kind wird nun ein Stündchen länger schlafen und um 6 Uhr statt bisher um 5 Uhr früh auf der Matte stehen.

Wie kommt man mit der Zeitumstellung besser klar?

  • Sorgen Sie vor und bringen Sie Ihr Kind bereits in den Tagen vor der Umstellung etwas früher (!) zu Bett. Macht Ihr Kind noch Mittagsschlaf, kann auch der etwas vorverlegt werden, dann fällt das Schlafengehen abends leichter.
  • Machen Sie das Zimmer abends schön dunkel, das erleichtert das Einschlafen. Morgens sollte es hingegen hell sein, dann wacht Ihr Kind leichter auf. Wecken Sie Ihr Kind gegebenenfalls in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung, sonst sind die Schwierigkeiten abends vorprogrammiert.
  • Mahlzeiten geben dem Tag Struktur. Sie sind sozusagen die unterbewussten Anhaltspunkte für die gefühlte Uhrzeit. Frühstück, Mittag oder Abendessen können Sie schon vor der Umstellung eine halbe Stunde früher zubereiten. Feste Still- oder Fläschchenzeiten können Sie peu á peu jeden Tag ein wenig vorziehen.
  • Die Zeitumstellung sorgt oft für nächtliches Chaos. Bleiben Sie in den folgenden Wochen deshalb besonders konsequent und passen Sie auf, dass sich nichts "einschleicht". Wacht Ihr Kind plötzlich nachts wieder auf, sollten Sie es ruhig und bestimmt wieder ins Bett bringen. Spätestens in der zweiten Woche nach der Umstellung sollte es auch abends wieder zur normalen Zeit ins Bett gehen.
  • Kindergarten- und Schulkinder, die morgens pünktlich aufstehen müssen, trifft die Umstellung oft besonders hart. Den Größeren unter ihnen kann man die Zeitumstellung schon erklären. Dann verstehen sie besser, warum sie plötzlich früher ins Bett gehen sollen.

Übrigens - Ende Oktober geht das Ganze wieder retour. Dann wird die Uhr zurück auf Winterzeit gedreht, und wir müssen uns erneut anpassen. Aber bis dahin haben wir hoffentlich einen schönen langen Sommer mit vielen lauen Abenden vor uns.

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